Kranichvögel

Tasmanisches Wasserhuhn

Tasmanisches Wasserhuhn (Tribonyx mortierii) im Zoo Basel Tasmanisches Wasserhuhn (Tribonyx mortierii) im Zoo Basel
© Ulrich Schürer, Solingen

Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
Unterordnung: Kranichverwandte (Grues)
Familie: Rallen (Rallidae)

D LC 650

Tasmanisches Wasserhuhn

Tribonyx mortierii • The Tasmanian Nativehen • La gallinule de Tasmanie

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Tasmanisches Wasserhuhn (Tribonyx mortierii) im Mt. Field-Nationalpark, Tasmanien © Edoddridge auf Wikimedia Commons. Veröffentlicht unter Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

 

 

 

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Verbreitung des Tasmanischen Wasserhuhns (Tribonyx mortierii). Dunkelblau: autochthone Verbreitung.; rot: eingeführte Population

 

 

 

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Tasmanisches Wasserhuhn (Tribonyx mortierii), kolorierte Lithographie aus Birds of Australia (1849-69) von John Gould und Henry C. Richter

 

 

 

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Als natürlicherweise flugunfähige Art wäre das Tasmanische Wasserhuhn zur Belebung von australischen Themen-Freianlagen namentlich dort von Interesse, wo das Flugunfähigmachen von Vögeln von Gesetzes wegen verboten ist. Leider ist aber die Art in europäischen Zoos seit längerer Zeit ausgestorben.

Körperbau und Körperfunktionen

Beim Tasmanische Wasserhuhn (bzw. Tasmanische Wasserralle, Grünfuß-Pfuhlhuhn, Grünfuß-Pfuhlralle) handelt es sich um eine flugunfähige Ralle mit stark reduzierten Flügeln. Sie ist mit einer Länge von 42-51 cm und einem mittleren Gewicht von 1'334 g bei den Hähnen und 1'251 g bei den Hennen etwas größer und schwerer als das Blässhuhn. Abgesehen vom Gewichtsunterschied weist sie keinen Geschlechtsdimorphismus auf. Der kräftige, mit einem kleinen Stirnschild versehene Schnabel ist gelbgrün, die Iris rot. Füße und Beine sind nicht etwa, wie der deutsche Name vermuten lässt, grün, sondern grau. Das Gefieder ist oberseits olivbraun, unterseits blaugrau. Es ist ein weißer Flankenfleck vorhanden [2; 8].

Verbreitung

Australien: heute beschränkt auf Tasmanien. 1969 auf der vor der Ostküste Tasmaniens gelegenen Marieninsel (Maria Island) eingeführt. Auf dem Festland starb die Art vor rund 4'700 Jahre aus, möglicherweise wegen des Dingos [1].

Lebensraum und Lebensweise

Das Tasmanische Wasserhuhn ernährt sich überwiegend von Gras und lebt ganzjährig in einer Brutgruppe aus 2-3 erwachsenen Tieren und deren Nachkommen. Alle ausgewachsenen, d.h mehr als 4 Monate alten Gruppenmitglieder beteiligen sich am Brutgeschäft und der Jungenaufzucht [5]. Im Falle von Trios handelt es sich in der Regel um zwei Brüder, die sich eine Henne teilen [7]. Die Gruppen können bis zu 17 Vögel umfassen. Die Gelege bestehen aus 5-8 Eiern, die 22 (19-25) Tage bebrütet werden [4].

Gefährdung und Schutz

Das Tasmanische Wasserhuhn hat zwar eine limitierte Verbreitung, die Bestände scheinen aber nicht oder nicht wesentlich abzunehmen. Es gilt daher nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist nach CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Das Tasmanische Wasserhuhn ist in Tasmanien eine geschützte Tierart, die Rote Liste der IUCN enthält keine Informationen über eine allfällige Nutzung [1].

Haltung

Die von Natur aus flugunfähigen Tasmanischen Wasserhühner können freilaufend im Zoo gehalten werden, sofern dieser fuchssicher eingezäunt ist [4].

Haltung in europäischen Zoos: In den 1960-80er-Jahren war die Art in deutschen und schweizerischen Zoos relativ gut vertreten. Der Zoo Basel hielt Tasmanische Wasserhühner ab 1954 und es gelang ihm 1955 die europäische Erstzucht und möglicherweise die Welterstzucht. Die Vögel wurden freilaufend gehalten und bildeten Gruppenreviere von im Mittel 7'100 m², die Rasenflächen, Gebüsch und Wasserflächen enthielten [5]. Von 1955-1974 wurden über 350 Jungvögel gezüchtet, von denen über 150 an andere Zoos abgegeben werden konnten [6]. Bis 1993 folgten 51 weitere, bis 1979 jährlich, danach mit Unterbrüchen (IZY 17-36). Gegenwärtig ist die Gattung in europäischen Zoos nicht mehr vertreten. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Rallen.

Taxonomie und Nomenklatur

Das Tasmanische Wasserhuhn wurde 1840 von dem belgischen Politiker und Naturforscher Jonkheer Bernard Amé Léonard DE BUS DE GISIGNIES erstmals unter seinem heute noch gültigen Namen wissenschaftlich beschrieben. Zeitweilig wurde es in die Gattung Gallinula gestellt. Zur Gattung Trinonyx gehören zwei noch lebende, nicht-gefährdete Arten. Eine dritte Art aus Neuseeland (Tribonyx hodgenorum) ist im 17. Jahrhundert ausgestorben [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Tribonyx mortierii. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22692900A132063003. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22692900A132063003.en . Downloaded on 27 September 2019.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1996)   
  3. GOULD, J. (1840-1848)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)  
  5. KAPPELER, M. (1974)
  6. KAPPELER, M. (1975)  
  7. MAYNARD SMITH, J. & RIDPATH, M. G. (1972)
  8. SLATER, P. (1972)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx