Geckos

Jungferngecko

Jungferngecko (Lepidodactylus lugubris) im Zoo Basel Jungferngecko (Lepidodactylus lugubris) im Zoo Basel
Zoo Basel

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Geckoartige (Gekkota)
Familie: Haftfingergeckos (Gekkonidae)
Unterfamilie: Gekkoninae

D NB 650

Jungferngecko

Lepidodactylus lugubris • The Mourning Gecko • Le gecko triste

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Jungferngecko (Lepidodactylus lugubris) im Zoo Basel © Zoo Basel

 

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Autochthones Vorkommen des Jungferngeckos (Lepidodactylus lugubris)

 

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Jungferngecko (Lepidodactylus lugubris) beim Wassertrinken im Zoo Basel © Zoo Basel

 

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Jungferngecko (Lepidodactylus lugubris) im Zoo Basel © Zoo Basel

 

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Gelege des Jungferngeckos (Lepidodactylus lugubris) im Zoo Basel © Zoo Basel

 

 

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Wegen seiner parthenogenetischen Fortpflanzungsweise ist der kleine Jungferngecko aus zoopädagogischer Sicht sehr interessant und würde es verdienen, häufiger im Zoo gezeigt zu werden.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Jungferngecko kann eine Kopf-Rumpflänge von 5 cm ereichen, meist ist er aber mit einer Gesamtlänge von 8 cm, wovon gut die Hälfte auf den Schwanz entfällt, ausgewachsen. Er ist ein schlanker Gecko mit einem langen, abgeplatteten Schwanz mit seitlichen Säumen von  stacheligen Schuppen. Die Farbe ist variabel und reicht von creme- über fleischfarben bis braun. Auf Rücken und Schwanz kann eine dunkle Zeichnung bestehend aus Punkten und Querbändern vorhanden sein [2; 5].

Verbreitung

Autochthon weit verbreitet im Indo-Pazifischen Raum : Bismarck Archipel, Chagos Archipel, China, Cocos-(Keeling-)Atoll, Cook-Inseln, Fidschi, Gesellschaftsinseln, Guam, Hiu, Indien (mit den Andamanen und Nikobaren), Indonesien, Japan (Ryukyu, Bonin), Loyalitäts-Inseln, Lukunor-Atoll, West-Malaysia (Pulau Pinang, Pulau Tioman), Malediven, Marianen, Maskarenen (Rodrigues), Myanmar, Nauru, Neukaledonien, Papua-Neuguinea, Philippinen, Rotuma, Salomonen, Seychellen, Sri Lanka, Taiwan, Tonga, Vanuatu, Vietnam (Ku Lao Pan Jong-Insel), West-Samoa und weitere Inseln.
Eingeführt auf Hawaii, in Nikaragua, Costa Rica, Panama, Brasilien, Chile, Ekuador (Galápagos), Kolumbien, Surinam, Venezuela und in der Karibik auf Guadeloupe, Grande Terre und Basse Terre [4].

Lebensraum und Lebensweise

Jungferngeckos haben ihren Namen daher, dass sie sich durch Parthenogenese, also Jungfernzeugung fortpflanzen. Es gibt bei dieser Art zwar gelegentlich phänotypische Männchen , diese sind aber nach gegenwärtigem Kenntnisstand alle unfruchtbar [3]. Die Weibchen legen im Abstand von 3-4 Wochen jeweils zwei diploide Eier, die sie an eine Unterlage kleben. Daraus schlüpfen je nach Umgebungstemperatur nach 50-75 Tagen zwei etwa 36 mm lange – in aller Regel weibliche – Jungtiere, die genetisch identisch mit ihrer Mutter sind. Die Jungen sind nach acht Monaten geschlechtsreif und beginnen ihrerseits Eier zu legen. Pro Tier und Jahr gibt es etwa acht Gelege. Die parthenogenetische Fortpflanzung hat bei dieser hauptsächlich auf Inseln lebenden Art den Vorteil, dass sich nach Ankunft auch nur eines einzigen Individuums auf einer neuen Insel sehr rasch ein kopfstarker Bestand aufbauen kann. Sie hat aber den Nachteil, dass sich die Art nicht an neue Gegebenheiten anpassen kann, weil alle Tiere Klone sind. Jungferngeckos sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Sie ernähren sich von Insekten, anderen Arthropoden und Früchten [2].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt. Diese erfasst nur zwei Drittel der Arten der Gattung Lepidodactylus.

Der internationale Handel wird durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Tiere werden für die Zwecke der traditionellen Chinesischen Medizin gesammelt [8]. In der Terraristik gilt der Jungferngecko als Anfängertier [1].

Haltung

Für die Haltung eines Einzeltiers soll ein bepflanztes, mit Kletterästen ausgestattetes Terrarium von 30x30x30 cm ausreichend sein. Etwas mehr Höhe dürfte nicht schaden. Korkröhren dienen als Versteck und Eiablageplatz. Für die Gemeinschaftshaltung mehrerer Tiere muss man schon aufgrund der Aggressivität der Weibchen untereinander deutlich größere Terrarien anbieten. Eine besondere Beleuchtung ist nicht notwendig, da die Geckos nacht- und dämmerungsaktiv sind. Eine Lichtquelle dient lediglich dem Simulieren eines Tag-Nacht-Rhythmus. Die Temperatur sollte tags bei ca. 28°C liegen und nachts auf ca. 20-22 °C abgesenkt werden. Die Luftfeuchtigkeit sollte 60-80% betragen. Das Terrarium sollte alle 1-2 Tage besprüht werden [1; 2].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in weniger als 20 Institutionen gezeigt, von denen sich etwa ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste. 

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens 6x so lang und 6x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Die Höhe soll das Achtfache der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) und der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1836 von den französischen Zoologen André Marie Constant DUMÉRIL und Gabriel BIBRON als "Platydactylus Lugubris" beschrieben. Die heutige Gattungsbezeichnung Lepidodactylus wurde 1843 durch den Wiener Zoologen Leopold Joseph Franz Johann FITZINGER eingeführt [4].

Literatur und Internetquellen

  1. BIOTROPICS
  2. HENKEL, F. H. & SCHMIDT, W. (2003)
  3. RÖLL, B. & VON DÜRING, M. U. (2008)
  4. THE REPTILE DATA BASE
  5. WILSON, S. & SWAN, G. (2013)
  6. UNEP-WCMC (2009)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx