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SCHMID, H., M. BURKHARDT, V. KELLER, P. KNAUS, B. VOLET & N. ZBINDEN (2001)

Die Entwicklung der Vogelwelt in der Schweiz.
L'évolution de l'avifaune en Suisse.

Avifauna Report Sempach 1, Annex. 444 S.; ISSN: 1424-7976.

Zusammenfassung:

Vogelgemeinschaften sind nicht statisch. Die Zahl der Individuen in einer Population kann von Jahr zu Jahr stark variieren. Sie ist von verschiedenen Faktoren abhängig, z.B. den Witterungsbedingungen zur Brutzeit oder im Winterquartier. Langfristige Entwicklungen werden erst erkennbar, wenn die Bestände kontinuierlich überwacht werden. Nur dann kann ein Monitoringprogramm die Funktion eines Frühwarnsystems übernehmen und die für den Naturschutz notwendigen Grundlagen liefern. Die Überwachung der Vogelbestände ist eine der Kernaufgaben der Schweizerischen Vogelwarte Sempach. Im Verlauf der Jahre ist eine Fülle von Daten über die Verbreitung und Bestandsentwicklung der Vögel zusammengekommen.

Der vorliegende Band dokumentiert die Bestandsentwicklungen und ergänzt damit den Brutvogelatlas (Schmid et al. 1998) und die Avifauna (Winkler 1999a). Für eine grosse Zahl von Arten zeigt er die Trends, aber auch die Lücken in unserem Wissen auf. Überwachungsprojekte wurden für verschiedene Artengruppen und mit unterschiedlichen Zielen installiert. Sie sind im ersten Teil des Buches beschrieben. Beobachtungen seltener Arten werden in der Datenbank des Informationsdienstes gesammelt. Seit 1984 erheben wir diese Zufallsdaten nach bestimmten Regeln. Dazu entwickelten wir Auswertungsprogramme, die den unterschiedlichen Beobachteraufwand berücksichtigen. Das Pentadenprogramm ist besonders geeignet, um die Phänologie des Auftretens aufzuzeigen. Mit dem Brutvogelprogramm können Entwicklungen in der Zahl der besetzten Brutplätze dargestellt werden.

Verbreitete Brutvogelarten werden im Projekt Monitoring Häufige Brutvögel erfasst. Da dieses Projekt erst 1999 gestartet wurde, sind hier noch keine Ergebnisse präsentiert. Integriert wurden jedoch Daten aus dem Vorgängerprojekt Jahresübersichten, dem Monitoring Brutvögel in Feuchtgebieten, den Dauerbeobachtungsflächen und aus Spezialprojekten für verschiedene Arten. Präsentiert werden auch die Ergebnisse der winterlichen Wasservogelzählungen. Der Hauptteil des Buches enthält die Kapitel für rund 270 Vogelarten. Die Menge der verfügbaren Daten ist sehr unterschiedlich. Insgesamt sind die Wasservögel die am besten dokumentierte Artengruppe. Sie konzentrieren sich im Winter in grosser Zahl auf unseren Gewässern. Die Bestände der meisten Arten haben seit Beginn der Zählungen 1967 stark zugenommen. Im Verlauf des letzten Jahrzehnts sind sie für mehrere Arten stabil geblieben oder zurück gegangen.

Die Bestandsentwicklung der Brutvögel ist im Allgemeinen noch unbefriedigend dokumentiert. Für etliche Greifvogelarten existieren gute Daten. Sie weisen meist auf stabile oder steigende Bestände hin. Umgekehrt haben die Bestände von vielen Arten der Landwirtschaftsgebiete, Arten mit speziellen Habitatansprüchen sowie störungsempfindlichen Arten abgenommen.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx