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REINOLD, C. (2011)

Lautkommunikation von Flachbrustvögeln (Struthioniformes).

Diplomarbeit

70 S. : Ill., graph. Darst.

Ganze Arbeit

Fakultät für Lebenswissenschaften, Universität Wien
Leitung: Ao. Univ.-Prof. Dr. Helmut Kratochvil
Tiergarten Schönbrunn Wien, Tiergarten Herberstein

Kurzfassung:

Bislang galten die Forschungen der Vogelvokalisation vorwiegend den passerinen Vogelarten, während die der Arten der Ordnung Struthioniformes eher unbekannt ist. In dieser Studie wurde die akustische Kommunikation dieser Flachbrustvögel untersucht, speziell die der Familien der Struthionidae, Rheidae und Dromaiidae. Die Aufnahmen dafür erfolgten in einer Straußenfarm, dem Zoo Schönbrunn und den Tiergarten Herberstein. Bei allen drei Ratitenfamilien wurden Fauchlaute gefunden, die immer rauschhaft und breitbandig waren, die restlichen Laute unterscheiden sich jedoch. So konnten bei den adulten Straußen, neben zwei non-vokalen Lautarten, acht Lauttypen gefunden werden, der Demutslaut, Hu- und Up-Laute, Gutturallaute, Fauchen, Brummen, Paarungslaute und Boominglaute. Die Grundfrequenzen lagen zwischen 67 und 721 Hertz und die Abgaben dieser Laute waren meist mit einer mehr oder weniger starken Aufblähung des Kehlluftsackes oder des Halsluftsacks verbunden. Die Straußenküken äußerten häufiger Laute und deren Grundfrequenzen lagen zwischen 889 und 1770 Hertz. Die Nandus produzierten einen zweiteiligen „Nandulaut“, dessen Grundfrequenz bis auf 88 Hertz hinunter ging. Bei den Emus wurden drei gepulste Lauttypen gefunden, das Trommeln, Grunzen und Brummen und deren Grundfrequenzen lagen zwischen 86 und 388 Hertz. Zwar besitzen diese Vögel keine richtige Syrinx, jedoch produzieren sie trotzdem Laute und benutzen eher niedrigere Frequenzen. Jedoch wurden bei dieser Untersuchung keine Infraschallkomponenten in den Lauten gefunden, aber die Frequenzen reichen doch bei allen Arten unter 100 Hertz.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx