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Bartvögel, Tukane und Spechte

Blauwangen-Bartvogel

Chinesischer Blauwangen-Bartvogel (Megalaima asiatica davisoni) in der Wilhelma Stuttgart Chinesischer Blauwangen-Bartvogel (Megalaima asiatica davisoni) in der Wilhelma Stuttgart
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Spechtvögel (PICIFORMES)
Unterordnung: Spechtartige (PICOIDEA)

Familie: Bartvögel (Capitonidae)
Unterfamilie: Asiatische Bartvögel (Megalaimatinae)

D LC 650

Blauwangen-Bartvogel

Megalaima asiatica • The Blue-throated Barbet • Le barbu à gorge bleue

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Chinesischer Blauwangen-Bartvogel (Megalaima asiatica davisoni) in der Wilhelma Stuttgart © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Approximative Verbreitung des Chinesischen Blauwangen-Bartvogels (Megalaima asiatica davisoni)

 

 

 

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Chinesischer Blauwangen-Bartvogel (Megalaima asiatica davisoni) in der Wilhelma Stuttgart © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Chinesischer Blauwangen-Bartvogel (Megalaima asiatica davisoni) in der Wilhelma Stuttgart © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

 

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Von den 82 in Südamerika, Afrika und Südostasien verbreiteten Bartvogelarten werden nur etwa 10 in europäischen Zoos gehalten. Der Blauwangen-Bartvogel ist eine der Arten, die früher nur selten gezeigt wurden und mittlerweile bei uns ganz verschwunden sind oder nur noch vereinzelt in Privathaltungen vorkommen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Blauwangen-Bartvogel erreicht eine Gesamtlänge von 22-23 cm und ein Gewicht von 61-103 g. Er hat einen kräftigen, schwarz-und-weißen Schnabel. Sein Rückengefieder ist dunkelgrün, Bauch und Schwanz sind hellgrün Der Kopf ist hellblau mit roten, weißen und schwarzen Partien auf Stirn und Scheitel, die je nach Unterart variabel ausgebildet sind [3].

Verbreitung

Süd- und Südostasien: Bangladesch, Bhutan, China, Indien, Laos, Myanmar, Nepal, Pakistan, Thailand, Vietnam [1].

Lebensraum und Lebensweise

Der Blauwangenbartvogel lebt in immergrünen und laubabwerfenden Bergwäldern, in Lichtungen, an Waldrändern, in Pflanzungen, Parks und Gärten. Er ist in Höhenlagen von 200-2'000 m verbreitet und geht selten bis 2'450 m.ü.M.. Gefressen werden Feigen und andere Früchte, Beeren, Blüten und Pistazienkerne, dazu Insekten aller Art, Insektenlarven und andere Arthropoden wie Tausendfüßer. Größere Beutetiere werden vor dem Verschlingen gegen Zweige geschlagen, sodass sie tot oder zumindest belämmert sind. Zum Brüten baut das Paar eine Nesthöhle in Baumstämmen oder starken Ästen, oder vergrössert eine bestehende Spechthöhle. Der Eingang hat einen Durchmesser von 7 cm, die tiefer gelegene Nestkammer einen Durchmesser von 10-15 cm. Die meist 3-4 Eier werden während etwa 14 Tagen von beiden Partnern ausgebrütet. Es beteiligen sich auch beide am Füttern der Jungen [1; 2].

Gefährdung und Schutz

Der Blauwangenbartvogel hat eine sehr weite Verbreitung. Es gibt keine genauen Informationen zur Größe der Gesamtpopulation, aber die Art ist allgemein häufig und es wird angenommen, dass die Bestände stabil sind oder eher zunehmen. Sie gilt deshalb nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2016 als nicht-gefährdet (Rote Liste: LEAST CONCERN) [1].

Der internationale Handel ist unter CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird lokal bzw. im nationalen Rahmen zur Fleischgewinnung gejagt. Sie befindet sich im internationalen Tierhandel [1].

Haltung

Die Eingewöhnung in eine Gesellschaftsvoliere kann schwierig und mit Schreckreaktionen verbunden sein. Im Zoo Basel wurde von Jahren ein Blauwangen-Bartvogel von Gough-Teichhühnchen (Gallinula comeri) getötet und gefressen. Grundsätzlich lassen sich aber Blauwangen-Bartvögel mit vielen anderen Vogelarten und manchen Reptilienarten vergesellschaften[5].

Haltung in Zoos: Die Art wird gegenwärtig nur noch ganz vereinzelt gehalten. Für Details siehe www.zootierliste.de.

Mindestanforderungen an Gehege: In Deutschland und der Schweiz gibt es keine Mindestanforderungen an Gehege für Bartvögel. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs (Stand 2019) schreibt für ein Paar eine Außenvoliere von 6 m² / 15 m³ und eine Innenvoliere von 3 m² / 6 m³ vor. Bei Unterbringung von zwei weiteren Vögeln ist die Grundfläche um 25% zu erweitern.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Blauwangenbartvogel wurde 1790 vom britischen Arzt und Naturforscher John LATHAM als "Trogon asiaticus" erstmals wissenschaftlich beschrieben. Die Gattungsbezeichnung Megalaima wurde vom englischen Ornithologen George Robert GRAY 1842 eingeführt. Die neue Checkliste von 2014 stellt die Art in die Gattung Psilopogon, was von der IUCN übernommen wurde. Es werden gegenwärtig zwei Unterarten anerkannt [2; 3].

Literatur und Internetquellen

  1. BIRDLIFE INTERNATIONAL (2016). Psilopogon asiaticus. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T61469878A95169030. http://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2016-3.RLTS.T61469878A95169030.en. Downloaded on 24 July 2019.
  2. DEL HOYO, J., COLLAR, N., CHRISTIE, D.A., ELLIOTT, A. & FISHPOOL L.D.C. (2014)
  3. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A. et al. (eds., 1992-2013)
  4. GRUMMT, W. & STREHLOW, H. (2009)
  5. KRADOLFER, K. D. (2019)

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Gelesen 887 mal Letzte Änderung am Montag, 21 Oktober 2019 13:37