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MUNDIGER, C. (2008)

Dynamik der Rangordnung in einem Junggesellenrudel von Wölfen im Zoo Osnabrück

Bachelorarbeit

77 Seiten

Fachbereich Biologie/Chemie, PD Dr. U. Gansloßer, Prof. Dr. J. Korb
Universität Osnabrück
Zoo Osnabrück

Voller Text

Zusammenfassung:

Aus den Beobachtungen der Dynamik der Rangordnung in einem Junggesellenrudel von Wölfen im Zoo Osnabrück ergaben sich zusammenfassend folgende Resultate:

  • Linearität und Directional Consistency: Die von WENSING & VAN HOOFF (1987) aufgrund ihrer hohen Linearität und Richtungsstetigkeit zur Bestimmung einer Rangfolge geeigneten Verhaltensweisen „High Posture“ und „Low Posture“ erreichen nur eher geringe Werte. Auch die meisten Ergebnisse für den DC-Index sind relativ niedrig. „Low Posture“ und „High Posture“ erreichen nur minimal überdurchschnittliche, bzw. gerade nur durchschnittliche Werte. Die Verhaltensweisen „Low Posture“ und vor allem „High Posture“ weisen mit ihren niedrigen DC-Werten, im Falle der „High Posture“ zusätzlich auch geringer Linearität, folglich auf Unsicherheiten und Rangkämpfe während des Untersuchungszeitraums hin.
  • Rangfolgen und Verhaltensweisen: In Kombination der Rangfolgen mit der Auswertung der Soziogramme zeigt sich Welpie an erster Position, gefolgt von Pummelchen in zweiter und Finn in dritter Folge. An vierter Stelle steht Chino, an letzter Omega. Tendenzen für eine neue Rangordnung bestehen also schon, allerdings noch nicht „endgültig gefestigt“, sprich nicht hochgradig linear. Die nach dem Fortgang des alten Alphatieres stattfindende Umstrukturierung wirken sich während des Untersuchungszeitraumes in Form von nicht stabilisierten und Expansionstendenzen unterworfenen Rangpositionen aus.
  • Situative/formale Dominanz : Die situative Dominanz ist zumindest hinsichtlich der ersten Position stabiler als die formale. Für die weiteren Plätze ergibt sich für beide Kategorien keine lineare Rangfolge.
  • Liegedistanzen: Rangniedrige Wölfe liegen seltener in der Nähe der anderen Wölfe, wenn aber dann bevorzugt im Umkreis des Alphawolfes. Je enger Wölfe zusammen liegen, desto stärker ist die Bindung zueinander. So gesehen bei Finn und Pummelchen, die außerdem bestätigen, dass zwischen hochrangigen Rüden oftmals eine enge Beziehung herrscht.
  • Laufreihenfolgen: Laufreihenfolgen spiegeln tatsächlich zum Großteil die soziale Hierarchie wieder. Rangniedrige Tiere wurden nicht beim Führen beobachtet, während das Alphamännchen am häufigsten die Spitze übernahm. Allerdings wechselt er sich in der Führung jedoch auch mit anderen hochrangigen Männchen ab.

 

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx