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KLAMT, M. (2014)

Wie wird das natürliche Verhalten von Sunda-Gavialen durch die Haltung in zoologischen Einrichtungen beeinflusst?

How is the natural behaviour of Sunda gharials influenced by being kept in zoological institutions?

Bachelorarbeit

65 Seiten.

Institut für Biowissenschaften, Allgemeine und Spezielle Zoologie, Universität Rostock
Leiter: Hr. Prof. Dr. Stefan Richter
Zoo Leipzig

Zusammenfassung:

Diese Arbeit dokumentiert die Ergebnisse von Verhaltensbeobachtungen der bedrohten Krokodilart Tomistoma schlegelii im Zoologischen Garten Leipzig. T. schlegelii gilt als scheu und zurückhaltend, wodurch nur wenig über Ökologie, Gewohnheiten und Verhalten der Tiere bekannt ist. Der Lebensraum beschränkt sich auf Torfmoore in Indonesien (Sumatra und Borneo), auf der malaysischen Halbinsel und Sarawak.
Für diese Studie wurden sieben, im Leipziger Zoo lebende, T. schlegelii an 38 Tagen (01. April 2014 bis zum 23. Mai 2014) ca. 475 Stunden lang beobachtet. Dabei wurde das Verhalten der sechs weiblichen und des einen männlichen Tieres dokumentiert und anschließend mit Sekundärdaten von Freilandforschern verglichen. Im Fokus der Beobachtungen standen unter anderem die Interaktionen der Krokodile sowohl untereinander als auch mit dem Beibesatz, ihre Tauch- und Ruhezeiten sowie eine Bewegungsanalyse und ihre Größe und Gewicht. Im Verlauf der Arbeit zeigten sich Gemeinsamkeiten, sowohl bei der Gewöhnung an eine allgegenwärtige Präsenz von Menschen, als auch bei der Flucht- und Fortbewegung. Zu Übereinstimmungen kam es ebenfalls beim Aufsuchen der Sonnenplätze und der Nahrungsaufnahme. Dem gegenüber stehen Unterschiede, wie das ausgiebige „Duschen“ unter einem künstlichen Wasserfall, der Konditionierung auf das Pflegepersonal und das leicht höhere Gewicht der in der zoologischen Einrichtung gepflegten T. schlegelii. Da über diese große Krokodilart in der freien Natur bisher nur wenig bekannt ist, konnte zu einigen im Zoo beobachteten Verhaltensmerkmalen kein Vergleich gezogen werden. Hierzu zählen die Längen der Tauchzeiten, die Interaktionen der Krokodile untereinander und der Farbwechsel der juvenilen Tiere. Abschließend bewertet diese Arbeit die Haltung von T. schlegelii im Zoo Leipzig und führt somit zu dem Schluss, dass diese aufgrund ihrer starken Anlehnung an den natürlichen Lebensraum positiv zu bewerten ist.
Diese Studie ist als ein erster Schritt anzusehen und soll ein Anstoß für weitere, detailliertere Forschungen sein. Letztlich bestätigen die Ergebnisse, dass die Tiere in der zoologischen Einrichtung ihr natürliches Verhalten zeigen und sich diese positiv auf das Wohlbefinden der gepflegten Tiere auswirkt.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx