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JOHANN, C. (2005)

Pflanzen- und Pilzvergiftungen bei Keas und Kakas.

25. Arbeitstagung der Zootierärzte im deutschsprachigen Raum, Bremerhaven 04.11.-06.11.2005: 103-108.

Einleitung:

In den meisten Zoologischen Gärten und Tierparks werden giftige Pflanzen zur Parkbegrünung genutzt. Nicht selten sind sie sogar Bestandteil der Gehegebepflanzung z.B. in Raubtieranlagen. Zum einen ist dies mit Sicherheit darin begründet, dass viele der entsprechenden Pflanzenarten auch noch an schattigen Plätzen gedeihen, ein Beispiel hiefür ist der Efeu. Zum anderen werden toxische Pflanzen wegen ihrer Attraktivität, z.B. der rote Früchte tragende Ilex, angepflanzt. Auch die Wilhelma bildet hier keine Ausnahme. Auf den Subtropenterrassen werden jährlich bis zu 10'000 Pflanzen aus über 150 verschiedenen Arten angepflanzt. Viele der dort wachsenden Arten sind minder- bis hochgiftig. Zudem werden zahlrfeiche Zuchthybriden genutzt, deren Toxizität meist noch weitestgehend ungeklärt ist.

Die Subtropenterrassen beherbergen über 30 Volieren mit den verschiedensten Papageien. Besondere Aufmerksamkeit genießen hierbei die beiden Arten der Gattung der Nestorpapageien. Sowohl Keas wie Kakas verfügen über eine Pinselzunge, die der der Loris ähnelt und die von ihnen zur Aufnahme von Pflanzensäften genutzt wird. Über 50 Jungkeas wurden in der Wilhelma bereits erfolgreich großgezogen. Die Tiere sind wegen ihrer munteren, aufgeschlossenen Art bei den Besuchern sehr beliebt und "animieren" so leider auch zum Füttern. Nicht selten findet man deshalb auch Pflanzenteile aus der Gehegeumgebung in den Volieren. Im folgenden wird näher auf einge Pflanzenvergiftungs- bzw. Pflanzenvergiftungsverdachtsfälle eingegangen, die sich bei Keas und Kakas in den letzten 8 Jahren zugetragen haben.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx