Meere, Inseln, Antarktis

Galápagos

Galápagos-Seelöwe (Zalophus wollebaeki) an der Gardner Bay, Española Galápagos-Seelöwe (Zalophus wollebaeki) an der Gardner Bay, Española
© Thomas Althaus, Detligen

PAZ gala map
Lage des Galapagos-Archipels

 

 

PAZ gala PtaSuarez Blowhole As
Spritzloch an der Punta Suarez, Española (Hood Island) © Thomas Althaus, Detligen (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

 

 

PAZ gala PostOfficeBay Floreana As
Post Office, Floreana (Charles Island) © Thomas Althaus, Detligen (https://www.thomas-althaus-zoologe.net/bildergalerien/)

 

 

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Vegetation der Trockenzone auf Santa Fé © Thomas Althaus, Detligen

 

 

PAZ gala StaFe Baumopuntien As
Baumopuntien (Opuntia echios var. barringtonensis) auf Santa Fé (Barrington Island) © Thomas Althaus, Detligen

 

 

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Santa-Cruz-Riesenschildkröte (C. nigra porteri) in der Übergangszone mit reichlichem Graswuchs © T. Althaus, Detligen

 

 

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Der ubiquitär vorkommende Gold-Waldsänger (Setophaga petechia) auf Sta. Cruz (Indefatigable Island) © T. Althaus, Detligen

 

 

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Meerechsen (Amblyrhynchus cristatus) an der Punta Suarez, Española (Hood Island) © T. Althaus, Detligen

 

 

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Galápagos-Seelöwen (Zalophus wollebaeki) an der Gardner Bay, Española (Hood Island) © Thomas Althaus, Detlige

 

 

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Männlicher Prachtfregattvogel (Fregata magnificens) © T. Althaus, Detligen

 

 

PAZ gala Magnificent Frigate As
Junger Prachtfregattvogel (Fregata magnificens) © T. Althaus, Detligen

 

 

PAZ gala landlegua baltra As
Drusenkopf (Conolophus subcristatus)auf Baltra © T. Althaus, Detligen

Allgemeines

Die Galápagosinseln (spanisch Islas Galápagos; offiziell Archipiélago de Colón‚ Kolumbusarchipel) sind ein Archipel im östlichen Pazifischen Ozean. Sie liegen am Äquator ca. 1000 km westlich der Küste Südamerikas und  gehören zu Ekuador. Der Archipel besteht aus 13 größeren und über hundert kleinen bis kleinsten Inseln . Nur vier Inseln haben eine permanente Wohnbevölkerung. Es sind dies Isabela (4'588 km²), Santa Cruz (986 km²), San Cristóbal (558 km²) und Floreana (173 km²). Ferner unterhält die Ekuadorianische Armee auf Baltra (26 km²) eine Garnison. Unbewohnte, größere Inseln sind Fernandina (643 km²), San Salvador (585 km²), Marchena (130 km²), Española (61 km²), Pinta (59 km²), Santa Fé (24 km²), Pinzón (18 km²) und Genovesa (14 km²).

Der Archipel ist durch vulkanische Aktivitäten entstanden, die sich auf den Inseln Isabela und Fernandina heute noch bemerkbar machen. Der höchste Berg des Archipels ist mit 1'707 m der Vulkan Wolf auf Isabela, gefolgt vom Vulkan Cumbre auf Fernandina mit 1'476 m. Alle anderen Erhebungen erreichen keine 1'000 m.

Der Galápagos-Archipel ist ein Brennpunkt der Biodiversität. Von den 7'882 km² überwiegend mit Trockenbusch bewachsenen Landfläche sind 92.3% geschützt, aber nur 62.6% noch einigermaßen intakt. Von den 541 Arten Gefäßpflanzen sind 126 Arten endemisch, von den 151 Landwirbeltierarten deren 52.

Vegetation und Charakterpflanzen

Abhängig von der Höhenlage können auf den Galápagosinseln sechs verschiedene Vegetationszonen unterschieden werden.

In der Küstenzone, die bis zu einer Höhe von 10-20 m reicht, gedeihen vorab niedrige Halophyten wie Strandhafer (Sporobolus virginicus), Strandwinde (Ipomea pescaprae), mehrere Sonnenwende-Arten (Heliotropium spp.), salzresistente Sträucher  wie Salzbusch (Cryptocarpus pyriformis), Kleiner Bocksdorn (Lycium minimum), Roter Korallenstrauch (Sesuvium portulacastrum), der bis 10 m hohe, hochgiftige Manchinelbaum (Hippomane mancinella) sowie verschiedene Mangrovenarten.

Es folgt eine wasser- und nährstoffarme Trockenzone bis zu einer Höhe von etwa 100 Metern. Hier wachsen u.a. sechs endemische Arten von bis zu 9 m hoch werdenden Feigenkakteen (Opuntia spp.), stellenweise der endemische, bis 7 m hohe  Galápagos-Säulenkaktus (Jasminocrius thouarsii), der vielstämmige, bis 2 m hohe Lavakaktus (Brachycerius nesoticus) und der während der Trockenzeit kahle, lokal „Palo santo“ genannte Galápagos-Balsambaum (Bursera malacophylla). Ferner kommen Akazien (Acacia spp.), der mit langen Dornen ausgestattete Busch Scutia spicata var. pauciflora  und die gelb blühende, bis 8 m hohe Cordia lutea vor.

In der auf 150-300 m Höhe gelegenen Übergangszone herrscht ein neblig, feuchtes Klima, werden die Xerophyten von immergrünen Pflanzen abgelöst  und es gibt eine Krautschicht mit Gräsern und Farnen, eine Strauchschicht und mit Bartflechten (Ramalina usnea), Lebermoosen (Frullania spp.) und sonstigen Epiphyten bestückte Bäume. Augenfällig sind der Korallenbaum (Erythrina velutina), zwei Arten Guaven, die endemische  Psidium galapageium und die eingeführte, invasive P. guajava, und der lokal „Cafetillo“ genannte Brechstrauch Psychotria rufipes.

Weiter nach oben folgt die Scalesia-Urwaldzone, so genannt nach den dominierenden, zu den Asteraceae gehörenden Sonnenblumenbäumen (Scalesia spp.), die hier in 16 Arten vorkommen, teils als Büsche, teils als bis 20 m hohe Bäume (Scalesia pedunculata). Auch Galápagos-Baumfarne (Cyathea weatherbyana) und Sandelholzbäume (Zanthoxylum fagara) kommen vor. Ansonsten ähnelt die Vegetation jener der Übergangszone, soweit sie nicht landwirtschaftlicher Nutzung Platz machen musste.

Ab einer Höhe von 400 m wird der Scalesia-Wald durch Miconia-Busch abgelöst. Der hier vorkommende, endemische Kakaostrauch (Miconia robinsoniana) wird etwa vier Meter hoch. Er ist an vielen Stellen durch eingeführte, invasive Gehölze verdrängt worden und kommt in größeren Beständen nur noch auf Santa Cruz und San Cristóbal vor.

In den höchsten Lagen, etwa ab 550 m, befindet sich die Pampa-Zone, charakterisiert durch eine dichte Krautschicht mit Farnen, Gräsern, Seggen und gelegentlichen Chinarindenbäumen. Typische Arten sind der Adlerfarn  (Pteridium aquilinum) und das endemische Galápagos-Elefantengras (Pennisetum pauperum) sowie zwei eingeschleppte Pennisetum-Arten.

Typische Zootiere

Schwertwal, Tümmler, Mähnenrobbe, Kuhreiher, Kubaflamingo , Galapagos-Riesenschildkröte 

Weitere (endemische) Tierarten: Galápagos-Seelöwe (Zalophus wollebaeki) und Galápagos-Seebär (Arctocephalus galapagoensis), beide stark gefährdet,  fünf Arten Galápagos-Reisratten (Nesoryzomys spp.), von denen zwei bereits ausgestorben sind, sowie zwei Fledermaus-Arten (Lasiurus cinereus und  Lasiurus brachyotis). Von den rund 60 Brutvogelarten sind 28 endemisch, darunter der Galápagos-Pinguin (Spheniscus mendiculus), die flugunfähige Galápagosscharbe (Phalacrocorax harrisi), der Galápagosalbatros (Phoebastria irrorata), 4 Arten Spottdrosseln (Nesomimus spp.) und 13 Arten Darwinfinken (Geospizinae).  Die Reptilienfauna umfasst 55 Arten, Davon sind 43 Arten endemisch, darunter, nebst den Riesenschildkröten,  Galápagos-Landleguane (Conolophus spp.) und Meerechse (Amblyrhynchus cristatus). An Amphibien kommen nur zwei eingeschleppte Arten vor und es gibt neun Arten Süßwasserfische, darunter der eingeführte Nilbarsch (Lates niloticus).

Im Meer um Galápagos kommen zahlreiche Walarten vor, darunter, nebst dem häufigen Tümmler und dem Schwertwal: Buckelwal (Megaptera novaeangliae), Pottwal (Physeter catodon),  Kleiner Schwertwal (Pseudorca crassidens), Kurzflossen-Grindwal (Globicephala macrorhynchus), Ostpazifischer Fleckendelfin (Stenella longirostris). Ferner sind 444 Fischartens aus 112 Familien dokumentiert, wovon 9.2% endemisch sind. So z.B. unter den Haien der  Galapagos-Bullenhai (Heterodontus quoyi), währenddem der Galápagoshai (Carcharhinus galapagensis) hier zwar häufig ist, aber auch andernorts vorkommt.

Literatur und Internetquellen

FALKENBERG, W. (2013)
HARRIS, M. (1974)
MITTERMEIER, R.A., MYERS, N. & GOETTSCH-MITTERMEIER, C. (1999)
GALAPAGOS SPECIES CHECKLIST  
GALAPAGOS CONSERVANCY 
PARQUE NACIONAL GALÁPAGOS

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Gelesen 7007 mal Letzte Änderung am Dienstag, 12 April 2022 08:50
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx