Halbaffen

Blauaugen-Maki Feldprojekt

Sclater-Maki-Mann (Eulemur macaco flavifrons) Sclater-Maki-Mann (Eulemur macaco flavifrons)
© AEECL

Erforschung und Schutz des Blauaugen-Maki in Madagaskar

ca. 30 Zoos

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Außerhalb des Sahamalaza-Nationalparks sind die wenigen verbliebenen Waldfragmente durch Savanne voneinander getrennt. Stellenweise ist der Boden erodiert © M. Seiler

 

 

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Wald wird niedergebrannt, um auf dem für einige Jahre fruchtbaren Boden Reis anzubauen © M. Seiler

 

 

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Die Forscher kommen fast täglich dazu, sich als freiwillige Feuerwehr zu betätigen und Buschfeuer oder Waldbrände zu bekämpfen © B. Daniel

Obwohl der lange verschollene Sclater-Maki (Eulemur (macaco )flavifrons) 1983 von der Wissenschaft wieder entdeckt wurde, gehört er noch heute, mehr als 30 Jahre später, zu den am wenigsten erforschten Halbaffenarten. Etwa 30 europäische Zoologischen Gärten, darunter jene von Mülhausen im Elsass, Köln, Rheine und Saarbrücken und der Universität Straßburg ein Konsortium (Association Européenne pour l'Étude et la Conservation des Lémuriens - AEECL) gegründet, das sich der Erforschung und dem Schutz der madagassisches Lemuren widmet, wobei der stark gefährdete Sclater-Makis Priorität genießt [4].

Wissenschaftler des Zoos führen gemeinsam mit madagassischen Kollegen Studien zur Ökologie von Sclater-Makis durch und haben auf der Sahamalaza-Halbinsel im Nordwesten Madagaskars eine Forschungsstation aufgebaut, die langfristige Forschungsarbeiten ermöglichen soll. Mit finanzieller Unterstützung durch die Weltbank und mit Hilfe von AEECL und den Zoos wurde dort 2007 ein Nationalpark gegründet, der 260 km² umfasst, wovon 127 km² Meeresschutzgebiet, 58 km² Mangroven und 75 km² halb-feuchter, immergrüner Küstenwald. Nebst dem Sclater-Maki leben sechs weitere Halbaffen-Arten und die Fossa im Nationalpark, zur Vogelwelt gehören 16 endemische Arten, darunter der Schopfibis, und es wurden 20 Reptilienarten festgestellt. Außerhalb des Parks ist der Lebensraum auf der Halbinsel  in hohem Maße degradiert und fragmentiert [3].

Außer Forschung wird von der AEECL Umwelterziehung betrieben, um die lokale Bevölkerung zur nachhaltigen Nutzung ihrer Lebensgrundlagen anzuleiten. Es wurden entsprechende Programme erarbeitet und in jedem der betroffenen Dörfer wurden Strukturen aufgebaut, die auf dieses Ziel hinwirken, so z.B. lokale Komitees für den Schutz des Waldes [4].

Der Bestand an Sclater-Makis im Nationalpark wurde auf 2’780-6'950 Individuen geschätzt [2]. Er nimmt weiterhin ab [1]. In Europa gibt es ein Erhaltungszuchtprogramm, das vom Zoo Mülhausen koordiniert wird.

Literatur und Internetquellen:

  1. ANDRIAHOLINIRINA, N.et al. 2014. Eulemur flavifrons. The IUCN Red List of Threatened Species: e.T8211A16117351. http://www.iucnredlist.org/details/8211/0. Downloaded on 18 May 2018.
  2. SCHWITZER, C., SCHWITZER, N, RANDRIATHAHINA G. H. & KAUMANS, W. (2005)
  3. SEILER, M. & SCHWITZER, C. (2010)
  4. AECCL - Association Européenne pour l'Étude et la Conservation des Lémuriens

Tierart-Datenblatt: Sclater's Maki (Eulemur (macaco) flavifrons)

Lebensraum: Madagaskar

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Gelesen 2984 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 29 Dezember 2021 17:02
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx