Laub-, Ried- und Beutelfrösche

Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch

Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch (Trachycephalus resinifictrix) im Tierpark Chemnitz Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch (Trachycephalus resinifictrix) im Tierpark Chemnitz
© Hermann Will, Tiergarten Nürnberg

Ordnung: Froschlurche (Anura)
Unterordnung: Moderne Froschlurche (Neobatrachia)

Familie: Laubfrösche (Hylidae)
Unterfamilie: Eigentliche Laubfrösche (Hylinae)

D LC 650

Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch

Trachycephalus resinifictrix • The Amazon Milk Frog • La rainette kunawalu

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Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch (Trachycephalus resinifictrix) im Tierpark Chemnitz © Axel Gebauer, Naturschutz-Tierpark Görlitz

 

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Approximative Verbreitung des Baumhöhlen-Krötenlaubfroschs (Trachycephalus resinifictrix)

 

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Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch (Trachycephalus resinifictrix) im Aquazoo Düsseldorf © Sandra Honigs, Aquazoo

 

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Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch (Trachycephalus resinifictrix) im Tierpark Chemnitz © Hermann Will, Tiergarten Nürnberg

 

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Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch (Trachycephalus resinifictrix) im Vivarium La Chaux-de-Fonds © © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch (Trachycephalus resinifictrix) im Reptilum Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Mit seinem kurzen Kopf und den großen Augen entspricht der Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch dem Kindchenschema. Er wirkt so als Sympathieträger, der sich bestens als Botschafterart für den Amphibienschutz und den Schutz der südamerikanischen Regenwälder eignet und daher sehr häufig in Zoos gezeigt wird.

Körperbau und Körperfunktionen

Beim Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch erreichen die Männchen eine Kopf-Rumpflänge von 75, die Weibchen von 100-110 mm. Der Kopf ist breiter als lang, das Maul kurz und abgerundet, die großen Augen haben eine gelbe Iris mit vier dunklen Balken und eine horizontale Pupille, das Trommelfell ist deutlich sichtbar. Die Haut ist mit Warzen besetzt. Der Frosch ist - individuell unterschiedlich - auffällig braun und hellbraun-beige oder grau gezeichnet, mit cremefarbenen Trennlinien zwischen den Farbblöcken und einer hellen Tüpfelung der braunen Partien. Die an allen Fingern und Zehen vorhandenen großen Haftscheiben sind auffällig gelb oder türkis gefärbt [4].

Verbreitung

Nördliches Südamerika: (hauptsächlich Amazonasbecken): Bolivien, Brasilien, Ekuador, Französisch Guiana, ev. Guyana, Kolumbien, Peru, Surinam, Venezuela [5].

Lebensraum und Lebensweise

Der Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch lebt im Kronenbereich primärer Regenwälder oder von Sekundärwäldern, ferner in Savannen und Sumpfwäldern. Die Tiere halten sich tagsüber und oft auch nachts in Baumhöhlen auf, in denen die Männchen auch rufen, und die als Laichort dienen. Die Weibchen legen etwa 1'000 Eier in wassergefüllte Baumhöhlen oder Astgabeln (Phytotelmen) und können mehrere Gelege pro Saison produzieren. Die Larven schlüpfen nach einem Tag. Sie fressen im Gelege vorhandene, unbefruchtete Nähreier und werden bis zur Metamorphose bis 38 mm lang [3].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist weit verbreitet und gilt als häufig, obwohl viele Populationen unter Lebensraumverlust leiden. Nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2008 gilt sie daher nicht als gefährdet [5].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Wenn er sich bedroht fühlt, kann der Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch ein giftiges Sekret ausscheiden [4]. Die Art befindet sich im Heimtierhandel.

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 80 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In Österreich sind diese in Anlage 4 der 2. Tierhaltungsverordnung, in der Schweiz in Anhang 2, Tabelle 6 der Tierschutzverordnung festgelegt.

Wie Krötenlaubfrösche gehalten werden (Beispiel): Vivarium im Tierpark Chemnitz siehe ZOOLEX Gallery

Taxonomie und Nomenklatur

Die Krötenlaubfrösche wurden im Lauf der Zeit allen möglichen Gattungen zugeordnet: Acrodytes, Argenteohyla, Hyla, Hypsiboas, Rana, Scytopis und zuletzt Phrynohyas. Heute wird die Gattung Trachycephalus genannt, sie umfasst mittlerweile 16 Arten [1; 2]

Der Baumhöhlen-Krötenlaubfrosch wurde 1907 vom Schweizer Zoologen Emil August GOELDI, der von 1894-1905 Direktor des Museo Paraense in Belém war, als Hyla resinifictrix beschrieben. 1973 wurde er in die Gattung Phrynohyas und 2005 in Trachycephalus gestellt [1]. Ein Co-Typus-Exemplar befindet sich heute in der Sammlung des Naturhistorischen Museums Bern [4]. Der frühere wissenschaftliche Name Phrynohyas resinifectrix wird immer noch gelegentlich verwendet.

Literatur und Internetquellen

  1. AMPHIBIAN SPECIES OF THR WORLD
  2. AMPHIBIAWEB
  3. HERRMANN, H. J. (2005)
  4. HONIGS, S., MESSING, M. & PELZER, B. (2014)
  5. LA MARCA, E. et al. (2010). Trachycephalus resinifictrix. The IUCN Red List of Threatened Species 2010: e.T55823A11373135. http://www.iucnredlist.org/details/55823/0. Downloaded on 10 December 2017.

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Gelesen 9811 mal Letzte Änderung am Samstag, 29 Januar 2022 14:31
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx