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SCHÜRER, U. (2012)

Erstzuchten in Zoologischen Gärten des Verbands Deutscher Zoodirektoren seit 1975.

BONGO Berlin 43: 39-78.

Einleitung:

Erstzuchten in Zoos oder Aquarien, seien es solche, die im VDZ- Bereich (VDZ), in Europa (E) oder weltweit (W) gelungen sind, sind ein Nachweis für die tiergärtnerische Leistungsfähigkeit dieser Einrichtungen. Da es sie immer noch gibt, sind sie aber auch ein Hinweis darauf, dass wir noch nicht alles wissen und können. Noch sind nicht alle Arten in unserer Obhut auch nachgezogen worden. Schuhschnäbel (Abb.1) z. B. noch nicht im VDZ- Bereich und nur einmal in Belgien und in den USA.

Weltweit haben sich die Zoos und Schauaquarien die Erhaltung der Biodiversität auf ihre Fahnen geschrieben, oder wenigstens die Botschaft an ihr Publikum, dass diese wichtig und wertvoll ist. Dabei müssen wir feststellen, dass die Diversität unserer eigenen Tierbestände aus verschiedenen Gründen, die jetzt nicht unser Thema sein können, eher rückläufig als zunehmend ist.

Eine Erstzucht an sich ist noch keine Garantie dafür, dass es gelingt, eine Art in Zoos längerfristig zu erhalten. Sie ist aber Voraussetzung für ein koordiniertes erfolgreiches Zuchtbemühen, insbesondere wenn die Erfahrungen auch publiziert werden, vorzugsweise natürlich in unserem eigenen Verbandsorgan, dem „Zoologischen Garten“. Wir sehen Erstzuchten als Meilensteine und Bestätigung des tierpflegerischen Könnens an.

Änderungen in der Taxonomie, wie wir sie 2011 bei den Huftieren zu verzeichnen hatten (Groves & Grubb 2011, Wilson & Grubb 2011), beeinflussen natürlich auch den Status von Nachzuchten. Sie bleiben in diesem Vortrag unberücksichtigt.

Wenn man zurückblickt auf Welterstzuchten, z. B. die des Afrikanischen Elefanten am 11.4.1943 im Münchner Tierpark Hellabrunn oder die des Zwergschimpansen am 22.12.1963 im Zoo Frankfurt, so erkennt man, dass Zoologische Gärten inzwischen große Fortschritte beim Aufbau sich selbst erhaltender Zuchtgruppen gemacht haben (Abb. 2 Afrikanische Elefanten,  Abb.3 Bonobo mit Zwillingen). Das gilt auch für viele andere Arten von großen und mittelgroßen Säugetieren und Vögeln (Abb.4  Großer Ameisenbär, Abb.5 Geparden). Hier haben auch die Europäischen Erhaltungszuchtprogramme, die EEPs, segensreich gewirkt, viele davon, aber immer noch zu wenige EEPs, mit unseren Verbandsmitgliedern als Koordinatoren.

Wir sollten aber auch nicht übersehen, dass bei manchen Tiergruppen, z.B. Kleinsäugern, Wassergeflügel, Fasanen, Papageien, Tauben, Sperlingsvögeln, Reptilien Amphibien und Fischen viele Erstzuchten bei kenntnisreichen privaten Tierliebhabern gelungen sind, so z. B. die des Japanischen Riesensalamanders 1995 bei einem Privatmann in NRW. Auch hier gibt es durch Zusammenarbeit noch viel zu lernen. Vor allem für die Tiergruppen, die häufig in Privathand gehalten werden, sind die nun folgenden Listen mit Vorbehalt zu bewerten.

Etwa die Hälfte der Kolleginnen und Kollegen haben auf meine Anfrage vom Dezember 2011 geantwortet und wertvolle Mitteilungen gemacht. Einiges habe ich der Literatur entnommen. Wenn Sie sich wundern, dass Ihr Zoo in den Listen nicht erscheint, so liegt das an der fehlenden Rückmeldung, die aber gerne nachgeholt werden kann. Besonders dankbar bin ich denen, die mich mit schönen Fotos versorgt haben. Es war nicht meine Absicht, die Bildauswahl allzu „Wuppertal- lastig“ zu gestalten, ich hatte aber nicht genug Bilder aus anderen Zoos. Die Listen sind sicher nicht vollständig, ebenso wenig das Literaturverzeichnis.

 

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Gelesen 3658 mal Letzte Änderung am Dienstag, 26 Juni 2018 16:48
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx