Meerkatzen, Makaken, Mangaben, Paviane

Schopfmangabe

Schopfmangabe (Lophocebus aterrimus) im Zoo Hoyerswerda Schopfmangabe (Lophocebus aterrimus) im Zoo Hoyerswerda
Kathrin Witzenberger, Zoo Hoyerswerda

Ordnung: Affen und Halbaffen (Primates)
Unterordnung: Trockennasenaffen (Haplorrhini)
Teilordnung: Eigentliche Affen (Simiiformes)
Überfamilie: Altwelt- oder  Schmalnasenaffen  (Catarrhini)
Familie: Meerkatzenverwandte (Cercopithecidae)
Unterfamilie: Backentaschenaffen (Cercopithecinae)
Tribus: Pavianartige (Papionini)

D NT 650

Schopfmangabe

Lophocebus aterrimus
Engl.: The Black Crested Mangabey
Franz.: Le cercocèbe noir

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Junge Schopfmangabe (Lophocebus aterrimus) im Zoo in der Wingst © Zoo Wingst
Wegen hohen Jagddrucks und gebietsweiser Lebensraumzerstörung nehmen die Beständer der Art ab, und die Schopfmangabe  wird als potenziell gefährdete Tierart (Rote Liste: NEAR THREATENED) eingestuft.

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Verbreitung: Zentralafrika : Kongo Dem. und nördliches Angola. Der Kongofluss bildet die nördliche Verbreitungsgrenze.

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Verbreitung der Schopfmangabe nach Roter Liste der IUCN. Dunkelblau: aterrimus; rot: opdenboschi

Besonderes: Ein langer, spitzer , senkrecht stehender Schopf ist das erkennungsmerkmal der Schopfmangabe. Das Fell ist einfarbig schwarz, lediglich die Backenbärte scheinen bei der nördlichen Unterart etwas graubräunlich aufgehellt. Der Schwanz ist mit 55-85 cm länger als Kopf und Rumpf (40-62 cm). Das Körpergewicht liegt bei Männchen um die 8 kg, bei Weibchen bei 4.5 bis 7 kg.

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Junge Schopfmangabe (Lophocebus aterrimus) im Zoo in der Wingst © Wingst Zoo
Schopfmagaben besiedeln feuchte Primär- und Sekundärwälder, gerne in Flussnähe, auch Sumpfwälder. Sie suchen ihre Nahrung, hauptsächlich Früchte, Blüten und Samen in den mittleren Stockwerken des Waldes, kommen gelegentlich aber auch auf den Boden hinunter.

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 20 gehalten, von denen sich einzelne im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Europäisches Zuchtbuch (ESB) seit 1999. Das Zuchtbuch wird vom Gaia Zoo in Kerkrade geführt. Am 1.5.2014 nahmen 19 Zoos mit einem Gesamtbestand von 45 Tieren teil. Der Bestand ist wohl zu klein, um langfristig erhalten werden zu können.

Mindestanforderungen an Gehege: Für die im Säugetiergutachten 2014 des BMEL für fünf Adulttiere vorgegebene Gehegeflächen und Volumina von  33 m² / 100 m³ sowohl außen wie innen liegt keine wissenschaftliche Begründung vor, noch viel weniger dafür, dass für jedes weitere Tier im Außengehege zusätzlich 4 m², innen aber nur 3 m² anzubieten sind. Nach altem Gutachten war für fünf Adulttiere ein Außengehege von 25 m² / 62.5 m³ und ein Innengehege von 10 m² / 25 m³ erforderlich, für jedes zusätzliche Tier außen 2 m², innen aber 1.5 m² mehr. Die Schweizerische Tierschutzverordnung schreibt sowohl für das Außen- wie  Innengehege   25 m² / 75 m³ und für jedes weitere Tier außen wie innen zusätzlich 4 m² vor.

Die Tierschutzsachverständigen der Zoos haben dagegen ein Außengehege von 40 m² / 120 m und ein Innengehege von  25 m² / 75 m³ , was eine Verdoppelung bzw. Verdreifachung de im Gutachten'96 vorgegebenen Kubaturen entspricht, und für jedes weitere Tier außen wie innen zusätzlich 3 m² vorgeschlagen.

Taxonomie und Nomenklatur: Wie bei vielen Primaten ist die Taxonomie der Mangaben umstritten. In der Roten Liste der IUCN werden unter Lophocebus zwei Arten aufgeführt, MITTERMEIER et al. [3] unterscheiden deren sechs.

Literatur und Internetquellen:

  1. BERGER, G. & TYLINEK, E. (1984)
  2. HART, J., GROVES, C.P. & EHARDT, C. (2008). Lophocebus aterrimus. The IUCN Red List of Threatened Species 2008: e.T12310A3333720. http://www.iucnredlist.org/details/12310/0. Downloaded on 16 May 2018.
  3. WILSON, D. E. et al. eds. (2009-)

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Gelesen 366 mal Letzte Änderung am Dienstag, 20 November 2018 08:55
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx