Eidechsen, Skinke und Schleichen

Grüne Baumschleiche

 Grüne Baumschleiche (Abronia graminea) im Tiergarten Nürnberg Grüne Baumschleiche (Abronia graminea) im Tiergarten Nürnberg
Helmut Mägdefrau, TG Nürnberg

Ordnung: Schuppenkriechtiere (SQUAMATA)
Unterordnung: Echsen (SAURIA)
Zwischenordnung: Skinkartige (Scincomorpha)
Familie: Schleichen (Anguidae)
Unterfamilie: Alligatorschleichen (Gerrhonotinae)

D EN 650

Grüne Baumschleiche

Abronia graminea • The Green Alligator Lizard • Le lézard crocodile arboricole

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Grüne Baumschleiche (Abronia graminea) im Philadelphia Zoo. Bild: Bild: Derek Ramsey. GNU Free Documentation License, Version 1.2

 

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Approximative Verbreitung der Grünen Baumschleiche (Abronia graminea)

 

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Grüne Baumschleiche (Abronia graminea) im Tiergarten Nürnberg © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Grüne Baumschleiche (Abronia graminea) im Tiergarten Nürnberg © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Die Grüne Baumschleiche ist eine attraktive, in der Natur stark gefährdete Echsenart der mexikanischen Gebirgswälder, die in Europa nur selten gezeigt wird.

Körperbau und Körperfunktionen

Baumschleichen sind dadurch charakterisiert, dass sie eine Seitenfalte und einen Greifschwanz haben. Ihre Gliedmaßen sind kurz. Männchen erreichen eine Gesamtlänge bis 30 cm, Weibchen bis 26 cm. Männchen haben auch einen breiteren Kopf. Die Tiere sind meist grasgrün gefärbt, es gibt aber auch dunkelgrüne, braune oder grau-blaue Individuen. Manche Tiere weisen Zeichnungsmuster auf [2; 3].

Verbreitung

Mexiko, im Hochland von Veracruz und Puebla [1].

Lebensraum und Lebensweise

Die Grüne Baumschleiche lebt in den mit Bromelien und Orchideen bestandenen Kronen hoher Bäume der Hochlandnebelwälder in Höhenlagen von 1'350-2'740 m.  Die Art ist lebendgebärend, ein Wurf besteht aus bis zu 12 Jungen.

Gefährdung und Schutz

Die Grüne Baumschleiche wird als stark gefährdet eingestuft, weil sie ein kleines Verbreitungsgebiet hat, die Populationen stark fragmentiert sind, der Lebensraum immer mehr zerstört wird und die Bestände abnehmen [1].

Der internationale Handel ist seit dem 3. Januar 2017 nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Wegen ihrer attraktiven Färbung ist die Grüne Baumschleiche bei Privathaltern beliebt und ist die am häufigsten in Terrarien anzutreffende Art ihrer Gattung [3].

Haltung

Es wird empfohlen, die Tiere paarweise oder in Gruppen von einem Männchen und mehreren Weibchen in einem geräumigen Feuchtterrarium zu halten, das höher als breit sein soll. Es ist ein Feuchtigkeit speicherndes Bodensubstrat zu wählen, wie z.B. Sphagnum oder Kokosfasern. Bromelien und Korkrindenstück dienen als Verstecke. Das Terrarium soll reichlich mit Kletterästen und Pflanzen eingerichtet und mit mit Wärme- und UV-Strahler ausgerüstet sein, die Temperatur sollte tagsüber ca. 25-30°C betragen, lokal höher. Nachts ist sie auf 22-24°C abzusenken. Regelmäßiges Sprühen ist notwendig [3].

In ihrem natürlichen Lebensraum sind die Tiere grasgrün gefärbt, im Terrarium geht die Farbe in Türkisblau über, was an der unterschiedlichen Intensität der UV-Strahlung liegen könnte.

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in ganz wenigen Institutionen gezeigt, von denen sich auch welche im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste. 

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Reptiliengutachten 1997 des BMELF soll ein Terrarium für ein Paar mindestens 6x so lang und 3x so breit sein wie die Kopf-Rumpflänge der Tiere. Die Höhe soll das Dreifache der Kopf-Rumpflänge betragen. Für jedes weitere Tier kommen 15% zur Basisfläche dazu. In der Schweizerischen Tierschutzverordnung (Stand 01.01.2017) und der 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2017) ist die Art nicht erwähnt.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1864 von dem amerikanischen Zoologen Edward Drinker COPE, damals Kustos der Academy of Natural Sciences in Philadelphia als "Gerrhonotus gramineus" beschrieben. Um die Mitte des letzten Jahrhunderts wurde die bereits von GRAY 1838 eingeführte Gattungsbezeichnung Abronia auf die Grüne Baumschleiche angewendet [4].

Literatur und Internetquellen

  1. FLORES-VILLELA, O. & SANTOS-BARRERA, G. 2007. Abronia graminea. The IUCN Red List of Threatened Species 2007: e.T63678A12695490. http://www.iucnredlist.org/details/63678/0. Downloaded on 14 July 2017.
  2. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  3. REPTILE CARE DATA BASE
  4. THE REPTILE DATA BASE

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx