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GREGOR-BÄHR, S. (1999)

Koalas in einem europäischen Zoo und ihre Wirkung auf Kinder.

Staatsexamensarbeit

94 Seite

Fachbereich Biologie, Universität Dortmund
Leitung: Prof. Dr. Bernhard Verbeek
Zoo Duisburg

Zusammenfassung:

Zusammenfassend kann von einer grundlegend positiven Wirkung der Koalas auf Kinder gesprochen werden. Diese positive Art der Betrachtung ist weder altersabhängig noch geschlechtsspezifisch. Die spontanen Aussagen der Kinder und Jugendlichen zeigen die Bedeutung der äußeren Erscheinung. Allein 72% der Schulkinder äußerten sich bereits beim Anblick der Tiere mit „Oh wie süß“.
Die Hypothese, dass Koalas aufgrund ihrer mangelnden Aktivität als eher langweilige Tiere wahrgenommen werden, hat sich nicht bestätigt. Einzig in der Gruppe der Kleinkinder lässt sich Desinteresse bei schlafenden Koalas feststellen.
Obwohl sich die Betrachtungsweise der Kinder und Jugendlichen im Laufe ihrer Entwicklung ändert, bleibt die positive Wahrnehmung bestehen. Je mehr Assoziation mit einem Kuscheltier an Relevanz verliert, gewinnt seine Exotik und das Interesse an seiner Lebensart an Bedeutung. In der Gruppe der Kleinkinder standen die Fragen nach den Namen der Tiere, ob man sie streicheln kann und ob sie beißen, im Vordergrund. Die Schulkinder beobachteten die Tiere intensiver und verglichen die Körperteile des Koalas mit ihren eigenen. Auch das Verhalten der Tiere wird dem eigenen gegenübergestellt.
Im Gegensatz zu diesen beiden Altersgruppen beobachten Jugendlich die Koalas von der eigenen Person unabhängig. Hier stehen ganz andere Fragen und Ansichten im Vordergrund. Die durch seine optische Erscheinung hervorgerufene Sympathie wird durch seinen Seltenheitswert gesteigert. Das Interesse der Jugendlichen liegt überwiegend in den Schutzmaßnahmen, die für den Koala getroffen wurden und in seiner Lebensart. Diese eindeutig positive Wirkung wird durch die Konzeption des Koalahauses unterstützt. Die Wahrnehmung eines Subjekts wird von seinem Umfeld und auch der persönlichen Verfassung beeinflusst. Das Umfeld, in dem man sich zur Beobachtungszeit befindet, ist das Koalahaus. Man kommt von der sehr aktionsreichen (während des Zoobesuchs) in eine ruhigere Beobachtungsphase. Da die meisten Gehege draußen sind und auch ein großer Teil der Tiere aktiv ist, empfindet man das Koalahaus als sehr entspannend. Da man in diesem Haus vergleichsweise wenig zusätzlichen Reizen ausgesetzt ist, empfindet man eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Schlafende Koalas strahlen eine gewisse Harmonie aus und wirken beruhigend. Selbst in ihren aktiven Phasen sind ihre Bewegungen überwiegend bedächtig. Fern ab von Stress und Lärm geht ein bisschen von ihrer Ruhe auf die Besucher über.

 

gregor-bähr

Gelesen 9471 mal Letzte Änderung am Montag, 25 Juni 2018 07:07
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx