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HELMLINGER, S. (2014)

Aktivitätsverteilung und Sozialstruktur einer Erdmännchen-Familie (Suricata suricatta (Schreber 1776)) im Opel-Zoo Kronberg.

Activity pattern and social structure of a suricate family (Suricata suricatta (Schreber 1776)) in the Opel-Zoo Kronberg.

Bachelorarbeit

132 Seiten

AG Spezielle Zoologie – Evolution und Systematik der Tiere, Philipps Universität Marburg
Leitung: Prof. Dr. Lothar Beck
Opel-Zoo Kronberg

Zusammenfassung:

  • Ziel der vorliegenden Bachelorarbeit ist die Sozialstruktur einer Erdmännchen-Familie im Opel-Zoo Kronberg näher zu beleuchten, individuelle Unterschiede in der Aktivitätsverteilung und der sozialen Beziehung zwischen den Tieren festzustellen und zu begründen. Dabei wurden Vergleiche zu einer ähnlichen, ebenfalls im Opel-Zoo durchgeführten Studie von 2009 gezogen und mögliche Ursachen für Abweichungen zwischen den Gruppen diskutiert. Es wurden sowohl die Aktivitätsverteilungen einzelner Individuen, die Aktivitätszentren und die Gehegenutzung betrachtet, als auch verschiedene soziale Interaktionen (soziopositive, sozionegative und olfaktorische).  Zudem wurden Aussagen über einen möglichen Besuchereinfluss getroffen, in dem Korrelationen zwischen der Besuchermenge und bestimmter Verhaltensweisen näher  betrachtet wurden.
  • Die untersuchte Erdmännchen-Familie bestand aus insgesamt fünf in Gefangenschaft geborenen Tieren, darunter ein adultes Elternpaar und deren drei Jungtiere aus zwei Würfen. Bis auf das Männchen, das aus dem Tierpark Wittenberg stammt, sind alle Tiere im Opel-Zoo geboren.  
  • Die Datenaufnahme erfolgte über einen Zeitraum von fünf Wochen vom 10.03.2014 bis zum 10.04.2014 mit einer einwöchigen Pilotphase vom 03.03.2014 bis zum 07.03.2014.  Zur Datenaufnahme wurden zwei Protokollbögen verwendet auf denen mittels Scan Sampling und Behaviour Sampling entsprechende, vorher katalogisierte  Verhaltensweisen dokumentiert wurden. Die anschließende, statistische Auswertung erfolgte digital mit den Programmen „MS Excel“ und „RStudio“.  
  • Die Ergebnisse der Aktivitätsverteilung und Sozialstruktur zeigten deutliche Unterschiede zu der 2009 untersuchten Gruppe, die vor allem durch individuelle Eigenschaften der  Tiere begründet sind. So entstammt das in dieser Gruppe untersuchte Alpha-Männchen einem anderen Zoo und ist damit nicht in der Geburtsgruppe verblieben, wie das von  KALDEN (2009) untersuchte Männchen. Dies hat Auswirkungen auf den prozentualen  Anteil des Wachverhaltens.  
  • Ein Besuchereinfluss ließ sich entgegen den Erwartungen nur gering bis gar nicht feststellen, was für eine starke Gewöhnung der Tiere spricht.  
  • Verhaltensauffälligkeiten oder –störungen ließen sich keine nachweisen und auch die Haltungsbedingungen und Pflegemaßnahmen des Zoos entsprechen den Bedürfnissen  der Tiere und sind, sofern möglich, denen wildlebender Surikaten angepasst.  
  • Geringfügige Optimierungsmöglichkeiten bestehen durch das Anbieten von Environmental/Behavioural Enrichment. Zur Verbesserung des Zuchterfolges kann eine Vergrößerung der Gruppe und ein Ausgleich in der Geschlechterverteilung angestrebt werden. Bei (empfohlener) Vergrößerung der Gruppe ist perspektivisch eine Erweiterung des Geheges angezeigt.
  • Gruppengröße und –zusammensetzung sind für eine weitere Zucht nicht optimal, kommen in dieser Form jedoch auch in der Wildnis vor.

Abstract:

• This study describes the intragroup social structure of a family of meerkats at the Opel-Zoo Kronberg, focusing on individual differences in activity distribution and social  relationships between the animals as well as possible reasons for those differences.  Comparisons are drawn between this study and a similar study done in 2009 at the same zoological garden and deviations between the two groups of meerkats and potential  causations for those deviations discussed. Activity distributions, activity centres as well as enclosure utilization are looked upon as well as various social interactions (socio-positive, socio-negative and olfactory). In addition conclusions were drawn about a possible visitor impact by looking for correlations between the daily amount of visitors and  some types of behaviour.  
• The meerkat family observed in this study consisted of five animals, all born in captivity. Among them there was one parental pair of adults and their offspring of three younger individuals from two litters. Except for the male, which originated from a Zoo in Wittenberg, all animals were born at the Opel-Zoo. 
• Data was collected over a period of five weeks between 10th of March 2014 and 10th of April 2014 following a one week pilot phase that took place from 3rd of March 2014 until 7th of March 2014. Two Recording Sheets were used, collecting previously defined categories of behaviour via Scan Sampling and Behaviour Sampling. The following statistical analysis was done using the programs „MS Excel“ and „RStudio“.  
• Results of activity distributions and social structure showed distinct difference to the group studied in 2009, which are supposed to be caused by individual attributes. The alpha-male in this group originates from a different zoo, meaning it had dispersed from its natal group, in contrast to the male studied by KALDEN (2009) which had remained in its natal group. Whether or not dispersal has occurred yet, influences the portion of contribution to raised guarding by males.  
• Contrary to expectations only slight until no evidence could be found that there was a visitor impact, speaking for a high amount of habituation in the studied animal group. No unusual behaviour or behavioural disorders have been found and management conditions as well as care-taking provided by the zoo are appropriate for the species.
• Group size and composition aren’t ideal for further breeding success, but do appear likewise in the wild.

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Gelesen 14048 mal Letzte Änderung am Dienstag, 19 Juni 2018 13:18
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx