Schmetterlinge (Lepidoptera)

Pfauenspinner (Saturniinae)

Atlasspinner (Attacus atlas) im Papiliorama Kerzers Atlasspinner (Attacus atlas) im Papiliorama Kerzers
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Stamm: Gliedertiere (ARTHROPODA)
Unterstamm: Sechsfüßer (HEXAPODA)
Klasse: Insekten (INSECTA)
Unterklasse: Fluginsekten (PTERYGOTA)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Unterordnung: Glossata
Überfamilie Bombycoidea
Familie: Pfauenspinner (Saturniidae)
Unterfamilie: Eigentliche Pfauenspinner (Saturniinae)

D NB 650

Atlasspinner

Attacus atlas • The Atlas MothLa mite de l'Atlas

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Atlasspinner (Attacus atlas) im Zoo-Vivarium Darmstadt © Frank Velte, Zoo-Vivarium Darmstadt.

 

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Puppen und Imagines des Atlasspinner (Attacus atlas) im Mariposario de Drago, Icod de los Vinos, Tenerife © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Atlasspinner (Attacus atlas) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Atlasspinner (Attacus atlas) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Atlasspinner (Attacus atlas) bei Paarung im Zoo Krefeld © Hella Hallmann, Krefeld

 

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Puppen des Atlasspinners (Attacus atlas) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Verbreitung 

Süd- bis Australasien: Südchina, Indien, Brunei, Indonesien, Malaysia, Osttimor, Philippinen, Singapur, Papua-Neuguinea

Biologie

Der Atlasspinner, von dem es zahlreiche Unterarten gibt, kann eine Spannweite von bis zu 25 cm erreichen und weist mit 400 cm² nach dem Herkulesspinner (Coscinocera hercules) aus Neuguinea die zweitgrößte Flügelfläche aller Schmetterlinge auf. Die äußeren Enden der Vorderflügel ähneln einem Schlangenkopf und sollen eingesetzt werden, um Fressfeinde zu verwirren. Ruhende Atlasspinner sind in ihrem natürlichen Lebensraum schwer zu entdecken, weil sie sich durch ihre Färbung und Musterung an die lebenden und verdorrten Blätter ihrer Umgebung anpassen [1; 3].

Seine riesigen, bis 12 cm langen Raupen sind von fleischigen Auswüchsen bedeckt und ihr Körper ist weiß gepudert. Sie ernähren sich bevorzug von Blättern von dem Mahagonigewächs Santol (Meliaceae: Sandoricum indicum), aber auch von Guaven (Psidium spp.), Zitruspflanzen (Citrus spp.) Ingwer (Zingiber officinale), Rambutan (Nephelium lappaceum) oder Stachelannonen (Annona muricata). Sie verpuppen sich zwischen den Blättern ihrer Futterpflanzen in einem spindelförmigen Kokon, der zur Sicherung mit einem starken Faden an den Zweigen befestigt ist und eher einer Baumfrucht gleicht als einem von einem Insekt angefertigten Gebilde. Die geschlüpften Falter leben nur etwa 10 bis maximal 20 Tage. Da sie keine Mundwerkzeuge besitzen, nehmen sie in dieser Zeit keinerlei Nahrung zu sich [1; 2; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Imagines des Atlasfalters werden gesammelt und zumeist als ganze Falter zu Wandschmuck verarbeitet. In Taiwan werden die sehr stabilen Kokons des Atlasfalters als Geldbörsen verwendet [4].

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Phalaena atlas" beschrieben und kam später in die 1767 ebenfalls von LINNÉ begründete Gattung Attacus [5]. Mit dem Atlasgebirge hat sein Name nichts zu tun. Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass er wegen seiner Größe nach dem riesigen Titanen "Atlas" der altgriechischen Mythologie benannt wurde.

Literatur und Internetquellen

  1. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  2. LANDMAN, W, (2009)
  3. LEARN ABOUT BUTTERFLIES
  4. MENTAL FLOSS
  5. NIC.FUNET.FI

D NB 650

Kleines Nachtpfauenauge

Saturnia pavonia • The Small Emperor MothLe petit paon de nuit

Das Nachtpfauenauge war 2012 in Deutschland der "Schmetterling des Jahres"

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Kleines Nachtpfauenaugen-Weichen (Saturnia pavonia) im Zoo-Vivarium Darmstadt © Frank Velte, Zoo-Vivarium

 

 

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Kleines Nachtpfauenaugen-Männchen (Saturnia pavonia) im Zoo-Vivarium Darmstadt © Frank Velte, Zoo-Vivarium

 

 

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Junge Raupe des Kleinen Nachtpfauenauges (Saturnia pavonia), Jussy bei Genf © Paolo Mazzei (mazzeip@tin.it)

 

 

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Ältere Raupe (2.letztes Stadium) des Kleinen Nachtpfauenaugens (Saturnia pavonia), Kantabrien © Teresa Farino, Iberian Wildlife Tours

 

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Verbreitung 

Paläarktis: Weite Teile Mittel- und Nordeuropas und ostwärts bis Zentralasien.

Biologie

Beim Nachtpfauenauge haben Männchen eine Flügelspannweite von 46-60 mm, Weibchen von 51-72 mm. Die junge Raupe ist vorerst schwarz, im Laufe ihrer Entwicklung ändert sie ihre Farbe mehrmals und sie bekommt unterschiedlich lange, weiße und schwarze  Haare [3].

Der Lebensraum des Kleinen Nachtpfauenauges sind Heidelandschaften und Hochmoore, Steppen und andere naturnahe offene Landschaften, aber auch kleinere Laubwälder und verwilderte Gärten. In Städten, größeren geschlossenen Waldgebieten und ausgeräumten Agrarlandschaften fehlt die Art und wegen des fortschreitenden Landschaftsverbrauchs ist ihr Bestand regional stark zurückgegangen.

Die Weibchen halten sich tagsüber versteckt und geben Duftstoffe (Pheromone) ab, um Männchen anzulocken. Die Männchen nehmen diesen Duft kilometerweit mit ihren großen fächerförmigen Fühlern wahr und finden so zu den Weibchen. Nach der Begattung fliegen die Weibchen los und suchen geeignete Futterpflanzen, an denen sie ihre Eier ablegen. Die Raupen ernähren sich von einer Vielzahl von Pflanzen, darunter Heidekraut, Heidelbeere und Schlehdorn. Im Spätsommer spinnen sie sich in einen festen Kokon ein. Die Schmetterlinge schlüpfen im Frühjahr des nächsten Jahres, teilweise aber auch erst im übernächsten Jahr. Letztere werden „überliegenden“ Puppen genannt und sichern den Fortbestand der Art, falls einmal die gesamte Jahres-Population durch Krankheiten oder bei klimatisch sehr ungünstigen Bedingungen sterben sollte [1, 2; 3; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Das Kleine Nachtpfauenauge wurde von der BUND NRW Naturschutzstiftung und der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V. zum Schmetterling des Jahres 2012 gewählt. Damit sollte auf einen der größten und farbenprächtigsten einheimischen Nachtfalter aufmerksam gemacht werden [4].

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Phalaena pavonia" beschrieben und kam später in die 1802 geschaffene Gattung Saturnia [5].

Literatur und Internetquellen

  1. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  2. LANDMAN, W, (2009)
  3. NATUR SCHMETTERLINGE
  4. SCHMETTERLING DES JAHRES 2012
  5. NIC.FUNET.FI

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Gelesen 5895 mal Letzte Änderung am Dienstag, 12 April 2022 08:55
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx