Aras und Keilschwanz-Sittiche

Nandaysittich

Nandaysittich (Nandayus nenday) im Tierpark Hamm Nandaysittich (Nandayus nenday) im Tierpark Hamm
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Papageienvögel (PSITTACIFORMES)
Familie: Echte Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Eigentliche Papageien (Psittacinae)
Tribus: Neuweltpapageien (Arini)

D LC 650

Nandaysittich

Nandayus (=Aratinga) nenday • The Nanday Parakeet • La conure nanday

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Nandaysittiche (Nandayus = Aratinga nenday) im Zoo Osnabrück © Lisa Josef, Zoo Osnabrück

 

 

 

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Approximative autochthone Verbreitung des Nandaysittichs (Nandayus = Aratinga nenday)

 

 

 

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Nandaysittich (Nandayus = Aratinga nenday) wildlebend im Mato Gross, Poconé, Brasilien © Bernard Dupont, veröffentlicht auf Wikimedia Commons unter Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic license.

 

 

 

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Der nicht-gefährdete Nandaysittich war früher häufig im Handel und dementsprechend auch sehr oft in Zoos zu sehen. Heute ist er noch mit mittlerer Häufigkeit vertreten, wobei er im deutschsprachigen Raum hauptsächlich in kleineren Tier- und in Vogelparks zu sehen ist.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Nandaysittich wird 30 cm lang und etwa 120-140 g schwer. Das Gefieder ist hauptsächlich grün, Schnabel und Vorderkopf sind schwarz. Es ist ein blaugraues Kropfband vorhanden. Die Schwanzfedern sind auf der Unterseite dunkelgrau, auf der Oberseite olivgrün mit blauen Spitzen. Die Geschlechter sind nur schwer zu unterscheiden. [3; 4; 6; 7]. 

Verbreitung

Südamerika: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay. Eingeführt in Puerto Rico, Uruguay und den Vereinigten Staaten (Kalifornien) [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Nandaysittich besiedelt Galeriewälder, isolierte Laubwäldchen und Palmenhaine des Pantanal sowie offene Savanne und Buschland im Chaco húmedo und Chaco seco in Höhenlagen bis über 800 m. Er ernährt sich von Baumnüssen, Samen, Früchten, Beeren, Blumen und Knospen, wobei er seine Nahrung häufig vom Boden aufliest [4].

Die Gelege bestehen aus vier Eiern, die während 25 Tagen vom Weibchen bebrütet werden. Nachts sitzt das Männchen jeweils mit im Nest. Die Jungen fliegen mit etwa sieben Wochen aus [3].

Gefährdung und Schutz

Die Gesamtpopulation wurde noch nicht bestimmt, aber die Art gilt als ziemlich häufig und ist deshalb als nicht gefährdet eingestuft. Möglicherweise nimmt sie sogar zu, weil durch die fortschreitende Entwaldung für sie geeignete neue Lebensräume entstehen (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Nandaysittiche werden für den nationalen Heimtierhandel gefangen bzw. ausgehorstet [1]. Von 2001-2018 wurden bei der Ausfuhr von Argentinien 11'314 (bis 2010) und von Paraguay 4'654 (bis 2003) Wildfänge registriert. Im selben Zeitraum wurden weltweit Exporte von 4'603 Nachzuchtvögeln erfasst, wovon 3'266 aus Argentinien kamen [2].

Haltung

Um 1870 wurden die ersten Vögel nach Europa eingeführt. Die Erstzucht gelang 1881 in Frankreich, das Höchstalter in menschlicher Obhut wird mit 30 Jahren und 3 Monaten angegeben [7; 9].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 70 Zoos gezeigt, von denen sich etwa ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Papageiengutachten des BMELF von 1995 ist für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels ein Käfig mit einer Grundfläche von 2 m² und einer Höhe von 1 m erforderlich, der in mindestens 80 cm Höhe aufzustellen ist, ferner ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 1 m². Für jedes weitere Paar sind die Grundflächen um 50% zu erweitern. Nach Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 2019) sind Nandaysittiche mindestens paarweise zu halten. Für (6!) Vögel ist ein Käfig mit Badegelegenheit, einer Grundfläche von 0.5 m² und einer Höhe von 60 cm vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 0.05 m² zu erweitern. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs schreibt für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels eine Voliere mit einer Grundfläche von 4 x 2 m Fläche und einer Höhe von 2 m sowie einen Schutzraum von 2 m² / 1 m Höhe mit einer Mindesttemperatur von 10°C vor. Den Vögeln müssen ganzjährig geeignete Schlafkästen zur Verfügung gestellt werden. Je weiteres Paar sind die Flächen um 50% zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Nandaysittich wurde von dem spanischen Kolonialoffizier Don Félix de AZARA in seinem Werk "Historia Natural de los Páxaros del Paraguay y Río de la Plata" (1802-1805) erstmals beschrieben, aber erst 1823 von dem französischen Ornithologen Louis Jean Pierre VIEILLOT als "Psittacus nenday" wissenschaftlich benannt. Die im Handbook of the Birds of the World verwendete Gattungsbezeichnung Nandayus wurde 1854 von Prinz Charles Lucien BONAPARTE eingeführt. In der Checkliste von 2014 wird die Art der Gattung Aratinga zugeordnet. Es gibt keine Unterarten [4; 5; 8].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2018). Aratinga nenday. The IUCN Red List of Threatened Species 2018: e.T22685752A131917909. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2018-2.RLTS.T22685752A131917909.en . Downloaded on 07 August 2019.
  2. CITES TRADE DATA BASE
  3. DE GRAHL, W. (1979/82)
  4. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  5. DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
  6. FORSHAW, J. M. & COOPER, W. T. (1981)
  7. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  8. STRUNDEN, H. (1984)
  9. YOUNG, A. M., HOBSON, E. A., BINGAMAN LACKEY, L. & WRIGHT, T. F. (2012)

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Gelesen 2167 mal Letzte Änderung am Montag, 30 Dezember 2019 08:49
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx