Zahnwachteln

Schopfwachtel

Kalifornische Schopfwachtel (Callipepla californica), EXOTIS-Ausstellung Thun 2018 Kalifornische Schopfwachtel (Callipepla californica), EXOTIS-Ausstellung Thun 2018
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Hühnervögel (GALLIFORMES)
Unterordnung: Fasanenverwandte (PHASIANI)
Familie: Zahnwachteln (Odontophoridae)
Unterfamilie: Neuwelt-Zahnwachteln (Odontophorinae)

D LC 650

Kalifornische Schopfwachtel

Callipepla (= Lophortyx) californica • The California Quail • Le colin de Californie

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Kalifornische Schopfwachtel (Callipepla californica), Hahn, im Bodenseezoo Reutemühle, Überlingen © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung der Kalifornischen Schopfwachtel (Callipepla californica)

 

 

 

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Kalifornische Schopfwachteln (Callipepla californica) an der EXOTIS-Ausstellung Thun 2018 © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Kalifornische Schopfwachtel (Callipepla californica), Hahn, im Zoo Osnabrück © Martina Huemmer, Osnabrück

 

 

 

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Kalifornische Schopfwachtel (Callipepla californica) an der EXOTIS-Ausstellung Thun 2018 © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Die Kalifornische Schopfwachtel ist ein nicht gefährdeter Charaktervogel des Chaparrals, der durch seine Färbung und Kopftracht die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich zieht. Da er sich gut mit kleineren Vögeln vergesellschaften lässt, ist er recht häufig in europäischen Zoos zu sehen, obwohl sich nur wenige auf nordamerikanische Fauna spezialisiert haben.

Körperbau und Körperfunktionen

Kalifornische Schopfwachteln werden 23-27 cm lang, wovon 8-12 cm auf den Schwanz entfallen. Hähne wiegen im Mittel 176 g, Hennen 162 g. Die namengebende schwarze Federhaube wird von beiden Geschlechtern getragen, ist aber bei der Henne kürzer. Kopf und Kehle tragen beim Hahn eine schwarz-und-weiße Zeichnung, die bei der Henne fehlt. Ansonsten sind die Geschlechter ähnlich gefärbt [2; 3; 5].

Verbreitung

Nordamerika: Südwest-Kanada, Mexiko (Niederkalifornien), Vereinigte Staaten. Eingeführte Populationen in Argentinien, Australien, Chile, Neuseeland [1].

Lebensraum und Lebensweise

Die Kalifornische Schopfwachtel besiedelt den Chaparral, Halbwüsten, lichte Eichenwälder, Weinberge, Gärten und Parks in Höhenlagen bis 2'800 m, bleibt aber gegenüber dem  Menschen scheu. Sie ernährt sich zu 95% von Pflanzenmaterial. Solange sie ihren Flüssigkeitsbedarf mit Insekten und Sukkulenten decken kann, kommt sie ohne Oberflächenwasser aus [1; 4].

Im Winter bilden die Schopfwachteln Trupps von bis zu 60 Individuen, die sich ab Februar durch Abwandern unverpaarter Vögel sukzessive auflösen. Später wandern die Paare ab und besetzen Brutplätze. Das Nest wird gewöhnlich gut getarnt unter einem Busch angelegt. Das Gelege besteht aus 9-17 etwa 11 g schweren Eiern, die während 22-23 Tagen ausgebrütet werden [5].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat eine weite Verbreitung und einen deutlich zunehmenden Bestand. Sie wird daher nicht als gefährdet beurteilt (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Kalifornische Schopfwachteln werden als Sport oder zur Fleischgewinnung gejagt und laut IUCN gebietsweise für den internationalen Tierhandel gefangen [1], was allerdings in Anbetracht der leichten Züchtbarkeit der Vögel eher unwesentlich sein dürfte.

Haltung

Zahnwachteln sind selbst gegen wesentlich größere Hühnervögel aggressiv und sollten daher nicht mit solchen vergesellschaftet werden. Eine Gemeinschaftshaltung mit anderen Vögeln ist aber grundsätzlich möglich [3].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in über 60 Zoos gezeigt, von denen sich etwa ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Hühnervögel.

Nach der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs sind Hühnervögel ihren sozialen Bedürfnissen entsprechend paarweise, in Gruppen oder außerhalb der Brutzeit einzeln zu halten. Die Volieren müssen für ein Paar Wachteln eine Mindestfläche von 2 m², eine Höhe von 2 m und, bei Haltung in Außenvolieren, einen überdeckten Bereich oder Schutzraum aufweisen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Schopfwachtel wurde 1798 von George SHAW, einem englischen Arzt und Naturforscher, der als Kustos am Britischen Museum tätig war, als "Tetrao californicus" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Später kam sie in die von dem an der Ludwig-Maximilians-Universität in München tätigen Zoologen Johann Georg WAGLER aufgestellte Gattung Callipepla. Zeitweilig wurde sie auch der Gattung Lophortyx zugeordnet. Es werden 8 Unterarten anerkannt [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Callipepla californica. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22679603A131906420. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22679603A131906420.en . Downloaded on 09 October 2019.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  3. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  4. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  5. RAETHEL, H. S. (1988)

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Gelesen 809 mal Letzte Änderung am Montag, 14 Oktober 2019 14:15
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