Lerchen bis Drosseln

Elfenblauvogel

Elfenblauvogel (Irena puella), Hahn im Tiergarten Nürnberg Elfenblauvogel (Irena puella), Hahn im Tiergarten Nürnberg
Pressefoto TG Nürnberg

Ordnung: Sperlingsvögel (PASSERIFORMES)
Unterordnung: Singvögel (OSCINES)
Familie: Feenvögel (Irenidae)

D LC 650

Elfenblauvogel

Irena puella • The Asian Fairy-bluebird • L'irène vierge

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Elfenblauvogel (Irena puella), Henne im Tiergarten Nürnberg © Tiergarten Nürnberg (Pressefoto)

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Elfenblauvogels (Irena puella)

 

 

 

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Elfenblauvogel (Irena puella), Hahn im Zoo Leipzig © Jirka Schmidt, Riesa

 

 

 

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Elfenblauvogel (Irena puella), Henne im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Der global nicht gefährdete und in Indonesien formal nicht geschützte Elfenblauvogel ist eine in ihrem Ursprungsgebiet häufig als Käfigvogel gehandelte Art, deren Bestände abnehmen. Er ist daher ein guter Aufhänger für Aufrufe und Maßnahmen zum Schutz der Singvögel, wie sie z.B. 2017-2019 im Rahmen der "Silent Forest"-Kampagne der EAZA getätigt wurden. In europäischen Zoos ist er nicht allzu häufig zu sehen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Elfenblauvogel wird (21-)26-28(-30) cm lang und 52-76 g schwer. Es besteht ein Geschlechtsdichromatismus: Die Hähne sind schwarz mit leuchtend blauer Oberseite, die Hennen mattgrün bis graublau mit dunkleren Schwingen [2; 3].

Verbreitung

Süd- und Südostasien: Bangladesch, Bhutan, Brunei Darussalam, China, Indien, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Philippinen, Singapur, Sri Lanka, Thailand, Vietnam [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Elfenblauvogel ist ein Bewohner immergrüner Regenwälder des Tieflands und mittlerer Höhenlagen, je nach Region bis 1'900 m. Elfenblauvögel sind territorial: Sie dulden zur Brutzeit auch in großen Hallen keine Artgenossen und sind in Nestnähe auch gegenüber Vögeln anderer Arten aggressiv. Sie sind Gemischtkostler, die in Menschenobhut mit geschnittenem Obst und Gemüse, Nektar und Insekten gefüttert werden. Das Gelege besteht aus 2-3 Eiern, die während 12-14(-18) Tagen bebrütet werden. Die Jungen werden nach 13-16 Tagen flügge [2; 3; 4].

Gefährdung und Schutz

Der Elfenblauvogel hat eine außerordentlich weite Verbreitung und, obwohl die Bestände als Folge von Lebensraumzerstörung und -fragmentierung abnehmen, ist er im größten Teil seines Areals noch häufig. Er gilt deshalb nicht als gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1]. In Indonesien ist die Art formal nicht geschützt, aber es gibt Fangquoten, die allerding in der Praxis kaum eingehalten werden [6].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird gebietsweise zur Gewinnung von Fleisch gejagt und befindet sich im internationalen Tierhandel [1]. In Indonesien ist der Elfenblauvogel ein beliebter Käfigvogel, für den Preise bis zu 220 USD erzielt werden. Über die Vogelmärkte auf Java, Bali und Lombok werden jährlich über 2'000 Individuen gehandelt, was einem Umsatz von über 120'000 USD entspricht [6].

Haltung

Im Tierpark Berlin erreichte ein männlicher Vogel ein Alter von 11 Jahren, 2 Monaten und 14 Tagen, bis er wegen eines Beinbruchs euthanasiert werden musste [5]. Als Höchstalter in menschlicher Obhut werden 13 Jahre angegeben [3].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 25 Zoos gezeigt, von denen sich über ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine konkreten Mindestanforderungen an Gehege für Feenvögel.

Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2020) schreibt für ein Paar Feenvögel einen Käfig mit den Mindestmaßen 200x100x100 cm (LxBxH) vor. Bei der Haltung in Außenvolieren muss ein Schutzraum mit einer Grundfläche von 1 m² vorhanden sein. Die Voliere ist dicht mit Sträuchern, Laubgehölzen oder Koniferen auszustatten. Wie man einen Behälter mit den angegebenen Maßen so bepflanzt, sagt die Verordnung leider nicht.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Elfenblauvogel wurde 1790 vom britischen Arzt und Naturforscher John LATHAM als "Coracias Puella" erstmals wissenschaftlich beschrieben und in die Verwandtschaft der Racken gestellt. Die heute gültige Gattungsbezeichnung Irena wurde 1821 durch den US-amerikanischen Zoologen Thomas HORSFIELD eingeführt, der von einer Verwandtschaft mit den Drongos ausging. Heute gelten die Blattvögel als nächste Verwandte der Feenvögel. Es werden 6 Unterarten anerkannt [1].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Irena puella. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T103775156A93991401. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T103775156A93991401.en . Downloaded on 11 January 2020.
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  3. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  4. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  5. KAISER, M. (2011)
  6. NIJMAN, V., IMRON, M. A. & K. A. I. NEKARIS (2019)

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Gelesen 1415 mal Letzte Änderung am Montag, 13 Januar 2020 12:30
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx