Pythons

Rautenpython

Rautenpython (Morelia spilota variegata) im Zoo Basel Rautenpython (Morelia spilota variegata) im Zoo Basel
Thomas Jermann, Basel

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Schlangen (SERPENTES)
Überfamilie: Wühl- und Riesenschlangenartige (Booidea / Pythonoidea)
Familie: Pythons (Pythonidae)

D LC 650

Rauten- oder Teppichpython

Morelia spilota • The Diamond Python or Carpet Python • Le python tapis

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Rautenpython (Morelia spilota variegata) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Approximative Verbreitung des Rautenpythons (Morelia spilota)

 

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Rautenpython (Morelia spilota variegata) im Reptilium Landau © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Rautenpython (Morelia spilota variegata) in der Alligator Bay, Beauvoir © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Rautenpython (Morelia spilota) in der Alligator Bay, Beauvoir © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Rautenpython (Morelia spilota variegata) im Kölner Zoo © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Rautenpython (Morelia spilota variegata) im Tierpark Bochum. Pressefoto TP Bochum

 

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Rautenpython (Morelia spilota variegata) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

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"Rautenschlange (Morelia argus)" (=Morelia spilota). Bild aus aus Brehms Thierleben (1882-1887)

 

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Der Rauten- oder Teppichpython ist eine mittelgroße, attraktiv gezeichnete Riesenschlange, die in vielen Zoos zu sehen ist, häufig gezüchtet wird und mehrere Farbmutationen ausgebildet hat.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Rauten- oder Teppichpython wird meist 2-3, ausnahmsweise bis 4.27 m lang und zeichnet sich durch eine extrem variable, je nach Unterart unterschiedliche Färbung aus. Der Kopf ist breit mit kurzer vorstehender Schnauzenspitze und deutlich vom Hals abgesetzt. Das Auge ist groß mit vertikaler Schlitzpupille. Zwischen den Rostral- und Lippenschuppen beidseits liegen  Grubenorgane zur Ortung von Wärmeunterschieden. Der Körper ist schlank, der Schwanz kurz und greiffähig. Beide Geschlechter haben große Sporen. Die Kopfschuppen sind klein, unregelmäßig und asymmetrisch, die quadratischen Körperschuppen glatt [2; 4; 5; 7; 10; 11].

Verbreitung

Australasien : Australien, Indonesien (Irian Jaya), Papua-Neuguinea [8; 9].

Lebensraum und Lebensweise

Die überwiegend dämmerungs- und nachtaktiven Teppichpythons besiedeln Halbwüsten, Savannen und Wälder. In Wälern leben sie meist auf Bäumen, in Trockengebieten nutzen sie Tierbaue, natürliche Höhlen oder Felsspalten Als Verstecke. Sie fressen ein breites Spektrum von Säuger- und Vogelarten, u.a. Fuchkusus (Trichosurus vulpecula). Die Weibchen legen 12-18(-54) Eier, aus denen nach ca. 40 Tagen die etwa 30 cm langen Jungtiere schlüpfen. Diese ernähren sich anfänglich hauptsächlich von Echsen [1; 5; 7; 10].

Gefährdung und Schutz

Der Rautenpython, von dem es mehrere Unterarten gibt, ist zwar stellenweise gefährdet, wird jedoch, wegen seines großen Verbreitungsgebiet und seiner Fähigkeit, sich an unterschiedliche Lebensräume anzupassen, aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2010 auf Artniveau nicht als gefährdet angesehen. In australischen Bundesstaat Victoria gelten die Unterarten spilota und metcalfei als stark gefährdet [8; 11].

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art befindet sich im Heimtierhandel. Von 2001-2016 meldete Indonesien die Ausfuhr von im Mittel 360 Wildfängen pro Jahr. Aus Australien und Papua-Neuguinea wurden keine ausgeführt. Im selben Zeitraum wurden weltweit 11'836 Nachzuchttiere international verschoben. Wichtigste Ausfuhrländer waren Indonesien mit 3'763, Deutschland mit 3'582 und Kanada mit 3'008 Tieren [3].

Haltung

Für die Haltung von Teppichpythons wird ein geräumiges, hochformatiges Feuchtterrarium mit großem Kletterbaum und Wasserbecken empfohlen. Als Bodengrund eignen sich Sand oder Kies. Die Lufttemperatur soll tagsüber bei 24-30(-32)ºC liegen und nachts um wenige Grade abgesenkt werden. Die erforderliche Temperatur ist durch eine Kombination von Boden- und Luftheizung zu erreichen. Die Beleuchtung soll 12-14 Stunden täglich in Betrieb sein [6; 10].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 140 Institutionen gezeigt, von denen sich etwa ein Fünftel im deutschsprachigen Raum befinden. Am häufigsten anzutreffen ist der Rautenpython (Morelia spilota variegata) gefolgt vom Dschungel-Teppichpython (Morelia spilota cheynei). Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für zwei über 2 m lange Tiere mindestens 0.5x so lang und 0.5x so breit sein wie die Gesamtlänge eines Tieres. Die Höhe soll das 0.75-fache der Gesamtlänge betragen. Für jedes weitere Tier ist das Terrarienvolumen unter Beibehaltung der Proportionen um 20% zu erhöhen. Die Schweizerische Tierschutzverordnung (Stand 01.06.2022) schreibt für 1-2 Tiere ein Gehege vor, dessen Grundfläche dem 1.0x0.5-fachen und dessen Höhe dem 0.75-fachen der Gesamtlänge eines Tiers entsprechen. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) verlangt für 1-2 erwachsene Tiere eine Grundfläche von 1.5 m² bei einer Höhe von 150 cm. Für jedes weitere Adulttier ist die Grundfläche um 0.5 m² zu erhöhen.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Rautenpython war von dem französischen Naturforscher Graf Bernard-Germain-Étienne de LACÉPÈDE in seiner Mémoire sur plusieurs animaux de la Nouvelle-Hollande dont la description n’a pas encore été publiée aus dem Jahr 1804 als "Coluber spilota" beschrieben worden. Die Gattungsbezeichnung Morelia geht auf John Edward GRAY (1842) zurück. Wie bei vielen anderen Schlangen hat die wissenschaftliche Bezeichnung mehrfach geändert, so waren früher z.B. die Namen Morelia argus  und Morelia spilotes  in Gebrauch. Gegenwärtig werden 6-7 Unterarten anerkannt, darunter: M. s. imbricata  aus dem südlichen Westaustralien, M. s. spilota  vom Küstengebiet von New South Wales und der "Teppichpython", M. s. variegata, aus Nordwestaustralien, dem Northern Territory, Nordwest-Queensland, Bathurst Island, Melville Island, Groote Eylandt [9; 11].

Literatur und Internetquellen

  1. BREHM, A. E. (1882-1887)
  2. CITES IDENTIFICATION MANUAL
  3. CITES TRADE DATA BASE
  4. MATTISON, C. (2007) 
  5. MEHRTENS, J. M. (1993)
  6. NIETZKE, G. (1969)
  7. O'SHEA, M. & HALLIDAY, T. (2002)
  8. SHINE R.A. & ALLISON, A. (2010). Morelia spilota. The IUCN Red List of Threatened Species 2010: e.T62232A12582839. http://www.iucnredlist.org/details/62232/0. Downloaded on 14 October 2017.
  9. THE REPTILE DATA BASE
  10. TRUTNAU, L. (2002) 
  11. WILSON, S. & SWAN, G. (2013)

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx