Kapuzinerartige Neuweltaffen

Geoffroy-Klammeraffe

Geoffroy-Klammeraffe (Ateles geoffroyi) im ZooBasel Geoffroy-Klammeraffe (Ateles geoffroyi) im ZooBasel
© Zoo Basel

Überordnung: EUARCHONTOGLIRES
Ordnung: Affen und Halbaffen (PRIMATES)
Unterordnung: Affen (Simiae / Haplorrhini)
Teilordnung: Eigentliche Affen (Simiiformes)
Überfamilie: Neuwelt- oder Breitnasenaffen (Platyrrhini)
Familie: Klammerschwanzaffen (Atelidae)
Unterfamilie: Klammer- und Wollaffen (Atelinae)

D EN 650

Geoffroy- oder Schwarzhand-Klammeraffe

Ateles geoffroyi • The Geoffroy's Spider Monkey • LL'atèle de Geoffroy

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Geoffroy-Klammeraffen (Ateles geoffroyi) mit Jungtier im Zoo Basel © Zoo Basel
Gefährdung und Schutz: Der Gesamtbestand des Geoffroy-Klammeraffen ist immer noch groß, hat aber während der letzten 45 Jahre um rund 50 % abgenommen. Die Art wird daher als stark gefährdet eingestuft (Rote Liste: CRITICALLY ENDANGERED) [2].

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Approximative Verbreitung des Geoffroy.Klammeraffen (Ateles geoffroyi)
Der internationale Handel mit Exemplaren der Unterarten frontatus und panamensis ist nach CITES-Anhang I eingeschränkt, wobei es sich bei panamensis um ein Synonym von ornatus handeln dürfte. Die andern vier oder fünf Unterarten fallen unter Anhang II.

Verbreitung: Mittelamerika und nördlichstes Südamerika: Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Mexiko, Nicaragua, Panama [2].

Lebensraum und Lebensweise: Der Geoffroy-Klammeraffe kommt in Tiefland-Regenwäldern, immergrünen Feuchtwäldern und in laubabwerfenden Trockenwäldern vor. Die Tiere halten sich vorzugsweise in den Baumkronen auf und kommen selten ins Unterholz hinunter.  Sie bewegen sich häufiger hangelnd vorwärts als laufend. Ihre Nahrung besteht überwiegend (>80%) aus Früchten, daneben fressen sie Blätter, Blüten, Luftwurzeln, Rinde und andere Pflanzenteile sowie gelegentlich auch Insekten. Es ist bekannt, dass sie die Samen der Früchte von 138 Pflanzenarten wieder unversehrt ausschiden und daher eine wichtige Rolle für die Verbreitung von Pflanzenarten spielen [2].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in gegen 20 Zoos gehalten, von denen sich etwa ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Taxonomie und Nomenklatur: Die Taxonomie dieser Art ist etwas problematisch: Allgemein werden sieben Unterarten anerkannt, die Existenz von grisescens wird aber angezweifelt, und mit panamensis ist ein Name in den CITES-Anhängen aufgeführt, der heute nicht mehr als gültig angesehen wird [2]. Die einzelnen Unterarten unterscheiden sich namentlich in der Fellfärbung, die von licht gelbbraun über rostrot bis schwarz variiert. Hände und Füße sind aber stets sehr dunkel bis schwarz gefärbt. Im dunkeln Gesicht sind Augen- und Mundpartie unpigmentiert und damit rosafarben. Die Jungen sind bei der Geburt sehr dunkel und färben je nach Unterart im ersten halben Lebensjahr um [4]. Bei vielen der in Zoos gehaltenen Geoffroy-Klammeraffen ist nicht klar, zu welcher Unterart sie gehören.

Literatur und Internetquellen:

  1. BOREL, S. (2014)  
  2. CUARÓN, A.D., MORALES, A., SHEDDEN, A., RODRIGUEZ-LUNA, E., de GRAMMONT, P.C. & ORTÉS-ORTÍZ, L. (2008). Ateles geoffroyi. The IUCN Red List of Threatened Species 2008: e.T2279A9387270. http://www.iucnredlist.org/details/2279/0. Downloaded on 16 March 2016.
  3. RICHIGER, R. (2012)
  4. SCHRÖPEL, M. (2010)

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Gelesen 338 mal Letzte Änderung am Freitag, 15 Juni 2018 21:49
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx