Laub-, Ried- und Beutelfrösche

Rotaugen-Laubfrosch

Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas) im Tiergarten Nürnberg Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas) im Tiergarten Nürnberg
© Helmut Mägdefrau, TG Nürnberg

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)

Familie: Laubfrösche (Hylidae)
Unterfamilie: Greiffrösche (Phyllomedusinae)

D LC 650

EEPRotaugenlaubfrosch

Agalychnis callidryas • The Red-eyed Tree Frog • La grenouille aux yeux rouges

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Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas) im Tiergarten Nürnberg © Helmut Mägdefrau, TG Nürnberg

 

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Approximative Verbreitung des Rotaugenlaubfroschs (Agalychnis callidryas)

 

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Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas) im Amplex, Costa Rica © Peter Janzen, DGHT

 

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Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas) im Tiergarten Nürnberg © Stefan Hippel, Nürnberger Nachrichten

 

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Gelege eines Rotaugenlaubfroschs (Agalychnis callidryas) © Peter Janzen, DGHT

 

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Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas) im Tierpark Chemnitz © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

Weitere Bilder auf BioLib

 

Der Rotaugen-Laubfrosch ist eine der am schönsten gefärbten Froscharten und eignet sich daher bestens als Botschafterart für den Amphibienschutz und den Schutz der Tieflandwälder Mittelamerikas. Er wird deshalb recht oft in europäischen Zoos gezeigt.

Körperbau und Körperfunktionen

Rotaugenlaubfrösche werden 4-8 cm lang, wobei die Männchen kleiner bleiben als die Weibchen. Die Schnauze ist spitz, die Augen groß mit auffallender roter Iris und vertikaler Pupille, das Trommelfell gut sichtbar. Der Körper ist schlank und etwas abgeplattet. Die Beine sind lang und schlank, an allen Fingern und Zehen, die opponierbar sind, mit gut entwickelten Haftscheiben. Die Färbung ist oberseits hellgrün, an den Flanken himmelblau mit gelben Querbändern, die Beine eventuell mit blauen Partien und die Füße orangerot [2; 5; 6]

Verbreitung

Mittelamerika von Veracruz und Oaxaca in Mexiko südwärts bis Panama [7].

Lebensraum und Lebensweise

Der Rotaugen-Laubfrosch ist ein typischer Flachlandbewohner, der in primären Regenwäldern, Sekundärwäldern und Mangrovenbeständen von Seehöhe bis auf gegen 1'000 m lebt. Das Vorhandensein von temporären oder permanenten Tümpeln ist für die Fortpflanzung unabdingbar. Ein Gelege besteht aus im Mittel 50, im Extremfall bis zu 265 hellgrünen Eiern, die in Trauben auf Blätter abgelegt werden. Nach 7-8 Tagen schlüpfen die Larven und gleiten ins Wasser, wo sie nach etwa 50 Tagen metamorphosieren [4; 5].

Gefährdung und Schutz

Der Rotaugen-Laubfrosch hat eine weite Verbreitung und immer noch einen großen Bestand, aber viele Populationen leiden unter Lebensraumverlust und nehmen ab. In einer Beurteilung aus dem Jahr 2008 wurde die Bestandsabnahme aber nicht als sehr gravierend angesehen und die Art wurde nicht als gefährdet eingestuft [7].

Der internationale Handel mit allen Arten der Gattung Agalychnis ist seit Mitte 2010 nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich im Heimtierhandel. Von 2010-2016 wurden aus Costa Rica 144 und aus Nikaragua 1'234 Wildfänge ausgeführt. Im selben Zeitraum wurden rund 198'000 Nachzuchttiere international verschoben. Bis auf 4'000 kamen alle aus Zuchten in Nikaragua [3].

Haltung

Im Terrarium kann die Fortpflanzung durch eine Trockenzeit von 8 Wochen bei einer relativen Luftfeuchte von 60-70% und darauffolgendem Beregnen induziert werden [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 50 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Wie Rotaugenlaubfrösche gehalten werden (Beispiel): Vivarium im Tierpark Chemnitz siehe ZOOLEX Gallery

Taxonomie und Nomenklatur

Der Rotaugen-Laubfrosch war 1862 von dem amerikanischen Zoologen Edward Drinker COPE aus Philadelphia als "Hyla callidryas" beschrieben worden. Bereits zwei Jahre später stellte ihn COPE in die Gattung Agalychnis. In der Folge wurde er zwischen dieser und Phyllomedusa hin- und hergeschoben. Seit 1968 gilt Agalychnis [1].

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THR WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. HERRMANN, H. J. (2005)
  5. HESELHAUS, R. (1992)
  6. O'SHEA, M. & HALLIDAY, T. (2002)
  7. SOLÍS, F., wt al. (2008). Agalychnis callidryas. The IUCN Red List of Threatened Species 2008: e.T55290A11274916. http://www.iucnredlist.org/details/55290/0. Downloaded on 10 December 2017.

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Gelesen 1347 mal Letzte Änderung am Freitag, 16 Oktober 2020 14:55
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx