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KÄSTNER, K. (1978)

Beobachtungen an Beutelteufeln (Sarcophilus harrisi) im Zoo.

Staatsexamensarbeit

92 Seite

Institut für Zoologie, Universität Erlangen
Leitung: Prof. Dr. Heinz Moeller
Zoo Duisburg

Zusammenfassung:

1. Die häufigste Bewegungsform ist der Galopp. Trab tritt nicht auf. Jungtiere sind gute Kletterer, Alttiere klettern nur noch selten.
2. Das Komfortverhalten wird katalogisch aufgeführt und die Verhaltensontogenese quantitativ dargestellt.
3. Obwohl erwachsene Beutelteufel in ihrer aktiven Zeit bestrebt sind, eine Individualdistanz aufrecht zu erhalten, suchen sie beim Schlafen und Ruhen Artgenossen zum Kontaktliegen auf.
4. Tasmanische Teufel schlafen in Unterschlüpfen oder Höhlen, die sie sich zum Teil selbst bauen.
5. Beim Beutefang sind die Pfoten dem Maul gleichgeordnet. Getötet wird die Beute durch Bisse in die Kopfregion. Zur Nahrungsaufnahme suchen Beutelteufel einen geschützten Ort auf. Beim Fressen werden sehr stark die Vorderpfoten zu Hilfe genommen.
6. Während Jungtiere bestimmte Kotplätze einhalten, defäkieren erwachsene Teufel über das ganze Areal verteilt.
7. Die beobachteten Lautäußerungen ermöglichen eine Kommunikation der Tiere auch über größere Entfernungen.
8. Wird eine Gefahr optisch wahrgenommen, dann reagieren die Beutelteufel viel stärker als bei olfaktorisch oder akustisch wahrgenommener Gefahr.
9. Aggressive Interaktionen sind relativ häufig, Kämpfe nur sehr selten. Eine soziale Hierarchie ist erkennbar.
10. Das Spielverhalten der Beutelteufel wird in einem Verhaltenskatalog aufgeführt. Die Ontogenese einzelner Spielverhaltensweisen wird graphisch dargestellt.
11. Die Jungen saugen über 8 Monate. Bis zu einem Alter von 21 Wochen werden die Jungen an den Zitzen transportiert, später auf dem Rücken. Bei Gefahr suchen die Jungen bei der Mutter Schutz. Bestimmte Lautäußerungen dienen dem Kontakt zwischen Mutter und Jungen.
12. Sarcophilus ist nachtaktiv. Die Jungtiere zeigen eine Entwicklung von polyzyklischer zu monozyklischer Aktivität. Die Aktivität der Mutter wird durch die Jungen beeinflusst.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx