Schmetterlinge (Lepidoptera)

Eigentliche Ritterfalter (Papilioninae)

Schwalbenschwanz (Papilio machaon) Schwalbenschwanz (Papilio machaon)
Alex Giltjes; Public Domain

Stamm: Gliedertiere (ARTHROPODA)
Unterstamm: Sechsfüßer (HEXAPODA)
Klasse: Insekten (INSECTA)
Unterklasse: Fluginsekten (PTERYGOTA)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Unterordnung: Glossata
Überfamilie Papilionoidea
Familie: Ritterfalter (Papilionidae)
Unterfamilie: Eigentliche Ritterfalter (Papilioninae)

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 Neue Tierart

D LC 650

Schwalbenschwanz

Papilio machaon • The Old World Swallowtail • Le machaon ou grand porte-queue

I papilio machaon PAP PD1
Schwalbenschwanz (Papilio machaon) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

I papilio machaon PAP PD2
Schwalbenschwänze (Papilio machaon) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

I papilio machaon mazza
Schwalbenschwanz-Raupe (Papilio machaon), Vivaro Romano, Italien © Paolo Mazzei (https://www.leps.it/indexjs.htm?SpeciesPages/PapilMacha.htm) - May not be used for commercial purposes!

 

 

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Verbreitung 

Das Verbreitungsgebiet des Schwalbenschwanzes erstreckt sich über große Teile der Nordhalbkugel von Europa bis Sachalin, China und Japan. In Nordamerika leben mehrere nah verwandte Arten, die von manchen Autoren auch als  oder Unterarten angesehen werden [1].

Europa und Mittelmeerraum: Ägypten, Albanien, Algerien, Andorra, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Israel, Italien, Jordanien, Kosovo, Kroatien, Libanon, Libyen, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Marokko, Moldawien, Montenegro, Niederlande, Nordmazedonien, Norwegen, Österreich, Palästina, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz,  Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Syrien, Tschechien, Tunesien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Weißrussland; Zypern. Ausgestorben in Dänemark [6].

Biologie

Der Schwalbenschwanz ist ein auffällig schnell fliegender Ritterfalter, der in sonnigem und offenem Gelände, wie z. B. mageren Grünlandbeständen, auf Trockenrasen, artenreichen Magerwiesen und in Sumpfgebieten lebt. Auf Ackerflächen wird er nur vereinzelt gefunden, in Gärten vor allem, wenn dort seine Futterpflanzen angebaut werden. Die vertikale Verbreitung reicht von Meereshöhe bis ins Gebirge auf eine Höhe von 2000 Metern. Die bis zu 500 Eier werden in Bodennähe an den Blättern der Futterpflanze abgelegt. Die Falter bevorzugen dabei insbesondere vereinzelt stehende Futterpflanzen, die sie direkt anfliegen können. Die Raupen findet man vereinzelt an Doldengewächsen aber auch an anderen Pflanzen mit gleichen chemischen Inhaltsstoffen, in Südeuropa auch oft an den Blättern der Zitruspflanzen (Citrus). Wenn die Raupen sich bedroht fühlen, stülpen sie zur Abschreckung eine orange gefärbte Nackengabel (Osmaterium) aus, die einen Duftstoff absondert. Dieser wehrt z. B. Ameisen ab. Wenn das mehrmalige Ausstülpen der Nackengabel keinen Erfolg hatte, flüchten sie. Die Raupen verpuppen sich zu grünen oder braungrauen Gürtelpuppen. Die Puppenruhe beträgt je nach Witterung im Frühjahr und im Sommer 12–19 Tage. Raupen, die sich spät im Jahr verpuppen, überwintern als Puppe. Die Imagines sind für ihre Gipfelbalz ("hilltopping") im Frühjahr bekannt. An markanten Erhebungen wie Hügeln, Bergkuppen oder Burgruinen segeln sie immer wieder den Hang hinab auf der Suche nach Geschlechtspartnern. In Teilen ihres Verbreitungsgebietes wandern sie und erschließen damit je nach klimatischen Verhältnissen zumindest zeitweise neue Lebensräume [1; 2; 4].

Die Raupen des Schwalbenschwanzes nutzen im Garten hauptsächlich Fenchel (Foeniculum vulgare), Karotte (Daucus carota) und Dill (Anethum graveolens) als Futterpflanzen, seltener Petersilie (Petroselinum crispum), Maggikraut (Levisticum officinale), Weinraute (Ruta graveolens) und Diptam (Dictamnus albus). In der Natur findet man die Raupen an anderen Doldenblütlern wie Giersch (Aegopodium podagraria), Bärenklau (Heracleum sphondylium), Bibernell (Pimpinella saxifraga), Kümmel (Carum carvi), Engelwurz (Angelica spp.), Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustre), Wasserschierling (Cicuta virosa) und wilde Möhre [3; 5; 6].

Gefährdung und Schutz

Gestützt auf eine mittlerweile revisionsbedürftige Beurteilung aus dem Jahr 2009 sind die europäische und die Mittelmeer-Population des Schwalbenschwanzes seit 2010 als "nicht-gefährdet" (LEAST CONCERN) in der Roten Liste der IUCN aufgeführt, weil sie eine weite Verbreitung haben und die Bestände anscheinend stabil sind [6]. In Deutschland hat sich der Bestand des Schwalbenschwanzes nach einem Tief in den 70er und 80er Jahren leicht erholt. Inzwischen gilt er hier nicht mehr als gefährdet [4].

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Schwalbenschwanz wird oft aus Liebhaberei gezüchtet [1].

Taxonomie und Nomenklatur

Der Schwalbenschwanz wurde 1758 von Carl von LINNÉ unter seinem heute noch gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben. In ihrem ausgedehnten Areal hat die Art zahlreiche Unterarten ausgebildet [1].

Literatur und Internetquellen

  1. GLOBAL BIODIVERSITY INFORMATION FACILITY
  2. LANDMAN, W, (2009)
  3. MOTHS AND BUTTERFLIES OF EUROPE AND NORTH AFRICA
  4. NABU - TIERE UND PFLANZEN
  5. SCHWALBENSCHWANZ.CH
  6. VAN SWAAY, C. et al. (2010). Papilio machaon. The IUCN Red List of Threatened Species 2010: e.T160213A5355943. https://www.iucnredlist.org/species/160213/5355943 . Downloaded on 23 August 2020.

D NB 650

Gewöhnlicher Mormone

Papilio polytes • The Common Mormon • Le mormon commun

I papilio polytes M KRE PD1
Gewöhnlicher Mormone (Papilio polytes), Männchen, im Krefelder Zoo © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

I papilio polytes map
Approximative Verbreitung des Gewöhnlichen Mormonen (Papilio polytes)

 

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Gewöhnlicher Mormone (Papilio polytes) im Son Tra-Naturschutzgebiet, Vietnam © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Gewöhnlicher Mormone (Papilio polytes) im Vat Ba-Nationalpark, Vietnam © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Verbreitung 

Asien: Von China bis Japan und von Pakistan bis Indonesien weit verbreitet [1; 4].

Biologie

Der Gewöhnliche oder Kleine Mormone besiedelt ein weites Spektrum an Lebensräumen, er kommt in Regenwald, offenen Wäldern, Savanne, Agrarland, Vorstadtgärten und selbst in Großstädten vor. Seine Flügelspannweite beträgt ca. 8-10 cm, wobei die Männchen kleiner sind als die Weibchen. Es handelt sich um eine polymorphe Art, d.h. sie hat verschiedene Erscheinungsformen. Bei den Männchen gibt es nur eine Form, bei den Weibchen drei, von denen zwei ungeniessbare Arten imitieren (Müllersche Mimikry). Futterpflanzen der Raupen sind Citrusgewächse (Rutaceae: Citrus spp., Merope angulata) und Currybaum (Rutaceae: Murraya koenigii). Die Puppen sind der Farbe des Untergrunds angepasst, d.h. Puppen an Blättern sind grün, solche an Stämmen braun. So werden sie von Fressfeinden eher übersehen [1; 3; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Es besteht ein wissenschaftliches Interesse an der Art und wegen ihrer guten Haltbarkeit ist sie in vielen Schmetterlingshäusern anzutreffen. Die Raupen gelten als Schädlinge für Citrus-Pflanzen [1]. Wie andere Papilio-Arten auch wird der Gewöhnliche Mormone zu Wandschmuck verabeitet. Die Preise für präparierte, nicht-montierte Exemplare sind äußerst variabel [Online-Inserate 2020).

Taxonomie und Nomenklatur

Der Gewöhnliche Mormone wurde 1758 von Carl von LINNÉ unter seinem heute noch gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben. In ihrem ausgedehnten Areal hat die Art zahlreiche Unterarten ausgebildet [1; 5].

Literatur und Internetquellen

  1. ANIMAL DIVERSITY WEB
  2. GLOBAL BIODIVERSITY INFORMATION FACILITY
  3. BUTTERFLIES OF SINGAPORE 
  4. LANDMAN, W, (2009)
  5. NIC.FUNET

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 Neue Tierart

D NB 650

Scharlachroter Schwalbenschwanz

Papilio rumanzovia • The Scarlet Mormon • Le machaon ecarlate

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Scharlachroter Schwalbenschwanz (Papilio rumanzobia) im Papiliorama Kerzers © Papiliorama

 

 

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Vorkommen des Scharlachroten Schwalbenschwanzes (Papilio rumanzovia) nach GBIF

 

 

I papilio rumanzovia PAP PD1
Scharlachroter Schwalbenschwanz (Papilio rumanzovia) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Unter Glas montierter Scharlachroter Schwalbenschwanz (Papilio rumanzovia), Online-Angebot von amazon.de, 2020

 

 

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Verbreitung 

Südostasien: Der Scharlachrote Schwalbenschwanz in den Philippinen weit verbreitet, kommt auch in Indonesien vor und wird gelegentlich in andern südostasiatischen Ländern festgestellt [1; 3].

Biologie

Die Flügelspannweite des Scharlachroten Schwalbenschwanzes beträgt etwa 12–14 cm. Es besteht ein ausgesprochener Geschlechtsdimorphismus, wobei die Männchen nur in einer Form auftreten, wobei oberseits die Farbe Schwarz doiminiert, die Weibchen dagegen in mehreren unterschiedlichen Formen, etwa mit breiten roten Streifen auf der Oberseite der Flügel oder auffälligen rot- oder schwarzweißen Mustern. Auf der Flügelunterseite haben beide Geschlechter unübersehrbare rote Muster, mit denen sie Feinde zu verscheichen versuchen. Die Hinterflügel haben einen gewellten Rand aber keinen Schwanzzipfel wie andere Schwalbenschwanz Arten. Die Raupen sind grün mit weißen, welligen Seiten. Auf dem Körper verlaufen braun-schwarze Bänder, der Kopf ist orange. Die Puppen sind grün mit einem helleren Bereich auf dem Abdomen. Der Kopf ist zweigliedrig und der Thorax leicht zugespitzt [2; 3].

Der Scharlachrote Schwalbenschwanz besiedelt vorzugsweise Primärwälder. Sie Imagines ernähren sich von Nektar. Die Futterpflanzen der Raupen sind Citrus-Arten. Die Männchen halten sich oft auf feuchten, schlammigen oder mit Exkrementen bedeckten Böden auf, um Mineralsalze aufzunehmen. Sie zeigen ein spezielles Paarungsverhalten, dass man im Englischen "hilltopping" nennt. Sie gruppieren sich auf kleinen Hügeln und präsentieren sich den Weibchen. Das Männchen mit der höchsten Stellung in der Hierarchie sitzt zuoberst. Die Weibchen besuchen die Hügel und wählen ein Männchen, mit dem sie sich paaren. Die Männchen sind sehr territorial. Dabei fliegen sie bei Auseinandersetzungen in Spiralen immer höher, bis einer der Kontrahenten aufgibt [2; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Scharlachrote Schwalbenschwänze werden präpariert und in Bilderrahmen montiert als Wandschmuck vermarktet. Präparierte Exemplare werden in Deutschland für ca. 5.50 bis 6 € angeboten (Online Inserate 2020).

Taxonomie und Nomenklatur

Der Scharlachrote Schwalbenschwanz wurde 1821 von dem deutschbaltischen Arzt und Naturforscher Johann Friedrich Gustav von ESCHSCHOLTZ aus Dorpat (heute Tartu) unter seinem heute noch gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben und nach dem russichen Reichskanzler Nikolai Petrowitsch RUMANZJEW benannt. Es wurden 6 Unterarten beschrieben. Je nach Quelle wird aber D. rumanzovia auch als Unterart von Papilio deiphobus angesehen [1; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. GLOBAL BIODIVERSITY INFORMATION FACILITY
  2. LANDMAN, W, (2009)
  3. PAPILIORAMA
  4. NIC.FUNET

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 Neue Tierart

D NB 650

Berg-Schwalbenschwanz

Papilio ulysses • The Ulysses Butterfly, or Blue Emperor • Le papillon Ulysses

I papilio ulysses PAP PD1
Berg-Schwalbenschwanz (Papilio ulysses) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

I papilio ulysses map
Vorkommen des Berg-Schwalbenschwanzes (Papilio ulysses)

 

 

I papilio ulysses raupe gemeinfrei
Raupe des Berg-Schwalbenschwanzes (Papilio ulysses). Gemeinfrei.

 

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Verbreitung 

Australasien: Australien, Indonesien, Ost-Timor, Papua-Neuguinea, (Philippinen), Salomonen [2; 4].

Biologie

Der Bergschwalbenschwanz erreicht eine Flügelspannweite von 120-140 mm. Die Flügel der Männchen sind oberseits an den Außenbereichen schwarz und haben einen sehr auffälligen, schimmernd hellblauen Bereich in den dem Körper zugewandten Regionen. Bei den Weibchen sind die entsprechenden Partien dunkelbraun bzw. schwächer und matter blau. Am Hinterflügel ist bei ihnen die blaue Region weniger ausgedehnt, dafür haben sie am Rand eine Reihe blauer Punkte. Die Unterseite der Flügel ist bei beiden Geschlechtern in verschiedenen Brauntönen gehalten. Die Raupen sind durch ihre grüne Farbe mit einzelnen weiße Flecken und einem weißer Querstreifen im hell-dunkeln Laubwerk des Regenwalds gut getarnt [1; 3].

Der Bergschwalbenschwanz ist ein typischer Bewohner des Regenwalds. Die Männchen trinken an sandigen Uferstellen Wasser mit gelösten Mineralstoffen. Beide Geschlechter saugen Nektar an Wandelröschenblüten (Lantana sp.). Die Weibchen legen ihre Eier an verschiedenen Bienenbaumarten (Euodia spp., Rautengewächse / Rutaceae) oder an Eisenkrautgewächsen (Verbenaceae) ab [1; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Berg-Schwalbenschwänze werden präpariert und in Bilderrahmen montiert als Wandschmuck vermarktet. Präparierte und gerahmte Exemplare werden in Deutschland für ca. 30-65 € angeboten (Online Inserate 2020).

Taxonomie und Nomenklatur

Der Berg-Schwalbenschwanz wurde 1758 von Carl von LINNÉ unter seinem heute noch gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben. Es gibt gegen 20 Unterarten [2; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. BIOLOGIE-SEITE
  2. GLOBAL BIODIVERSITY INFORMATION FACILITY
  3. LANDMAN, W, (2009)
  4. NIC.FUNET

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Gelesen 1903 mal Letzte Änderung am Montag, 31 August 2020 13:08
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx