Keas, Feigen- und Zwerg-Papageien

Edwards-Feigenpapagei

Edwards-Feigenpapagei (Psittaculirostris edwardsii) im Loro Parque, Tenerife Edwards-Feigenpapagei (Psittaculirostris edwardsii) im Loro Parque, Tenerife
© Loro Parque

Ordnung: Papageienvögel (PSITTACIFORMES)
Familie: Echte Papageien (Psittacidae)
Unterfamilie: Eigentliche Papageien (Psittacinae)
Tribus: Feigenpapageien (Cyclopsittacini)

D LC 650

Edwards-Feigenpapagei

Psittaculirostris edwardsii • The Edwards's Fig Parrot • Le psittacule d'Edwards

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Edwards-Feigenpapagei (Psittaculirostris edwardsii) im Papageien-Auffangzentrum Veldhoven, Niederlande © Johannes Pfleiderer, Zoo Duisburg

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Edwards-Feigenpapageis (Psittaculirostris edwardsii)

 

 

 

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Briefmarke mit Edwards-Feigenpapagei (Psittaculirostris edwardsii) als Motiv. Sint Maarten.

 

 

 

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Von dem auf Neuguinea häufigen Edwards-Feigenpapagei gelangten während einiger Jahre relativ viele Wildfänge auf den Weltmarkt. Dies ist heute nicht mehr der Fall und der Handel mit Nachzuchtvögeln ist überschaubar. In Zoos war die Art jedoch stets selten und ist heute nur noch in ganz wenigen Einrichtungen zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Edwards-Feigenpapagei ist mit einer Länge von 18-19 cm und einem Gewicht von ca. 105 g etwa so groß wie ein Agapornis. Sein Gefieder ist vorwiegend grün mit schwarzem Nacken, gelben Ohrdecken, roter Kehle und blauem Brustband, bei den Männchen auch einer roten Bauchzeichnung [3; 4; 5].

Verbreitung

Australasien: Indonesien (West-Papua), Papua Neuguinea [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Edwards-Feigenpapagei besiedelt Wälder, Waldränder und offene, mit Bäumen bestandene Gebiete des Tieflands und der Hügelzone. Er ernährt sich überwiegend von Feigen, nimmt aber auch Früchte von Kasuarinen und anderen Bäumen. Genistet wird in kleinen Höhlen hoch in den Bäumen. Die Gelege bestehen aus 2 Eiern, die während 22-24 Tagen ausgebrütet werden. Die Jungen verlassen das Nest mit etwa 8 Wochen [1; 4; 5].

Gefährdung und Schutz

Der Gesamtbestand dieser Art wurde noch nicht bestimmt, aber der Edwards-Feigenpapagei wird gebietsweise als häufig bis sehr häufig gesehen und deshalb nicht als gefährdet beurteilt (Rote Liste: VULNERABLE) [1].

Der internationale Handel ist nach CITES-Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Von 1981-2018 exportierte Indonesien 6'960 Wildfänge, allerdings nach 1995 keine mehr. Im selben Zeitraum wurden weltweit 642 Nachzuchtvögel bei der Ausfuhr registriert. Davon kamen 355 aus Singapur [2].

Haltung

Außerhalb der Brutzeit können Feigenpapageien in Gruppen gehalten werden [5]. Das Höchstalter in menschlicher Obhut wird mit 20 Jahren und 5 Monaten angegeben [7].

Die Art wird in Europa nur ausnahmsweise in Zoos gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: Nach Papageiengutachten des BMELF von 1995 ist für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels ein Käfig mit einer Grundfläche von 0.5 m² und einer Höhe von 50 cm erforderlich, der in mindestens 80 cm Höhe aufzustellen ist, ferner ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 0.5 m². Für jedes weitere Paar sind die Grundflächen um 50% zu erweitern. Nach Schweizerischer Tierschutzverordnung (Stand 1.2.2022) sind Feigenpapageien mindestens paarweise zu halten. Für bis zu vier (!) Vögel ist ein Käfig mit Badegelegenheit, einer Grundfläche von 0.24 m² und einer Höhe von 50 cm vorgeschrieben, für jedes weitere Tier ist die Grundfläche um 0.05 m² zu erweitern. In der Praxis dürfte das aber kaum funktionieren. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (2022) schreibt für die Haltung eines Paars oder ausnahmsweise eines Einzelvogels einen Käfig mit einer Grundfläche von 2 m² und einer Höhe von 1 m sowie einen Schutzraum von 1 m² mit einer Mindesttemperatur von 15°C vor. Je weiteres Paar sind die Flächen um 50% zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Edwards-Feigenpapagei wurde 1885 vom französischen Zoologen Émile OUSTALET aus Montbéliard als "Cyclopsittacus Edwardsii" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Später wurde er in die bereits 1859 von J. E. GRAY und G. R. GRAY vom Britischen Museum eingeführte Gattung Psittaculirostris gestellt. Die Art ist monotypisch. Ihre Benennung erfolgte nach George EDWARDS (1694-1773), einem Naturforscher und Ornithologen aus Essex, der als der „Vater der britischen Vogelkunde“ gilt [4; 6].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Psittaculirostris edwardsii. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T22684903A93050735. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T22684903A93050735.en . Downloaded on 23 August 2019.
  2. CITES TRADE DATA BASE
  3. DE GRAHL, W. (1979/82)
  4. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  5. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  6. STRUNDEN, H. (1984)
  7. YOUNG, A. M., HOBSON, E. A., BINGAMAN LACKEY, L. & WRIGHT, T. F. (2012)

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Gelesen 6517 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 24 März 2022 16:20
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx