Turakos

Schwarzschnabel-Turako

Schwarzschnabelturako (Tauraco schuettii) im Zoo Heidelberg Schwarzschnabelturako (Tauraco schuettii) im Zoo Heidelberg
© Thomas Bersch, Heidelberg

Ordnung: Kuckucksvögel (CUCULIFORMES)
Unterordnung: Turakos und Lärmvögel (MUSOPHAGAE)
Familie: Turakoartige (Musophagidae)

Unterfamilie: Helmturakos (Musophaginae)

D LC 650

Schwarzschnabelturako

Tauraco schuettii • The Black-billed Turaco • Le touraco à bec noir

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Schwarzschnabelturako (Tauraco schuettii) im Zoo Heidelberg © Thomas Bersch, Heidelberg

 

 

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Approximative Verbreitung des Schwarzschnabelturakos (Tauraco schuettii)

 

 

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Als relativ große, lebhafte und farbenfrohe Volierenvögel sind die Turakos gute Botschafter für den Natur- und Artenschutz in ihren Heimatländern. Da sie allerdings sehr territorial und auch gegenüber vergleichbar großen Vögeln anderer Arten zumeist intolerant sind und sich auch Paare in benachbarten Volieren gegenseitig stören, werden sie weniger häufig gehalten, als zu erwarten wäre. Der Schwarzschnabel-Turako ist mittlerweile aus europäischen Zoos ganz verschwunden.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Schwarzschnabelturako wird etwa 40 cm lang und etwa 200-270 g schwer. Kopf, Hals und Vorderrücken sind grün, die Brust ist etwas dunkler, der Bauch ist grau. Schultern, Armschwingen und Steuerfedern glänzen metallisch. Die nackte Haut um das Auge ist rot, das Gefieder darum ist schwarz und weiß gezeichnet. Schnabel und Füße sind schwarz. Die Spitze der Federhaube ist weiß [3; 4].

Wie bei allen Helmturakos ist die grüne Gefiederfärbung durch die Einlagerung von Turacoverdin, einem kupferhaltigen Porphyrin-Pigment bedingt, ferner gibt es in Teilen des Gefieders das rote Turacin. Die beiden Pigmente kommen ausschließlich bei Turakos und sonst bei keiner anderen Tierart vor [4].

Verbreitung

Zentralafrika: Angola, Burundi, Kenia, Kongo, DR Kongo, Ruanda, Sudan, Südsudan, Tansania, Uganda, Zentralafrikanische Republik [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Schwarzschnabelturako bewohnt immergrüne Wälder in 500-2'800 m Höhe. Er frisst ausschließlich Früchte. Er hat keine feste Brutzeit, das Nest wird in dichtbelaubtem Geäst etwa 3-5 m über dem Boden  errichtet, das Gelege besteht aus zwei weißen Eiern [3].

Gefährdung und Schutz

Der Schwarzschnabelturako hat ein sehr großes Verbreitungsgebiet und ist meist recht häufig. Er wird deshalb aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2016 nicht als gefährdet angesehen, obwohl keine Bestandszahlen vorhanden sind (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Von 2001-2018 meldete Uganda die Ausfuhr von 24 lebenden Wildfängen und etwas Wissenschaftsmaterial. Im selben Zeitraum wurden weltweit Exporte von 16 Nachzuchtvögeln registriert [2].

Haltung

Helmturakos aller Arten verhalten sich sehr territorial. Die Vergesellschaftung eines Turako-Paars mit Artgenossen oder Turakos anderer Arten ist so gut wie ausgeschlossen, sogar Turakos in benachbarten Volieren stören. Möglich sind Vergesellschaftungen mit kleineren oder mit bodenlebenden Vögeln [4]. Größere Vögel werden auch attackiert und oft kommt es zu Aggressionen zwischen den Partnern eines Paars, die mit dem Tod des einen Vogels, meist des Weibchens, enden können [5].

Für die Haltung eines Paars wird eine Voliere mit den Abmessungen 4.0 x 2.5 x 2.5 m (LxBxH) mit angeschlossenem Schutzraum, der etwas kleiner sein darf, empfohlen [4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wurde in der Vergangenheit in etlichen Zoos gehalten, ist aber gegenwärtig (2018) in europäischen Institutionen nicht mehr vertreten. Die europäische, eventuell Welt-Erstzucht gelang 1970 im Jersey Zoo, die deutsche Erstzucht 1996 im Opel-Zoo Kronberg. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für die Haltung von Turakos.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Schwarzschnabel-Turako wurde 1879 von Jean Louis CABANIS, dem Nachfolger von Martin Hinrich LICHTENSTEIN als Direktor des Berliner Museums für Naturkunde, unter der Bezeichnung "Corythaix Schuettii" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Tauraco war bereits 1779 von Krzysztof Jan KLUK, einem Agronomen und Entomologen aus Warschau, eingeführt worden. Es gibt zwei Unterarten [3].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Tauraco schuettii. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22688316A93192338. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22688316A93192338.en . Downloaded on 12 July 2019.
  2. CITES TRADE DATA BASE
  3. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  5. HOLLAND, G. (2008)

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Gelesen 3199 mal Letzte Änderung am Montag, 15 Juli 2019 15:28
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx