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JEZYSCHEK, M. (2012)

Der Einfluss psychoneuroimmunologischer Faktoren auf die Parasitierung von Zootieren mit intestinalen Protozoen

Diplomarbeit

97 Seiten

Ganzer Text

Fakultät für Biologie, Ruhr-Universität Bochum
Betreuer: Prof. Dr. Günther A. Schaub
Zoo Wuppertal

Zusammenfassung:

Parasit-Wirt-Systeme werden von verschiedenen psychoneuroimmunologischen Faktoren beeinflusst. Diese Faktoren können das Gleichgewicht zu Gunsten oder Ungunsten des Wirtes bzw. Parasiten verschieben. Solche Faktoren sind Alter, Geschlecht, Rangordnung und Fortpflanzung. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden Auswirkungen der entsprechenden Faktoren auf die Parasitierungen mit intestinalen Protozoen bei einer Erdmännchen- und Weißlippenhirschgruppe sowie den Diamanttäubchen des Zoologischen Gartens Wuppertal untersucht.

  • Ein Einfluss des Alters auf das Immunsystem lag bei den Erdmännchen vor, bei denen das Jungtier eine deutlich höhere Parasitierung aufwies als die Adulten. Bei den Weißlippenhirschen waren es aber die jüngeren Tiere, die einen geringeren Befall mit intestinalen Protozoen aufwiesen, als die Adulten.
  • Auswirkungen des Geschlechts auf die Parasitierung lagen bei den Erdmännchen nicht vor. Bei den Weißlippenhirschen war der Platzhirsch zu Beginn der Beobachtung verstorben. Bei den Diamanttäubchen enthielt der Kot des Männchens weniger Parasiten.
  • Die Rangordnung als psychoneuroimmunologischer Faktor spiegelt sich besonders gut bei den Erdmännchen wider, bei denen eine zunehmende Prasitierung intestinaler Protozoen mit dem abnehmendem Rang der Tiere korrelierte. Ein ähnlicher Trend war ebenfalls bei den adulten Weißlippenhirschkühen zu beobachten.
  • Die Diamanttäubchen besaßen in der Brutzeit eine stärkere Parasitierung mit Isospora sp. als außerhalb dieser Phase und als nicht brütende Tiere.
  • Bei den Erdmännchen wirkten sich besonders deutlich spontan auftretende stressreiche Ereignisse aus und verstärkten die Parasitierung.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx