Dornfische bis Seepferdchen

Laternenträger

Laternernträger (Anomalops katoptron) im Zoo Basel  Laternernträger (Anomalops katoptron) im Zoo Basel
© Thomas Jermann, Basel

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Schleimkopfartige (Beryciformes)
Familie: Laternenträger (Anomalopidae)

D LC 650

Großer Laternenfisch

Anomalops katoptron • The Splitfin Flashlightfish • Le poisson anomalie

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Große Laternenfische (Anomalops katoptron) im Zoo Basel © Thomas Jermann, Basel

 

 

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Große Laternenfisch (Anomalops katoptron) im Zoo Basel © Thomas Jermann, Basel

 

 

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Approximative Verbreitung des Großen Laternenfischs (Anomalops katoptron)

 

 

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Als Beispiel für Bioluminiszenz ist der Große Laternenfisch zoopädagogisch sehr interessant. Aufgrund der speziellen Anforderungen für seine Präsentation ist jedoch die die Zahl der europäischen Zoos und Schauaquarien, welche die Art zeigen, sehr begrenzt.

Körperbau und Körperfunktionen

Große Laternenfische erreichen eine Gesamtlänge von bis zu 35 cm. Unterhalb der Augen besitzen sie ein Leuchtorgan, das mit Milliarden von Leuchtbakterien gefüllt ist. Durch die Drehbarkeit des Leuchtorgans entsteht ein Blinkmuster. Dieses erfüllt mehrere Funktionen: Erhellung der Umgebung, Anlockung der Beute, Feindabwehr, Kommunikation untereinander und Fortpflanzung - Männchen und Weibchen zeigen eine unterschiedliche Blinkfrequenz [1; 2].

Verbreitung

Pazifik: Westlicher Pazifischer Ozean von Südjapan bis Australien und von den Philippinen und Indonesien bis zum Tuamotu-Archipel in Französisch-Polynesien: Amerikanisch Samoa, Australien, Cook-Inseln, Fidschi, Französisch Polynesien Guam, Indonesien, Japan, Kiribati, Marshall-Inseln; Mikronesische Föderation, Nauru; Neukaledonien, Niue, Nördliche Marianen, Osttimor, Palau, Papua-Neuguinea, Philippinen, Samoa, Salomonen, Tokelau, Tonga, Tuvalu, US Minor Outlying Islands (?); Vanuatu, Wallis und Futuna [1].

Lebensraum und Lebensweise

Große Laternenfische leben an tropischen Korallenriffen in Tiefen bis zu 400 m. Sie sind nachtaktiv, verbringen den Tag verborgen in Höhlen und Nischen der Korallen und suchen während der Nacht auch im Flachwasser nach Zooplankton [1; 3; 5].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde im Rahmen der Roten Liste der IUCN 2020 erstmals beurteilt. Da keine wesentlichen Risiken bekannt sind, wurde sie als nicht-gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN).

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Für die Fischerei ist die Art bedeutungslos, sie findet sich jedoch gelegentlich im Aquarienfischhandel [1].

Haltung

Laternenfische sind nur für erfahrene Halter geeignet. Für die Haltung einer Gruppe wird ein Becken von etwa 2'000 l empfohlen. Eine reich strukturierte Beckeneinrichtung mit Höhlen und Nischen ist nötig, damit die Fische ihr natürliches Verhalten zeigen und nicht unter Stress leiden. Störungen von außen, wie wechselnde Lichtverhältnisse oder Lärm sollten vermieden werden [2; 3].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in nur ganz wenigen europäischen Einrichtungen gezeigt, darunter solchen im deutschsprachigen Raum. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1856 vom niederländischer Ichthyologen Pieter BLEEKER als "Heterophthalmus katoptron" beschrieben. 1868 stellte sie der österreichische Ichthyologe Rudolf KNER in die neue, monotypische Gattung Anomalops [1].

Literatur und Internetquellen

  1. FISH BASE
  2. GEIGENFEIND, I. (2005)
  3. MEERWASSER-LEXIKON
  4. MOORE, J. (2020). Anomalops katoptron. The IUCN Red List of Threatened Species 2020: e.T123355696A123356167. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2020-1.RLTS.T123355696A123356167.en . Downloaded on 10 April 2020.
  5. ZOO BASEL

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Gelesen 903 mal Letzte Änderung am Freitag, 10 April 2020 14:39
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx