Andere Barsche (Meerwasser)

Schweins-Lippfische

Atlantischer Schweins-Lippfisch (Bodianus rufus) bei Porto de Galinhas, Brasilien Atlantischer Schweins-Lippfisch (Bodianus rufus) bei Porto de Galinhas, Brasilien
© Ventura auf Flickr. Veröffentlicht unter Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Lippfischartige (Labroidei)
Familie: Lippfische (Labridae)
Unterfamilie: Zahnlippfische (Hypsygeninae)

Vorbemerkung

Zahnlippfische sind recht große, meist farbenfrohe Fische, die mit einem beachtlichen, oft mit vorstehenden Zähnen versehenen Gebiss ausgestattet sind. Die zu dieser Gruppe gehörenden Schweinslippfische (Bodianus spp.) umfassen 45 Arten, von denen fast die Hälfte In europäischen Zoos und Schauaquarien gezeigt wird.

Mindestanforderungen an die Haltung (für alle Arten)

In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestnormen. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs fordert für die Haltung eines Paars oder einer Gruppe von Prachtlippfisch-Arten von 25-50 cm Länge ein Becken mit mindestens 5'000 l Inhalt. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

D LC 650

Atlantischer Schweinslippfisch

Bodianus rufus • The Spanish Hogfish • Le labre espagnol

535 070 006 010 Bodianus mesothorax Koeln Paysan
Atlantischer Schweins-Lippfisch (Bodianus rufus) mit Putzer im Kölner Zoo. NB: auf Originalbild als Bodianus mesothorax bezeichnet © Paysan / Kölner Zoo

 

 

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Approximative Verbreitung des Atlantischen Schweins-Lippfischs (Bodianus rufus)

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Der Atlantische Schweinslippfisch wird 28, ausnahmsweise bis 40 cm lang und kann ein Gewicht von 1 kg erreichen. Die Rückenflossen haben zusammen 12 Stachel- und 9-11 Weichstrahlen, die Analflosse 3 Stachel- und 11-13 Weichstrahlen. Kopf, Oberseite der vorderen Körperhälfte  und ein Teil der Rückenflosse sind bei Fischen aus flachem Wasser blau, bei solchen aus tiefem Wasser rot, der Rest des Körpers, der Schwanz und die übrigen Flossen sind gelb [2].

Verbreitung

Atlantik: Karibik und flache Gebiete des Westatlantiks von den Bermudas und Südflorida bis nach Südbrasilien. Die Art kommt in den Territorialgewässern von gegen 40 Ländern und abhängigen Gebieten vor [4].

Lebensraum und Lebensweise

Der Atlantische Schweinslippfisch lebt an Fels- oder Korallenriffen und in Seegraswiesen in tropischen Gewässern mit einer Temperatur von 22-28°C bis in eine Tiefe von 70 m. Er ernährt sich von Schlangensternen, Seeigeln, Weich- und Krebstieren und putzt als Jungtier auch andere Fische. Er bildet Haremsgruppen bestehend aus einem Männchen und mehreren Weibchen. Atlantische Schweinslippfische sind protogyne Zwitter, d.h. jüngere Tiere sind Weibchen und wandeln sich im Laufe ihres Lebens zu Männchen um [1; 2; 3; 4].

Gefährdung und Schutz

Der Atlantische Schweinslippfisch hat eine relativ weite Verbreitung und es sind keine besonderen Risiken bekannt. Er gilt trotz einem Mangel an Populationsdaten gemäß einer Beurteilung aus dem Jahr 2009 als nicht-gefährdet [2].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art ist für die gewerbliche Fischerei von untergeordneter Bedeutung, zumal sie saisonal über die Nahrungskette toxische Stoffwechselprodukte von Dinoflagellaten in ihrem Gewebe anreichern kann, was beim Konsum ihres Fleisches zu "Ciguatera" genannten Vergiftungen führt. Sie befindet sich im internationalen Aquarienfischhandel [2; 4]. Angebote liegen in Deutschland in der Größenordnung von 40-60 € (Online-Inserate 2018).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Der Atlantische Schweinslippfisch wird in über 20 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1758 von Carl von LINNÉ als "Labrus rufus" beschrieben. Der deutsche Arzt und Naturforscher Marcus Élieser BLOCH stellte sie 1790 als "Bodianus bodianus" in eine neue Gattung [2].

Literatur und Internetquellen

  1. EIBL-EIBESFELDT, I. (1969)
  2. FISH BASE
  3. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  4. XIE, Y. & RUSSELL, B. (2010). Bodianus rufus. The IUCN Red List of Threatened Species 2010: e.T187672A8596282. http://www.iucnredlist.org/details/187672/0. Downloaded on 02 April 2018.

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Gelesen 1981 mal Letzte Änderung am Samstag, 18 Mai 2019 15:32
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx