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NIEMANN, N. (2008)

Olfaktorische Lockmittel bei Asiatischen Goldkatzen (Catopuma temminckii), Bengalkatzen (Prionailurus bengalensis), und Fischkatzen (Prionailurus viverrinus).

Diplomarbeit

100 Seite

Ganze Arbeit

Fachbereich Biologie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln
Leitung: Prof. Dr. Ansgar Büschges
Zoo Wuppertal, Tiergarten Heidelberg, Zoo Rotterdam, Le Parc des Felines Nesles

Zusammenfassung:

Zoologische Gärten eröffnen der Verhaltensforschung eine willkommene Möglichkeit, Hypothesen und Fragestellungen die im weiteren Verlauf im Freiland untersucht werden sollen, vorab zu testen. Hierbei ist von besonderer Relevanz, dass die Zoologischen Gärten eine Vielzahl von Arten und Individuen auf kleiner Fläche  beherbergen, und diese kosten- und zeitextensiv untersucht werden können. Freilandstudien über die Ökologie, der in dieser Arbeit untersuchten Katzenarten sind bisher kaum veröffentlicht worden. Die zurückgezogene, nachtaktive Lebensweise dieser Katzenarten, sowie zum Teil niedrige Bestandsdichten erschweren erheblich ihre Erforschung im Freiland. In der jüngsten Vergangenheit wurden die Duftstoffe Baldrian bei der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris) und Bibergeil an Kanadischen Luchsen (Lynx canadensis) in Kombination mit Kamera- und Haarfallen bei der Bestanderfassung erfolgreich eingesetzt.  Ziel der Arbeit war die Überprüfung der Wirkung verschiedener ausgewählter Geruchsstoffe an  Asiatischen Goldkatzen, Bengalkatzen und Fischkatzen, um heraus zu finden, ob sich diese für Einsatzmöglichkeiten im Freiland eignen. Im Rahmen der vorliegenden Diplomarbeit wurden die Geruchsstoffe Bibergeil, Katzenminze und Goldkatzen Urin im Tiergarten Heidelberg, Diergaarde Blijdorp Rotterdam und Le Parc des Felines Nesles an 8 Goldkatzen, 7 Bengalkatzen und 3 Fischkatzen  getestet. Den Bengal- und Fischkatzen wurden die Geruchsstoffe Bibergeil und Katzenminze und den Goldkatzen Bibergeil und Goldkatzen Urin angeboten. In einem weiteren Versuch wurden der Einfluss von Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf Bibergeil an 2 Asiatischen Goldkatzen untersucht.  Es konnte gezeigt werden, dass die Anzahl der Kontakte mit dem Geruchsstoff  Bibergeil  bei einigen Individuen signifikant höher war, als die Kontakthäufigkeit mit der Kontrolle. Kater reagierten noch häufiger auf Bibergeil als Katzen. Des Weiteren zeigte auch ein Vergleich der Geruchsstoffe untereinander, dass Bibergeil signifikant bevorzugt wurde. Der Geruchsstoff Urin wurde von den Goldkatzen signifikant  häufiger aufgesucht, als die Kontrolle. Das Beschnuppern der Geruchsträger war die häufigste auftretende Verhaltensweise bei allen
Katzenarten und Geruchsstoffen. Auch Spielverhalten und das Reiben des Kopfes und der Körperseiten am Geruchsstoff Bibergeil konnten beobachtet werden. Einen signifikanten Unterschied zwischen dem Verhalten zu dem Geruchsstoff Katzenminze und der Kontrolle konnte nicht festgestellt werden. Weiterhin zeigte sich, eine Abnahme der Kontakthäufigkeit  zum Geruchsträger nach dem ersten Tag bei allen Katzenarten und Geruchsstoffen. Einen Einfluss von Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf die Wirkung des Geruchsstoffes Bibergeil konnte nicht nachgewiesen werden.

Abstract:

Zoological gardens provide a really good opportunity for ethologic research to prove hypotheses and questions, which should further be investigated in field studies. Therefore it is of great importance, that zoological gardens offer a variety of species and individuals, so that the research could be done money- and time extensive.  Asian small cats are poorly represented in field studies. In the recent past, non invasive methods were successfully used for crepuscular and nocturnal felids, which were difficult to find because of their very secluded life and partly low density of stand. This simple and inexpensive method allows to determine quantitatively and qualitatively a lot of species also in hardly accessible terrains and large landscapes.   In recent population studies the lures castoreum for Canadian lynx (Lynx canadensis) and valerian for European wildcat (Felis silvestris) were successfully used in combination with camera- and hairtraps.   The aim of the study was to investigate the effect of selected odours in Asian golden cats, Leopard cats and Fishing cats, and to evaluate the application in the natural habitat of the studied felids.     
Data was collected in 8 Asian golden cats, 7 Leopard cats, and 3 Fishing cats at Tiergarten Heidelberg, Diergaarde Blijdorp Rotterdam and Le Parc de Felines Nesles. The odour castoreum and cat nip was offered to Leopard cats and Fishing cats while castoreum and urine was tested on Asian golden cats. In a further study the effect of temperature and humidity on the behavioural response of 2 Asian golden cats on castoreum was investigated. A significantly higher number of contacts with the odour castoreum compared to the control treatment could be noticed in some individuals. Male cats interacted with the odour castoreum even more frequently than female. Furthermore, castoreum was significantly preferred from all other lures offered in this study. In Asian golden cats the odour urine was significant preferred from the control treatment.  The behaviour most frequently shown was sniffing on the odour carrier equally for all investigated species and lures. Playing with the odour carrier and head- and body rubbing was shown. No significant difference between the behavioural response to cat nip and control treatment was found. Decreasing number of contacts to the odour carrier could be noticed after day one in all cat species and odours. The influence of temperature and humidity on the effect on castoreum was not found to be significant.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx