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BRANDAUER, M. (2012)

Gehegenutzung Steinbockanlage.

Bachelorarbeit

85 Seiten

Organismische Biologie, Universität Salzburg
Leitung: Ao.Univ.-Prof. Dr. phil Gustav Bernroider
Zoo Salzburg

Zusammenfassung:

„Unter den wilden Geißen wird auch der Stein-Bock gezählt/ ist ein wunderlich/ verwegenes/ und geschwindes Thier/ wohnet in den höchsten Plätzen und Orten der Teutschen Alpen/ Felsen/ Schrofen/ und wo es alles gefroren/ Eyss und Schnee ist/ welche Orte genannt werden der Firn und Glättscher: Dann von wegen seiner Natur erfordert dieses Thier Kälte/ sonst würde es erblinden.“ (HERRE & RÖHRS 1966)

Es ist nicht verwunderlich, dass man die kurze Beschreibung des Steinbocks aus dem Allgemeinen Thierbuch (1966/1970) des Züricher Arztes und Naturforschers Conrad Gessner immer wieder in literarischen Werken finden kann. Nicht nur, weil Gessner durch seine alte Anschauung über den Alpensteinbock wesentliche Dinge erkannte, sondern auch, weil der Steinbock innerhalb der Schweiz eine besondere Stellung hatte/hat. (HERRE &RÖHRS 1966)

Wie ist es möglich, dass der König der Alpen und Wappenträger des Schweizer Kantons Graubünden im 19. Jahrhundert fast ausgestorben ist, obwohl er doch perfekt an das alpine Leben angepasst war? Einen Lebensraum, den die wenigsten Tiere bewohnen und er somit kaum unter Ressourcenknappheit leiden konnte (HOFRICHTER 2005)?

Und wie kommt es, dass wir den Steinbock heute nicht nur von alten Holzschnitten, Briefmarken und aus dem Sternzeichen kennen, sondern dieses edle Tier in Zoos und sogar wieder in der freien Wildbahn bewundern können?

Ohne die Hilfe von Naturkundlern, Jägern, dem hohen Adel, der Bevölkerung nicht zu vergessen und sogar Tierschmugglern, wäre der Alpensteinbock heute ein Mythos und wegen seiner heilenden Kräften, die man ihm nachsagt, nur noch Bestandteil so mancher Sage.
Heute ist der Alpensteinbock aus vielen Zoos gar nicht mehr weg zudenken. Er wird mit Begeisterung über die Kletterkünste und die Wendigkeit der Kitze, von großen und kleinen Zoobesuchern beobachtet. Da der Zoo leider immer öfter gegen den Meinungen vieler Zookritiker einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung vieler Tierarten beitragen muss, spielt auch das Wohlbefinden der Tiere, im Gegensatz zu früher, eine essentiellere Rolle. Je besser es den Tieren geht, desto effektiver ist der Zuchterfolg und somit auch die moderne Aufgabe eines Zoos. Nämlich die wichtige Aufgabe einen Beitrag zum Natur-und Artenschutz zu leisten.

Abgesehen davon, welcher Zoobesucher erfreut sich nicht über die Tollpatschigkeit eines jungen Tiers, das hilflos versucht sich auf den Beinen zu halten und zum ersten Mal ein paar Schritte wagt. Am Ende ist es ja genau das, auf was der Naturschutz angewiesen ist, auf das Verständnis der Bevölkerung und deren Mithilfe.

Es gibt viele Faktoren, die das Wohlbefinden in Gefangenschaft gehaltener Tiere beeinflussen. Neben Nahrungsangebot und der Gewährleistung von sozialen Kontakten (wenn nötig) spielt auch ein an den optimalen Lebensraum angepasstes Gehege eine wichtige Rolle. Um genau dies erreichen zu können ein optimales Gehege, haben Katharina Kerscher und ich uns zum Ziel gesetzt, in unserer Bachelorarbeit die Gehegenutzung des am 4. Mai wieder eröffneten Steinbockgeheges zu erheben. Wir erhoffen uns dadurch wichtige Erkenntnisse über die Benutzung des Geheges zu bekommen und somit einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung optimaler Steinbockgehege leisten zu können.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx