Eisvögel, Bienenfresser und Racken

Weißstirnspint

Weißstgirnspint (Merops bullockoides) im Kölner Zoo @ Rolf Schlosser / Kölner Zoo Weißstgirnspint (Merops bullockoides) im Kölner Zoo @ Rolf Schlosser / Kölner Zoo

Ordnung: Rackenvögel (CORACIIFORMES)
Unterordnung: Rackenartige (CORACII)
Familie: Bienenfresser (Meropidae)

D LC 650

Weißstirnspint

Merops bullockoides • The White-fronted Bee-eater • Le guêpier à front blanc

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Weßstirnspint (Merops bullockolides) am Kwando, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Weßstirnspints (Merops bullockolides)

 

 

 

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Weßstirnspinte (Merops bullockolides) am Kwando, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Bienenfresser sind attraktive Vögel, die im Zoo als Botschafterarten für den Schutz von Feuchtgebieten dienen. Wegen Ihrer Spezialisierung auf den Fang von Bienen und ähnlichen Insekten sind sie von zoopädagogischem Interesse und werden oft in Verbindung mit Schau-Bienenstöcken gezeigt. Der Weißstirnspint ist eine der selten gezeigten Arten.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Weißstirnspint erreicht eine Gesamtlänge von 23 cm und ein Gewicht von 28-38 g. Wie sein Name sagt, hat er eine weiße Stirn. Hinterkopf und Bauch sind ocker- bis orangefarben, Flügel und Schwanz grün. Der Augenstreif ist schwarz und durch einen weißen Streifen von der roten Kehle getrennt. Der Schwanz weist keine verlängerten mittleren Federn auf [2; 4].

Verbreitung

Südhälfte Afrikas: Angola, Botswana, Burundi, DR Kongo, Gabun, Kenia, Kongo, Malawi, Mosambik, Namibia, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Südafrika, Swasiland, Tansania [1]

Lebensraum und Lebensweise

Weißstirnspinte besiedeln Baumsavannen entlang von permanenten oder temporären Fließgewässern sowie mit Sträuchern bedeckte felsige Hügel und Weiden. In Südafrika häufig in Pflanzungen von Bienen anziehenden Bäumen, wie Eucalyptus. Beim Weißstirnspint bleiben die Paare während des ganzen Lebens zusammen. Bei 2/3 der Bruten helfen weitere Vögel, meistens die Nachkommen des Vorjahres bei der Aufzucht, und jeweils zwei oder drei Bruteinheiten innerhalb einer Kolonie bilden eine Sippe, die sich gegenseitig unterstützt und andere Vögel der Kolonie fernhält. Am Morgen fliegen die Vögel der Sippe gemeinsam zu ihren Jagdgründen, die etwa einen Kilometer vom Nest entfernt sein können und ebenfalls gegen andere Artgenossen verteidigt werden, um Insekten für ihre Jungen zu fangen. Die Gelege bestehen aus 2-5 Eiern, die während 19-21 Tagen bebrütet werden. Die Nestlingszeit dauert ca. 30 Tage [2; 3].

Gefährdung und Schutz

Der Weißstirnspint ist ein weit verbreiteter und häufiger Vogel im südlichen Afrika. Sein Bestand ist zunehmend. Er wurde deshalb 2016 als nicht-gefährdet eingestuft (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Weißstirnspint findet sich gelegentlich im internationalen Tierhandel [1].

Haltung

Als gesellige Vögel werden Bienenfresser in der Regel in Kolonien gehalten, die oft mit anderen Vogelarten vergesellschaftet werden. Wegen ihrer Kälteempfindlichkeit sollte ihnen auf jeden Fall eine geräumige Innenvoliere zur Verfügung stehen. Zur Zucht, die in jüngerer Zeit öfter gelungen ist (z.B. in Köln, Krefeld und Wien) ist eine Brutwand erforderlich.

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur in wenigen Zoos gezeigt, von denen sich ein paar im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für die Haltung von Bienenfressern. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2022) schreibt für Bienenfresser eine Außenvoliere mit einer Grundfläche von 10 m² und einer Höhe von 2 m für 6 Vögel sowie einen Schutzraum von 5 m² x 2 m vor. Für jeden weiteren Vogel ist das Flächenangebot um 15% zu erweitern. Die Vögel sind bei einer Raumtemperatur zu überwintern, die 15°C nicht unterschreitet, zusätzlich ist Strahlungswärme anzubieten. Bei ständiger Haltung im Innenraum ist die Innenvoliere zumindest entsprechend den Mindestmaßen der Außenvoliere zu errichten.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Weißstirnspint wurde 1838 von dem schottischen Arzt und Zoologen Sir Andrew SMITH unter seinem heute noch gültigen Namen erstmals wissenschaftlich beschrieben. Es gibt keine Unterarten [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Merops bullockoides. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22683684A92995705. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22683684A92995705.en . Downloaded on 17 July 2019.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  3. GINN, P.J., McILLERON, W.G. & MILSTEIN, P. le S. (1999)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)

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Gelesen 9085 mal Letzte Änderung am Samstag, 26 März 2022 17:04
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx