Eidechsen, Skinke und Schleichen

Grüne Baumeidechse

Grüne Baumeidechse (Gastropholis prasina) im Tiergarten Schönbrunn Grüne Baumeidechse (Gastropholis prasina) im Tiergarten Schönbrunn
Daniel Zupanc, TG Schönbrunn

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Skinkartige (Scincomorpha)
Familie: Eidechsen (Lacertidae)

D NT 650

Grüne Baumeidechse

Gastropholis prasina • The The Green Keel-bellied Lizard • Le lézard arboricole vert

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Grüne Baumeidechse (Gastropholis prasina) im Tiergarten Schönbrunn © Daniel Zupanc, TG Schönbrunn (Pressefoto)

 

 

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Verbreitung der Grünen Baumeidechse (Gastropholis prasina)

 

 

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Grüne Baumeidechse (Gastropholis prasina) im Tiergarten Schönbrunn © Daniel Zupanc, TG Schönbrunn (Pressefoto)

 

 

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Grüne Baumeidechse (Gastropholis prasina) im Tiergarten Schönbrunn © Daniel Zupanc, TG Schönbrunn (Pressefoto)

 

 

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Die Grüne Baumeidechse ist eine attraktive tropische Eidechsenart mit einem sehr kleinen Verbreitungsgebiet, die in Zoos nur ganz ausnahmsweise zu sehen ist.

Körperbau und Körperfunktionen

Nach der Originalbeschreibung erreichen die oberseits smaragdgrünen Echsen eine Gesamtlänge von 435 mm, wovon ein Viertel auf Kopf und Rumpf, drei Viertel auf den als Greiforgan ausgebildeten Schwanz entfallen [3].

Verbreitung

Kenia (Grenzregion zu Tansania, vermutlich Shimba Hills), Tansania (Usambaraberge, Tanga, Nguru-Berge und Saadani-Nationalpark) [1; 2].

Lebensraum und Lebensweise

Die Grüne Baumeidechse besiedelt geschlossenen Wald, Baumsavanne und Buschland. Über ihr Leben ist wenig bekannt. Sie ist ein tagaktiver Baumbewohner, der sowohl in Bodennähe als auch in 12 m Höhe angetroffen wurde. Gehaltene Weibchen produzierten im Zeitraum September/Oktober Gelege von 5 (3-6) Eiern, die sie auf Bäumen, vorzugsweise in höhlenartigen Strukturen ablegen [1; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Art hat nur eine kleine Verbreitung von weniger als 5'000 km² und die Population ist stark fragmentiert. Sie wurde deshalb nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2014 als potenziell gefährdet eingestuft [1].

Der Internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird nicht gezielt gesammelt und der internationale Handel ist äußerst bescheiden. Zufällig aufgefundene Exemplare werden lokal in Schlangenfarmen zur Schau gestellt [1]. Nach Online-Inseraten (2016/17) werden in Europa für Jungtiere 200-300 €/Stück bezahlt, in den USA 1'800-3'250 USD für erwachsene Paare.

Haltung im Zoo

Eine Gemeinschaftshaltung mit Gabunvipern ist möglich, weil die beiden arten unterschiedliche Bereiche des Terrariums nutzen [3].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wurde bis vor wenigen Jahren nur ganz ausnahmsweise in europäischen Zoos gezeigt. Mittlerweile ist sie in gegen 20 Zoos anzutreffen und wird an verschiedenen Orten gezüchtetFür Details siehe Zootierliste. Im Tiergarten Schönbrunn gelang 2015 vermutlich die Welterstzucht in einem Zoo. Im selben Jahr konnte auch der Zoo Zagreb den ersten Zuchterfolg verzeichnen [3].

Mindestanforderungen an Gehege: Die Art ist weder im Reptiliengutachten 1997 des BMELF noch in der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) oder der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Grüne Baumeidechse wurde 1904 von dem Wiener Zoologen Franz WERNER (1867-1939) unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben, der dazu ausführte "Diese größte und schönste Art der Gattung ist infolge des langen Kopfes und der rauen Körperbeschuppung sehr einem kleinen Varanus speziell dem V. prasinus ähnlich." [4].

Literatur und Internetquellen

  1. SPAWLS, S., MALONZA, P., MSUYA, C.A. & BERADUCCII, J. (2015). Gastropholis prasina. The IUCN Red List of Threatened Species 2015: e.T13151906A13151910. http://www.iucnredlist.org/details/13151906/0. Downloaded on 16 July 2017.
  2. THE REPTILE DATA BASE
  3. TIERGARTEN SCHÖNBRUNN - PRESSEMITTEILUNGEN
  4. WERNER, F. (1904)

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Gelesen 2788 mal Letzte Änderung am Dienstag, 07 April 2020 09:18
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx