Hohltiere (Coelenterata)

Schirmquallen - Pelagiidae

Malaienqualle (Sanderia malayensis) im Zoo-Aquarium Berlin Malaienqualle (Sanderia malayensis) im Zoo-Aquarium Berlin
© Klaus Rudloff, Berlin

Klasse: Schirmquallen (Scyphozoa)
Ordnung: Fahnen- oder Fahnenmundquallen (Semaeostomeae)
Familie: Pelagiidae

D NB 650

Kompassqualle

Chrysaora hysoscella • The Compass Jellyfish • La méduse rayonnée

N Chrysaora hysoscella VIE DZupanc
Kompassqualle (Chrysaora hysoscella) im Tiergarten Schönbrunn © Tiergarten Schönbrunn

 

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Verbreitung 

Nordwest- und Südwestatlantik von den Britischen Inseln bis Südafrika, Nordsee, Mittelmeer

Biologie

Die Kompassqualle hat einen Schirmdurchmesser von bis zu 30 cm. Sie besitzt 16 gelb bis rotbraun gefärbte Radialbänder, die der Windrose eines Kompasses ähneln, daher ihr Vulgärname. Am Rand ihres Schirmes befinden sich 24 lange und ziemlich dicke Tentakel [2].

Kompassquallen sind Zwitter. Meist sind sie erst männlich, dann gleichzeitig männlich und weiblich, was eine Selbstbefruchtung erlaubt, und schließlich rein weiblich. Die Eier entwickeln sich im Magenraum des Adulttieres und werden als Planulalarven frei. Die Planulalarven entwickeln sich zu sessilen Scyphopolypen, aus denen sich später durch Abschnürung Ephyralarven bilden, die sich zu adulten Medusen auswachsen [1].

Eine Kompassqualle von der Größe einer Untertasse frisst an die 20 000 kleine Ruderflusskrebse pro Tag (Berliner Zeitung vom 04.08.2009).

Literatur und Internetquellen

  1. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  2. MarLIN - The Marine Life Information Network

D NB 650 

Leucht- oder Feuerqualle

Pelagia noctiluca • The Mauve Stinger • La méduse pélagique, ou le piqueur-mauve

N Pelagia noctiluca
Leucht- oder Feuerqualle (Pelagia noctiluca) im Tiergarten Schönbrunn © Tiergarten Schönbrunn

 

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Verbreitung 

Wärmere Zonen des Atlantiks, Mittelmeer

Biologie

Die sehr häufige Leuchtqualle hat einen Schirmdurchmesser von etwa 8-10 cm.  Ihr Schirm ist glockenförmig bis halbkugelig und schwach purpur bis braunrot gefärbt. Die acht Tentakel sind zart getönt und sehr dehnbar. Ihren Namen verdankt die Leuchtqualle einem schwachen Leuchten, das bei Erschütterung nachts sichtbar wird. Sie gehört zu den wenigen in Europa verbreiteten Quallen, deren Nesselkapseln die menschliche Haut durchdringen können. Bei Berührung mit den bis zu 10 m langen, sehr feinen Tentakeln löst das Nesselgift ein ein schmerzhaftes Brennen auf der Haut aus. Es ist aber nicht lebensgefährlich. Die Planulalarven wandeln sich unter Umgehung des Scyphopolypen-Stadiums direkt in Ephyralarven um, was der Leuchtqualle erlaubt, sich auch die Hochsee als Lebensraum zu erobern [1; 2].

Literatur und Internetquellen

  1. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  2. MarLIN - The Marine Life Information Network

D NB 650 

Malaienqualle

Sanderia malayensisThe Amakusa Jellyfish • La méduse méduse malaise

N Sanderia malayensis VIE VIE
Malaienqualle (Sanderia malayensis) im Tiergarten Schönbrunn © Tiergarten Schönbrunn

 

N sanderia malayensis aqBerlin PD
Malaienqualle (Sanderia malayensis) im Zoo-Aquarium Berlin © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Verbreitung

Indopazifik

Biologie

Als Fahnenmundqualle trägt die Malaienqualle fahnenähnlich ausgezogene Lappen um ihre Mundöffnung. Sie ist durchscheinend mit bläulicher oder violetter Zeichnung und besitzt sehr lange fadenförmige Tentakeln mit giftigen Nesselzellen. Sie bevorzugt die oberen Wasserschichten, wo sie nach Plankton jagt (Text: TG Schönbrunn). Malayenquallen, ernähren sich vorzugsweise von anderen Quallen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Malaienqualle wurde 1886 von dem aus Sankt Petersburg stammenden und hauptsächlich an den Universitäten von Straßburg und Rostock tätigen Zoologen Alexander Wilhelm GOETTE unter ihrem heute noch gültigen Namen wissenschaftlich beschrieben [2].

Literatur und Internetquellen

  1. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  2. WoRMS - WORLD REGISTER OF MARINE SPECIES

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Gelesen 625 mal Letzte Änderung am Montag, 23 März 2020 15:32
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx