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SCHNIDRIG, R. (1988)

Untersuchungen zur Sozialstruktur einer in Gefangenschaft gehaltenen Gruppe Somali-Wildesel (Equus asinus somaliensis).

Lizentiatsarbeit

79 Seite

Zoologisches Institut der Universität Bern, Ethologische Station Hasli
Leitung: Prof. Dr. B. Tschanz
Stiftung Müllerhägli (Aussenstation Zoo Basel)

Zusammenfassung:

Während eines Sommers wurde anhand des partnerbezogenen Verhaltens und der interindividuellen Distanzen die Sozialstruktur einer in Gefangenschaft gehaltenen Gruppe SomaliWildesel untersucht. Die Analyse dyadischer Beziehungen stützt sich auf Gruppen ähnlich wirkender Verhaltensweisen (funktionelle Kategorien). Die durch eine Fohlengeburt bewirkten Veränderungen der dyadischen Beziehungen geben Einblick in die Wesensart der Gruppenstruktur. 

Es zeigte sich, dass sich der Hengst räumlich abgesondert von den Stuten aufhält und mit diesen wenig interagiert. In verschiedenen Situationen jagt er die Stuten. Diese, besonders Yola, suchen immer wieder seine Nähe. Die wenigen Begegnungne zwischen dem Hengst und den Stuten werden meist von letzteren initiiert. Der Hengst reagiert darauf neutral oder mit "ausweichen". Die Stuten untereinander halten ganzjährig, ausser in speziellen Situationen wie z.B. nach einer Fohlengeburt, geringe Distanzen ein. In den Stutendyaden sind vorallem Begegnungen neutraler und toleranter Art beobachtet worden. Intolerantes Verhalten ist selten zu beobachten. Sämtliche Beziehungen sind individualisiert.

Nach der Geburt des Fohlens Meru sondert sich die Mutterstute Giuba mit ihrem Fohlen ab. Daraufhin schliesst sich die jüngere der beiden andern Stuten der älteren and und diese wendet sich dem Hengst zu. Nach ca. einem Monat schwächen sich diese Beziehungen ab und die alten treten wieder stärker hervor. Zwischen Giuba und Meru besteht die engste Beziehung. Das Fohlen beeinflusst durch seine Beziehung zur Mutter und durch das partnerbezogene Spiel das Verhaltensgefüge wesentlich.

Die dargestellten Befunde werden mit der sozialethologischen Equidenliteratur verglichen. Grundsätzlich entspricht die Sozialstruktur der untersuchten Somali-Wildesel Gruppe denjenigen von Grevyzebra, Asiatischem Wildesel und Hausesel.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx