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STAMMER, S. (2003)

Verhaltensbeobachtungen an Fossas (Cryproprocta ferox) im Zoologischen Garten.

Diplomarbeit

61 Seite

Fachbereich Biologie, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Leitung: Prof. Dr. Hartmut Greven
Zoo Duisburg

Zusammenfassung:

Das Ziel der Arbeit war, die Verhaltensweisen von Cryptoprocta ferox zu beschreiben und zu dokumentieren.
1. Von Mai bis September 2002 wurden einzelne Tiere der Fossa-Zuchtgruppe im Zoo Duisburg beobachtet und ihr Verhalten mit der Videokamera aufgenommen. Von April 2003 bis Juni 2003 wurde ein 8-jähriges Weibchen in Einzelhaltung und während der Paarungszeit in Paarhaltung mit einem adulten Männchen (Alter unbekannt) intensiver beobachtet und ihr Verhalten protokolliert. Außerdem ein 7-jähriges Männchen in Einzelhaltung.
2. Die 46 beobachteten Verhaltensweisen wurden in 11 Gruppen eingeteilt: Sitz- und Ruhepositionen, Standpositionen, Lokomotion, Optische Wahrnehmung, Olfaktorische Wahrnehmung, Ruhen/Schlafen, Komfortverhalten, Markierverhalten, Nahrungsaufnehme, Paarungsverhalten und Jagen/Kämpfen.
3. Als Ergebnisse können festgehalten werden:
Die Aktivität der Fossas wird durch die Fütterungs- und Reinigungszeiten beeinflusst. Cryptoprocta ferox ist im Hinblick auf ihre bevorzugten Aktivitätszeiten Opportunist. Bei rolligen Weibchen tritt zusätzlich ein Verhalten, ähnlich dem Sternal-Markieren auf. Dieses drückt sich durch kraftvolles Reiben mit Hals und Kopf an der Gehegeeinrichtung aus. Das Beknabbern von Ästen geschieht nicht zufällig und ist nicht mit dem Markierverhalten korreliert. Sind die Fossas aggressiv und/oder aufgeregt, stellen sie die Haare des ersten Drittels ihres Schwanzes auf, zusätzlich kann der Schwanz einige Male hin und her peitschen. Das Gesicht einer in menschlicher Obhut aufgewachsenen und gehaltenen Fossa beträgt für adulte Männchen ca. 12 kg und für adulte Weibchen ca. 7 kg.
Die Tiere zeigen in der neuen Zuchtanlage nicht mehr so viele Formen von Bewegungsstereotypen. Bei Männchen kommen diese häufiger vor als bei Weibchen.
Die Tragzeit beträgt bei Cryptoprocta ferox etwa 50 Tage. Die Jungen verlassen ca. 2 Monate nach der Geburt das erste Mal die Wurfbox. Das häufige Umsetzen der Tiere könnte bei den territorial lebenden Fossas Stress auslösen. Daher sollte man überlegen, den Tieren Stammgehege zuzuordnen, von denen aus sie manchmal die Möglichkeit erhalten, über Schieber oder Verbindungstunnel in ein anderes Gehege zu wechseln.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx