Meere, Inseln, Antarktis

Hawaiische Inseln

Klischee auf Fototapete: Hawaiischer Traumstrand - Blauer Himmel, weißer Sand und Palmen Klischee auf Fototapete: Hawaiischer Traumstrand - Blauer Himmel, weißer Sand und Palmen
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Die Hawaiischen Inseln über dem Wind. Von rechts nach links: Hauptinsel, Maui, südlich davon Kahoolawe, Lanai, Molokai, Oahu, Kauai, Niihau

 

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Strand mit Granitfelsen auf Maui. Bild Karim Jawed auf Wikimedia Commons

 

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Der Mauna Loa, höchster Berg Hawaiis. Bild US Geological Survey

 

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Eruption des Mauna Loa. Bild US Geological Survey

 

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Oahu-Wald-Naturschutzgebiet. Bild US Fish and Wildlife Service

 

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Flaches Land und See auf Laysan - Brutgebiet des Laysan-Aöbatrosses (Phoebastria immutabilis). Bild Cindy Rehkemper, US Department of the Interior

 

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Standort von Argyroxiphium sandwicense subsp. macrocephalum im West Rim Haleakala Nationalpark auf Maui © Forest & Kim Starr, http://www.llifle.com, CC-BY-SA Creative Commons Attribution License

 

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Akoko (Euphorbia celastroides). Bild US Fish and Wildlife Service

 

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Hawaii-Mönchsrobbe (Neomonachus schauinslandi). Bild US Fish and Wildlife Service

 

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Hawaii-Kleidervogel oder Hawaii-Amakihi (Chlorodrepanis virens). Bild US Fish and Wildlife Service

 

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Hawaii-Nektarvogel oder ʻIiwi (Drepanis coccinea). Bild US Fish and Wildlife Service

 

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Hawaii- oder Nenegänse (Branta sandvicensis). Bild US Fish and Wildlife Service

 

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Suppenschildkrötre (Chelonia midas). Bild US Fish and Wildlife Service

 

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Laysan-Ralle (Zapornia palmeri). Illustration von John Gerrard Keulemans (1842-1912) in Walter Rothschild. The Avifauna of Laysan and the neighbouring islands with a complete history to date of the birds of the Hawaiian possession. London: R.H. Porter, 1893-1900.

Allgemeines

Die Hawaiischen Inseln sind ein in der Mitte des Pazifiks gelegener, durch vulkanische Aktivitäten entstandener Archipel von über 60 Inseln, bestehend aus den Inseln über dem Wind mit der Hauptinsel Hawaii (10'432 km²), Maui  (1'884 km²), Oahu (1'557 km²), Kauai (1'433 km²) und einigen weiteren, sowie den nordwestlich gelegenen, nicht permanent besiedelten Inseln unter dem Wind, die früher entstanden sind und heute nur noch als kleine, flache Eilande oder als Atolle in Erscheinung treten.

Die Inseln über dem Wind erheben sich dagegen bis über 4'000 m über den Meeresspiegel mit den Vulkanen Mauna Loa (4'170 m) und Mauna Kea (4'201) als höchsten Gipfeln. Entsprechend der unterschiedlichen Topographie ist die Vielfalt an Lebensräumen recht groß und reicht von Sandstränden, Felsküsten und Sümpfen über Regen- und Trockenwälder bis zu echt alpinen Habitaten. Die den Passatwinden ausgesetzten Gipfel erhalten enorme Niederschläge, der Alakai-Sumpf auf Kauai ist mit 12'000 mm Regen der niederschlagsreichste Ort der Welt.

Bedingt durch die isolierte Lage des Archipels, die unterschiedlichen Entstehungszeiten der einzelnen Inseln und die vielfältigen Lebensräume entwickelte sich auf Hawaii eine eigenständige Fauna und Flora mit einer großen Artenvielfalt und einem außerordentliche hohen Anteil an Endemiten. So sind 99 % der terrestrischen Tiere und etwa 95 % der Blütenpflanzen, die ursprünglich auf Hawaii vorkamen, endemisch. Ergänzt wurde die einheimische Fauna und Flora in jüngerer Zeit durch gebietsfremde Arten, die durch den Menschen unabsichtlich eingeschleppt oder absichtlich eingesetzt wurden. Die Hawaiischen Inseln sind Teil des Polynesisch-mikronesischen Brennpunkts der Biodiversität (MITTERMEIER et al., 1999).

Vegetation und Charakterpflanzen

Die Farne sind auf den Hawaiischen Inseln mit über 70 Arten vertreten, wobei das Spektrum von den moosähnlichen, nur 25 mm hohen Schleierfarnen (Hymenophyllum und Trichomanes) über Epiphyten (z.B. Asplenium nidus) bis zu Baumfarnen (z.B. Cibotium) reicht, von denen manche bis 25 m hoch werden können. Farne gehören zu den ersten Pflanzen, die sich auf erkalteten Lavafeldern ansiedeln, so z.B. Saddleria cyatheoides oder Nephrolepis cordifolia. Berühmt sind die fünf Silberschwertarten (Argyroxiphium), die einen kurzen,  verholzten Stamm und silbern schimmernde, aufrechtstehende, schwertförmige Blätter haben. Diese Pflanzen blühen erst nach 7-20 Jahren, wenn sie eine Höhe von 1.5 m erreicht haben (KEAST, 1967). Allgemein lässt sich bei Krautpflanzen eine Tendenz zur Verholzung und zu busch- oder baumförmigem Wuchs feststellen, der mit geringer oder fehlender Konkurrenz durch andere Baumarten erklärt werden kann (ERHARDT, 2008).

Tierwelt

Vor den Küsten der Hawaiischen Inseln lebt eine Vielzahl pelagischer und Korallenfische, von denen etlich auch in Aquarien gezeigt werden. Die vom Aussterben bedrohte Hawaii-Mönchsrobbe (Neomonachus schauinslandi) kommt um die ganze Inselkette vor, Paarung und Geburt finden fast usschließlich auf sechs Atollen und kleinen Eilanden der Inseln unter dem Wind statt..

Ursprünglich gab es auf Hawaii keine Reptilien und Amphibien, und an Säugetieren, nebst marinen Arten, nur eine Fledermausart. Dafür sind die Arthropoden, vor allem die Insekten, mit geschätzten 7'000 bis 10'000 endemischen Arten sehr gut vertreten.

Die bereits durch die Polynesier dezimierte Vogelwelt Hawaiis umfasste zu Beginn der historischen Neuzeit  71 bekannte Arten. Seitdem sind davon 23 ausgestoben. Von den überlebenden 48 gelten 30 als gefährdet, stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Die Gefährdung der hawaiischen Vögel ist durch verschiedene, durch die menschliche Besiedlung verursachte Faktoren bedingt. So führte die Vogelmalaria, die bei Festlandvögeln häufig, aber meist klinisch unauffällig vorkommt, bei den Vogelarten Hawaiis zu einem flächenhaften Aussterben, nach dem die den Erreger übertragende Mückenart eingeschleppt worden war. Heute kommen deshalb unter 500 m. ü. M. praktisch keine einheimischen Landvögel mehr vor (CEREGHETTI, 2012, dort weitere Quellen).

Die Kleidervögel (Drepanididae) stammen vermutlich von einem einzigen Besiedlungsereignis aus dem sich 42 unterschiedlich spezialisierte Arten entwickelten, die dank unterschiedlichen Schnabelformen verschiedenste Nahrungsquellen, wie Samen, Nektar oder Insekten nutzen können. Davon sind 20 Arten ausgestorben. Von den Hawaii-Honigfressern (Mohoidae) gab es einst fünf Arten, die alle im 19. oder 20.Jahrhunder ausgestorben sind (ERHARDT, 2008).

Auf Inseln, auf denen keine Beutegreifer vorkommen, haben viele Rallen ihre Flugfähigkeit aufgegeben. Das machte sie zu leichten Opfer der vom Menschen eingeschleppten oder eingeführten Fressfeinde, wie Ratten, Mangusten, Hauskatzen und Haushunde (DOLLINGER et al. 2014, dort weitere Literatur). Auf Hawaii sind von den vier Rallenformen die beiden flugunfähigen ausgestorben. Die Hawaiiralle (Zapornia sandwichensis) verschwand bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts, die Laysan-Ralle (Zapornia palmeri) trotz Umsiedlungsaktionen im Jahr 1944 (Rote Liste von BIRDLIFE/IUCN).

Von den ursprünglich etwa 10 Gänsevögeln wurde die Mehrzahl bereits nach der Besiedlung durch die Polynesier, etwa ab dem Jahr 400 unserer Zeitrechnung, ausgerottet, darunter die vier Arten der flugunfähigen und mit einem schildkrötenartigen Schnabel ausgestatteten Moa-Nalos (Chelychelynechen quassus, Thambetochen chauliodous, Th. xanion und Ptaiochen pau) und die erst 2009 beschriebene, vermutlich nachtaktive und flugunfähige Talpanas lippa (IWANIUK et al., 2009).  Nur drei Arten haben es bis in die Neuzeit geschafft. Auch diese, die Hawaii- oder Nenegans, die  Laysanente und die Hawaii-Ente (Anas wyvilliana) hätte ohne ex situ-Zucht und Wiederansiedlungsprogramme dasselbe Schicksal ereilt.

Typische Zootiere

Nenegans, Laysanente, Hawaii-Ente (Anas wyvilliana). Gelber Segelflossen-Doktorfisch, Hawaii-Borstenzahndoktorfisch (Ctenochaetus hawaiiensis), Hawaii-Kugelfisch (Canthigaster jactator), Hawaii-Doktorfisch (Acanthurus achilles).

Literatur und Internetquellen

CEREGHETTI, N. (2012)  
DOLLINGER, P. (2014)  
ERHARDT, A. (2008)

FULLER, E. (1987)  
Hawaii's Audubon Society (ed., 2005)
IWANIUK, A.N., OLSON, S. L. & JAMES, H. F. (2009)

KEAST, A. (1967)
MITTERMEIER, R.A., MYERS, N. & GOETTSCH-MITTERMEIER, C. (1999)

BirdLife International. 2012. Zapornia palmeri; Zapornia sandwichensis. The IUCN Red List of Threatened Species 2012.Downloaded on 06 December 2015.

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Gelesen 3840 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 08 Oktober 2020 15:32
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx