Schmetterlinge (Lepidoptera)

Fleckenfalter (Nymphalinae)

Tagpfauenauge (Aglais io) im Papiliorama Kerzers Tagpfauenauge (Aglais io) im Papiliorama Kerzers
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Stamm: Gliedertiere (ARTHROPODA)
Unterstamm: Sechsfüßer (HEXAPODA)
Klasse: Insekten (INSECTA)
Unterklasse: Fluginsekten (PTERYGOTA)
Ordnung: Schmetterlinge (Lepidoptera)
Unterordnung: Glossata
Überfamilie Papilionoidea
Familie: Edelfalter (Nymphalidae)
Unterfamilie: Fleckenfalter (Nymphalinae)

D NB 650

Tagpfauenauge

Aglais io • The European Peacock • Le paon du jour

I inachis io PAP PD2
Tagpfauenauge (Aglais io) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

I aglais io raupe PaoloMazzei
Raupe des Tagpfauenauges (Aglais io) © Paolo Mazzei (mazzeip@tin.it)

 

 

I aglais io pupa PaoloMazzei
Puppe des Tagpfauenauges (Aglais io) © Paolo Mazzei (mazzeip@tin.it)

 

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Verbreitung 

Paläarktis: Europa und gemäßigte Zonen Asiens bis nach Japan [1].

Biologie

Das Tagpfauenauge hat eine Flügelspannweite von 50-55 mm, wobei Weibchen etwas größer sind als Männchen. Das erste Beinpaar ist zu einem bürstenartigen Reinigungsinstrument umgebaut. Die Grundfarbe der Flügeloberseiten ist rostrot, Auf jedem Flügel befindet sich ein großer, auffälliger Augenfleck. Diese Augen sind wichtig für die Feindvermeidung. Hungrige Räuber lassen sich dadurch eventuell verscheuchen oder picken nach einem Auge anstatt nach dem Körper, was dem Falter das Entkommen ermöglicht [1; 3].

Tagpfauenaugen besiedeln Wälder, Felder, Weiden, Wiesen, Parks und Gärten bis auf eine Höhe von rund 2'700 m. Im Siedlungsgebiet sind sie die häufigsten Schmetterlinge [1].

Tagpfauenaugen fliegen zeitig im Frühjahr, weil im Vorjahr spät geschlüpfte Individuen als Falter überwintern, und gehören zu den ersten Schmetterlingen, die man bei uns sieht. Die Weibchen legen ihre Eier in großer Zahl an Brennnesseln ab, die den mit langen Dornen ausgestatteten Raupen als Futterpflanzen dienen. Die Raupen verpuppen sich vereinzelt an geeigneten Plätzen, die Puppen sind unauffällig gefärbt [2; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Papilio io" beschrieben und später in die 1816 geschaffene Gattung Aglais gestellt. Häufig wird das Synonym Inachis io verwendet [2; 4].

Literatur und Internetquellen

  1. ANIMAL DIVERSITY WEB
  2. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  3. LANDMAN, W, (2009)
  4. MOTHS AND BUTTERFLIES OF EUROPE AND NORTH AFRICA

D NB 650

Kleiner Fuchs

Aglais urticae • The Small Tortoiseshell • La petite tortue

I aglais urticae PAP PD1
Kleiner Fuchs (Aglais urticae) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

I aglais urticae PAP PD2
Kleiner Fuchs (Aglais urticae) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

I aglais urticae lfeld PD1
Kleiner Fuchs (Aglais urticae) auf Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) in Privatgarten, Liebefeld-Bern © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

I aglais urticae raupe PaoloMazzei
Raupe des Keinen Fuchses (Aglais urticae) © Paolo Mazzei (mazzeip@tin.it)

 

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Verbreitung 

Paläarktis: Europa und gemäßigte Zonen Asiens bis nach Ostasien

Biologie

Der Kleine Fuchs hat eine Flügelspannweite von 40-50 mm, wobei Weibchen etwas größer sind als Männchen. Die Grundfarbe der Flügeloberseiten ist orange, am Flügelansatz braun. Es sind keine großen Augenflecken vorhanden, sondern auf den Vorderflügeln mehrere, durch orange bis weiße Zwischenräume getrennte schwarze Flecken, auf den Hinterflügeln ein großer, an die braune Fläche anschließender, schwarzer Fleck, sowie bei beiden Flügelpaaren an den hinteren Rändern ein Band von blauen Flecken, die dunkel eingefasst sind [4].

Der Kleine Fuchs kommt vom Tiefland bis ins Gebirge praktisch überall vor, wo die Große Brennessel (Urtica dioica) gedeiht. In Mitteleuropa ist er einer der häufigsten Schmetterlinge [2; 4].

Kleine Füchse gehören zu den ersten Schmetterlingen, die im Frühjahr fliegen, weil im Vorjahr spät geschlüpfte Individuen als Falter überwintern, gewöhnlich in Speicher, Ställen oder Hütten. Die Weibchen legen ihre Eier an jungen Brennnesseln ab, die den kontrastreich gefärbten und mit langen Dornen ausgestatteten Raupen als Futterpflanzen dienen. Junge Raupen leben vorerst einem Gespinst, die grösseren verteilen sich und fressen einzeln. Die Puppen sind unauffällig gefärbt. Die Erwachsenen saugen Nektar aus Blüten von sehr vielen Arten von  Krautpflanzen und Sträuchern. Beliebt ist namentlich der Sommerflieder (Buddleya davidii), der leider bei uns keine einheimische Art ist, sondern als invasiver Neophyt auf der Schwarzen Liste steht. Pro Jahr entwickeln sich 1-3 Generationen [2; 3; 4; 5].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Papilio urticae" beschrieben und später in die 1816 geschaffene Gattung Aglais gestellt. Gelegentlich wird auch das Synonym Nymphalis urticae verwendet [3].

Literatur und Internetquellen

  1. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  2. LANDMAN, W, (2009)
  3. MOTHS AND BUTTERFLIES OF EUROPE AND NORTH AFRICA
  4. NATUR SCHMETTERLINGE
  5. DIENSTLEISTUNGSZENTREN LÄNDLICHER RAUM RHEINLAND-PFALZ

 

D NB 650

Scheinschillerfalter

Myscelia cyaniris • The Blue-wave Purplewing, or Royal Blue • La petite tache

I myscelia cyaniris ChristianLanghans
Scheinschillerfalter (Myscelia cyaniris) im Tiergarten Nürnberg © Christian Langhans / TG Nürnberg

 

 

I myscelia cyaniris waterfall
Scheinschillerfalter (Myscelia cyaniris) im La Paz Waterfall Gardens, Costa Rica © Pinuli.net. Vedröffentlicht unter CC-BY-NC-SA-3.0-Lizenz

 

 

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Scheinschillerfalter (Myscelia cyaniris) in der Serre à Papillons, Huhnawhir, Elsass © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Verbreitung 

<Nord-, Mittel- und Südamerika: Vom Süden der USA über Mexiko, ganz Mittelamerika und nördliches Südamerika von Kolumbien über Ekuador bis Peru [2].

Biologie

Die Flügelspannweite des Scheinschillerfalters beträgt ca. 60 mm. Die Flügel der Männchen sind oberseits schillernd schwarz oder tiefblau mit dunkelbraunem Rand und weißen Flecken und Streifen. Ihre Flügelunterseiten sind kryptisch braun-beige gefärbt und ähneln einem verdorrten Blatt. Die Farben der Weibchen sind matt. Die Raupen sind grün und mit verästelten Dornen besetzt. Ihr Kopf ist braun-schwarz und hat zwei große, stachelige Hörner [2].

Der Scheinschillerfalter ist ein tagaktiver Schmetterling, der Wälder ab Meeresniveaus (z.B. Tortuguero-Nationalpark und Cahuita-Naturschutzgebiet in Costa Rica) bis auf eine Höhe von 700 m besiedelt und sich vom Saft vergorener Früchte ernährt. Seine Entwicklung dauert 12 Tage im Ei, 30 Tage als Raupe und 15 Tage als Puppe. Die Raupen fressen Blätter von Pfeffergewächsen der Gattung Piper. Die Falter können ein Alter von fast einem Jahr erreichen [1; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Wegen seiner prächtigen Farbe und Zeichnung ist der Scheinschillerfalter eine Art die auch im Ursprungsgebiet häufig in Schmetterlingsgärten gehalten wird und somit touristische Relevanz hat [1].

Taxonomie und Nomenklatur

Myscelia cyaniris wurde von den englischen Edward DOUBLEDAY und William Chapman HEWITSON 1848 beschrieben.

Literatur und Internetquellen

  1. COSTA RICA HOTELS
  2. PAPILIORAMA
  3. WATERFALL GARDENS

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 Neue Tierart

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Malachitfalter

Siproeta stelenes • The Malachite • Le papillon malachite

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Malachitfalter (Siproeta stelenes) in der Serre aux Papillons, Hunawihr © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Approximative Verbreitung des Malachitfalters (Siproeta stelenes)

 

I siproeta stelenes hunawihr PD2
Malachitfalter (Siproeta stelenes) in der Serre aux Papillons, Hunawihr © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

I siproeta stelenes sassnitz PD2
Malachitfalter (Siproeta stelenes) im Schmetterlingshaus "Alaris", Sassnitz © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Verbreitung 

Nord-, Mittel- und Südamerika: Von den Südlichen USA (Kalifornien, Texas, Florida) über Mexiko, Mittelamerika und die Karibik bis nach Bolivien und Südbrasilien [1].

Biologie

Der oberseits schwarz bis schwarzbraun und gelb- bis malachitgrün gezeichnete Malachitfalter erreicht eine Flügelspannweite von 85-100 mm. Bei älteren Individuen nimmt die Grünkomponen te zugunsten von Gelb ab. Die Unterseite ist orangebraun mit grüner Zeichnung. Er ist einer der häufigsten Falter in den Wäldern Mittelamerikas und wird auch in Mango- und Zitruplantagen sowie in Gärten und Parkanlagen vom Tiefland bis auf eine Höhe von 1'400 m angetroffen. Er fliegt gerne an der prallen Sonne und sucht nicht nur nach Blüten, sondern trinkt auch den Saft faulender Früchte oder aus Tierdung und Tierkadavern austretetend Flüssigkeit [2; 3; 4].

Die Weibchen legen ihre Eier einzeln auf der Unterseite junger Blätter der Wirtspflanzen ab. Bei diesen handelt es sich um Ruellien (Ruellia spp.), Acanthus spp. und andere Arten der Familie Acanthaceae. Die Raupen schlüpfen 10 -20 Tage nach der Eiablage. Sie sind schwarz mit gelben Punkten und sind mit Stacheln versehenen. Während der feuchten Sommermonate kann es zu 2-3 Generationen kommen, zu Beginn der Trockenzeit schlüpfende Individuen überwintern [2; 3; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Malachitfalter wurde 1758 von Carl von LINNÉ ALS "Papilio stelenes" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Siproeta wurde 1823 von Jacob HÜBNER aus Augsburg, der mehrere bedeutende Werke über Schmetterlinge verfasst und als Kupferstecher selbst illustriert hatte, eingeführt. Es gibt fünf Unterarten [1; 5].

Literatur und Internetquellen

  1. GLOBAL BIODIVERSITY INFORMATION FACILITY
  2. HENDERSON, C. L. (2002)
  3. LANDMAN, W, (2009)
  4. MORGAN, S. (2019)
  5. NIC.FUNET

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Distelfalter

Vanessa cardui • The Painted Lady • La belle-dame

I vanessa cardui PAP PD1
Distelfalter (Vanessa cardui) im Papiliorama Kerzers © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

I vanessa cardui Rom PaoloMazzei
Distelfalter (Vanessa cardui) bei Rom; Flügelunterseiten © © Paolo Mazzei (mazzeip@tin.it)

 

 

I vanessa cardui raupe PaoloMazzei
Raupe des Distelfalters (Vanessa cardui) © Paolo Mazzei (mazzeip@tin.it)

 

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Verbreitung 

Der Distelfalter ist in Nord- und Mittelamerika, Europa, Asien und Afrika sowie auf vielen Inseln weit verbreitet. Er fehlt in der Antarktis, Australien und Südamerika [1].

Biologie

Der Distelfalter hat eine Flügelspannweite von 45-60(-73) mm. Die Grundfarbe der Flügeloberseiten ist orange-braun, am Flügelansatz braun. Auf den Flügeloberseiten sind keine großen Augenflecken vorhanden, sondern ein Muster von schwarzen und weißen Flecken. Dagegen hat es auf der Unterseite mehrere kleine bis mittelgroße Augenflecken [1].

Der Distelfalter besiedelt die unterschiedlichsten Lebensräume von der Tundra bis zum tropischen Regenwald. In Europa gehört er zu den bekanntesten Wanderfaltern. Im Winter leben die Falter in Nordafrika, im Frühjahr wandern sie nach Europa, manche bis nach Finnland. Hier paaren sie sich und die Weibchen legen ihre grünen Eier einzeln auf Disteln, Brennnesseln und anderen Pflanzen ab. Die Raupen sind kontrastreich grauschwarz und gelb gefärbt und mit langen Dornen ausgestattet. Sie wachsen rasch und vor dem Herbst fliegt bereits eine neue Generation. Teils bleiben sie in der Umgebung ihres Geburtsorts, wobei sie im nördlichen Europa nicht überwintern können und sterben, teils wandern sie in den Mittelmeerraum [1; 2; 4].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist in der Roten Liste der IUCN nicht aufgeführt.

Der internationale Handel ist artenschutzrechtlich nicht geregelt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Papilio cardui" beschrieben und später in die 1807 geschaffene Gattung Vanessa gestellt. Häufig wird das Synonym Cynthia cardui verwendet [2; 3].

Literatur und Internetquellen

  1. ANIMAL DIVERSITY WEB
  2. LANDMAN, W, (2009)
  3. MOTHS AND BUTTERFLIES OF EUROPE AND NORTH AFRICA
  4. NATUR SCHMETTERLINGE

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx