Südliches Afrika

Nama-Karoo

Karoo-Nationalpark, Große Karoo, Westkap, Südafrika Karoo-Nationalpark, Große Karoo, Westkap, Südafrika
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

8.3.1 Vornamib

8.3.2 Oranjefluss-Namakaroo

8.3.3 Buschmannland-Namakaroo
8.3.4 Obere Karoo

8.3.5 Namakaroo-Grasland-Übergangszone

8.3.6 Großkaroo

8.3.7 Zentrale Untere Namakaroo

 

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Vegetationstypen der Namakaroo

southern africa nama karoo map
(1) NamibRand-NR, (2) Augrabies Falls NP, (3) Karoo-NP, ((4) Camdeboo-NP, (5) Dornkloof- und Rolfontein NR, (6) Bergzebra-NP. (a) Huab, (b) Brandberg, (c) Spitzkoppe, (d) Etusis, (f) Spitskop-NR, (g) Carnarvon-NR, (f) Aberdeen-NR, (i) Oviston-NR

 

 

Die Nama-Karoo wird nach Süden hin begrenzt durch die Berge des Kaplandes. Im Westen liegen die Sukkulentenkaroo bzw. die Namibwüste, im Norden schließen die Wüste und die Trockensavanne der Kalahari an, und im Osten geht sie in die Grasländer des Highvelds über. Sie hat eine Fläche von ungefähr 600'000 km², die sich zu je etwa der Hälfte in Namibia und Südafrika befinden.

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Vornamib

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Spitzkoppe, 1584 m, Erongo, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Brandberg, 2'573 m, Erongo, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Südafrikanische Strauße im Vornamib. Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Fossile (versteinerte Baumstämme) und rezente Vegetation bei Twyfelfontein, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Männliche Namibische Felsenagame (Agama planiceps), Huab Lodge, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Weibliche Namibische Felsenagame (Agama planiceps), Huab Lodge, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Im Erongogebirge, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Spokiesboom (Moringa ovalifolia) im Erongogebirge (Etusis), Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

Ausgehend vom Einzugsgebiet des Oranje, das bis etwa 120 km südlich von Windhuk reicht und das auch auf der namibischen Seite zur Oranjefluss-Namakaroo und ähnlichen Vegetationstypen gehört, setzt sich die Namakaroo als schmaler Streifen in der kontinentalen Randstufe entlang der Namib bis ins Kaokoveld fort. Ebenen wechseln hier mit Inselbergen wie z. B. der Spitzkuppe oder dem Brandberg. Die Temperaturen reichen von -4°C bis 43°C (Wolwedans NR). Das Winterhalbjahr, von Mitte Mai bis Mitte Oktober ist praktisch niederschlagsfrei, während des Sommers gibt es an etwa 40 Tagen Niederschläge. Die Niederschlagsmenge liegt bei etwa 100-200 mm.

Vegetation und Charakterpflanzen

Die Flora zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus. Nebst Köcherbäumen (Aloe dichotoma), die auch in der Oranjefluss-Namakaroo zu finden sind, gibt es unterschiedlichste andere Sukkulenten, wie caudiciforme Flaschen- (Pachypodium lealii) und Balsambäume (Commiphora spp.), Besenwolfsmilch (Euphorbia damarana), Wüsteneuphorbien (Euphorbia virosa), Wüstenkohlrabi (Adenia pechuelii) und Welwitschien. An nicht-sukkulenten Gehölzen findet man z.B. 5 Akazienarten, die Papierrinden-Euphorbie (Euphorbia guerichiana), Tamarisken (Tamarix usneoides) und Karreebüsche (Rhus spp.).

Tierwelt

Schabrackenschakal, Löffelhund, Kapfuchs, Honigdachs, Braune Hyäne, Erdwolf, Falbkatze, Karakal, Leopard, Hartmann-Bergzebra, Großer Kudu, Südafrikanische Oryx, Steinböckchen (Raphicerus campestris), Springbock und Kurzohr-Rüsselspringer sind weit verbreitet, Tüpfelhyäne, Gepard, Löwe, Elefant, Spitzmaulnashorn, Giraffe, Grauducker (Sylvicapra grimmia) und Dikdik kommen gebietsweise vor, namentlich im Norden.

Im Bereich von Brandberg und Spitzkuppe (IBA NA008) wurden etwa 150 Vogelarten nachgewiesen, darunter z.B. Felsenfalke (Falco tinnunculus rupicolus), Hartlaub-Frankolin (Francolinus hartlaubi), Rosenköpfchen, Kaptäubchen (Oena capensis), Rüppell-Papagei (Poicephalus rueppellii), Monteiro-Toko (Tockus monteiri), Berg-Steinschmätzer (Myrmecocichla monticola), Steinschwalbe (Ptyonoprogne fuligula) und Nacktwangendrossling (Turdoides gymnogenys).

Im Damaraland sind die Amphibien mit 13 und die Reptilien mit 87 Arten vertreten, darunter Dickfingergeckos (Pachydactylus) mit 11 und Mabuien (Mabuya) mit 10 Arten. Auf dem Brandberg allein leben 5 Arten Froschlurche, 26 Echsen und 10 Schlangen.

Der Brandberg beherbergt auch eine der artenreichsten Skorpion-Faunen im Südlichen Afrika. Es wurden 20 Arten aus 7 Gattungen (Brandbergia, Lisposoma, Hottentotta, Parabuthus, Uroplectes, Hadogenes, Opistophthalmus) nachgewiesen, wobei die verschiedenen Arten unterschiedliche Höhenstufen besiedeln.

Literatur und Internetquellen

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

NamibRand-Privates Naturschutzgebiet

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Südafrikanische Oryx (Oryx gazella), darunter ein leuzistisches Exemplar. Kulala, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Berg-Steinschmätzer (Myrmecocichla monticola) im Etusis-Reservat, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Das NamibRand-Schutzgebiet entstand 1984 als Zusammenschluss früherer Rinderfarmen. Es hat eine Fläche von über 2'000 km2 und wird im Westen auf einer Länge von 100 km durch den Namib-Naukluft-Nationalpark, im Osten durch die Nubib-Berge begrenzt. Es umfasst sowohl Vornamib-Begetation als auch echte Wüste.

Wichtigste Großtiere sind die Südafrikanische Oryx, mit einem Bestand von ca. 3'200 und der Springbock mit ca. 12'400 Tieren. Weitere größere Säugetiere sind Bärenpavian (Papio ursinus), Falbkatze, Karakal, Leopard, Tüpfelhyäne, Braune Hyäne, Erdwolf, Schabrackenschakal, Löffelhund, Kapfuchs, Steppenzebra, Hartmann-Bergzebra, Giraffe, Großer Kudu, Kuhantilope, Klippspringer und Steinböckchen.

Literatur und Internetquellen

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Weitere Schutzgebiete
(Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)

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Lerchenammern (Emberiza impetuani) im privaten Huab-Reservat, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Naukluft-Abschnitt des Namib-Naukluft-Nationalparks, Huab Privates Naturreservat, Etusis Privates Naturreservat, Naturpark Tirasberge (teilweise).

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Oranjefluss-Namakaroo

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Kopje zwischen Augrabies und Onseepkans, Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Köcherbäume (Aloe dichotoma) im Augrabies-Nationalpark, Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Klippspringer (Oreotragus oreotragus) im Augrabies-Nationalpark, Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Tal des Fish River bei Ai-Ais, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Strauch-Vegetation im Tal des Fish River bei Ai-Ais, Namibia © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

Diese Region liegt im Einzugsgebiet des Oranje in Höhenlagen von 350 m im Osten bis 250 m im Westen. Auf Höhe des Grenzübergangs Vioolsdrif-Nordoewer wird sie von der Sukkulentenkaroo des Richtersvelds abgelöst. Die Niederschläge betragen 150-350 mm / Jahr, wobei im Osten der meisten Regen im Spätsommer, im Westen im Spätherbst fällt. Im Winter gibt es Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt, die Höchsttemperatur im Sommer beträgt 43°C. Die Geologie ist komplex, teilweise basieren die Böden auf Granit oder Gneis, und die Landschaft ist stark strukturiert, was zu unterschiedlichen Biozönosen führte.

Vegetation und Charakterpflanzen

Der vorherrschende Vegetationstyp wird Orange River Nama Karoo oder Orange River Broken Veld genannt. In den Granitfelsen wachsen Köcherbaum (Aloe dichotoma), verschiedene Euphorbien (Euphorbia gregaria, E. avasmontana, E. rectirama, E. mauritanica, E. peplus), Stinkbusch (Boscia foetida) und Gräser der Gattungen Enneapogon, Triraphis und Antephora. In den Ebenen sind Kamel- (Acacia erioloba) und Schwarzdorn (A. mellifera) häufig, ferner Granatäpfel (Rhigozum trichotomum) und Witgat (Schäferbaum, Boscia albitrunca). An Gräsern dominieren hier Stipagrostis uniplumis und andere Arten derselben Gattung. In Flussbetten gedeihen u.a. Tamariske (Tamarix usneoides), Büffeldorn (Ziziphus mucronata) und Kameldorn.

Tierwelt

Weit verbreitete größere Säugetierarten sind Bärenpavian (Papio ursinus), Leopard, Klippschliefer, Hartmann-Bergzebra, Großer Kudu, Klippspringer, Springbock und Steinböckchen (Raphicerus campestris). Punktuell, etwa bei Ai-Ais, kommt auch die Rehantilope (Pelea capreolus) vor.

Literatur und Internetquellen

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Augrabies-Nationalpark, Nord-Kap

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Elenantilope (Taurotragus oryx) im Augrabies-Nationalpark, Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Springböcke (Antidorcas marsupialis) im Augrabies-Nationalpark, Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Klippspringer (Oreotragus oreotragus) an den Wasserfällen im Augrabies-Nationalpark, Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Bestehend seit 1966.
Fläche: 554 km²
Höhe: ca. 900-1'000 m.ü.M.
Jahresniederschlag: 124 mm, hauptsächlich zwischen November und April.
Temperaturen: Tagestemperaturen im Sommer im Mittel 41, max 46°C, Nachttemperaturen um 25ºC. Wintertemperaturen tagsüber um 20, nachts um 0, gelegentlich bis -5°C.

Anlass für die Gründung des Parks war der Schutz der Augrabies-Wasserfälle, die auf bis zu 150 Meter Breite 56 m in die Tiefe stürzen, sowie der 18 km langen und bis zu 200 m tiefen Felsenschlucht, die der Fluss unterhalb des Falls gegraben hat. Ursprünglich umfasste der Park nur 90 km². Durch die Übernhme eines Teils eines Truppenübungsgeländes nördlich des Oranje konnte er auf die heutige Fläche vergrößert werden.

In historischer Zeit kamen zahlreiche Großwildarten vor, die fast alle ausgerottet wurden. In den letzten Jahren wurden im Augrabies-Nationalpark Spitzmaulnashorn, Kapgiraffe, und Elenantilope wieder eingebürgert. Attraktiv und leicht zu beobachten sind aber auch viele kleinere Säugetiere, wie Klippschliefer, Klippspringer, Kap-Borstenhörnchen, Felsenratte (Petromus typicus) oder Brant’s Pfeifratte (Parotomys brantsii).

Im Augrabies-Nationalpark wurden 195 Vogelarten und über 50 Reptilienarten nachgewiesen.

Literatur und Internetquellen

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Weitere Schutzgebiete
(Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)

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Steppenzebras im Spitskop-Naturschutzgebiet, Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Südafrika, Nord-Kap: Spitskop-Naturschutzgebiet, Tierberg-Naturschutzgebiet (Keimoes), Köcherbaumwald Kenhardt.

Namibia: Ai-Ais-Richtersveld-Nationalpark (zum Teil), Aussenkehr Privates Naturschutzgebiet (zum Teil). In der "Zwergstrauchsavanne" im Einzugsgebiet des Fish River: Hardap-Dam-Wildpark, Naute Dam-Naturschutzgebiet, !Gawachab Conservancy, !Khob !Naub Conservancy, Oskop Conservancy, Vogelstrausskluft Privates Naturschutzgebiet

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Buschmannland-Namakaroo

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Buschmannland beim Brandvlei, Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Buschmannland beim Brandvlei, Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Wasservögel im Brandvlei, Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Buschmannland-Nama-Karoo zwischen N14 Kakamas and Pofadder © Oggmus. Veröffentlicht in Wikimedia Commons unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International-Lizenz.

Allgemeines

Das Buschmannland Südafrikas, nicht zu verwechseln mit der Gegend gleichen Namens in Namibia, ist ein öder, flacher Landstrich, der im Mittel etwa 900 m über Meer liegt und von Süd nach Nord leicht abfällt. Die Böden bestehen hauptsächlich aus feinkörnigem Sand, Ton oder Silt. Der Jahresniederschlag beträgt zwischen 50 und 200 mm. Die wenigen Regenfälle ereignen sich hauptsächlich im Herbst. Die Region ist dünn besiedelt und wird hauptsächlich für die Schaf- und Ziegenhaltung genutzt. Bedeutende Schutzgebiete gibt es keine. Im Gebiet gibt es sowohl Sukkulenten- wie Nama-Karoo.

Vegetation und Charakterpflanzen

Am häufigsten sind einjährige Blütenpflanzen, wie Jochblatt (Zygophyllum simplex) oder Pentzia annua (Asteraceae), und Kleinsträucher. Auf Sandböden gedeihen Salzkräuter (Salsola), auf felsigem Untergrund Dorniger Kapokstrauch (Eriocephalus spinescens), Eberlanzia (Ruschia ) spinosa , ein zu den Mittagsblumen gehörender Zwergstrauch, Dreidorn (Rhigozum trichotomum, Trompetenbaumgewächse). Nach Regen sprießen Buschmanngräser (Stipagrostis obtusa, S. ciliata) und zahlreiche Geophyten.

Tierwelt

Es verwundert etwas, dass eine so monotone und vegetationsarme Landschaft ohne ein einziges permanentes Gewässer sich großer Beliebtheit bei Vogelbeobachtern erfreut. Tatsächlich ist dies aber zumindest von September bis Dezember der Fall, wenn große Mengen verschiedener Lerchen und anderer Wüstenvögel beobachtet werden können. Nach Regenfällen füllen sich zahlreiche, oft jahrelang trocken gelegene Pfannen, und über Nacht erscheinen Triops-Krebschen, Mollusken, Amphibien und sogar Fische, die Tausende Rosa- und Zwergflamingos, Enten, Afrikanische Ibisse und Watvögel anlocken.

Literatur und Internetquellen

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Obere Karoo

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Obere Karoo bei Carnarvon, Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Zeltschildkröte (Psammobates tentorius) in der Oberen Karoo zwischen Carnarvon und Loxton © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kapkobra (Naja nivea) in der Oberen Karoo bei Carnarvon, Nordkap Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Obere Karoo zwischen Carnarvon und Fraserburg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

Diese, auf Englisch "Upper Nama Karoo" oder "False Arid Karoo" genannte Region im Zentrum der Karoo liegt auf 1050 bis 1700 m. Sie ist meistenteils flach, hat aber auch Hügel und Berge. Der Jahresniederschlag von 200-250 mm fällt regelmäßiger als in anderen Teilen der Nama-Karoo und dies hauptsächlich im Herbst. Die Böden bestehen aus Steinen, Sand oder Ton auf der Grundlage von Sandstein oder Schiefer. Von Juni bis August sind Nachtfröste nicht selten, im Dezember liegt das mittlere Temperaturmaximum bei 35°C.

Vegetation und Charakterpflanzen

Auf den steinigen Ebenen sind Kapokstrauch (Eriocephalus ericoides), Plinthus karooicus, ein strauchartiges Mittagsblumengewächs, und Pferdekaroo (Rosenia humilis, Asteraceae) häufig. Nach guten Regenfällen dominieren die Gräser Aristida congesta und Eragrostis lehmanniana. Die Hügelzonen sind charakterisiert durch Granatäpfel (Rhigozum trichotomum), Kareedorn (Lycium spp.) und Kunibusch (Rhus undulata), in höheren Legen findet man das "Mountain Wire Grass" (Merxmuellera disticha).

Tierwelt

Diese Region ist das Hauptverbreitungsgebiet des Buschmannhasen, des mit einem Bestand von weniger als 1'500 Tieren und einer starken Fragmentierung seiner Population am stärksten bedrohten Säugetiers Südafrikas. Der Lebensraum des Buschmannhasen (Bunolagus monticularis) beschränkt sich auf die Ufervegetation entlang der wenigen Flüsse. Ackerbau und Überweidung durch überhöhte Schaf- und Ziegenbestände führten zu verstärkter Erosion und damit einer Abnahme geeigneter Lebensräume. Auch die gefährdete Schwarzfußkatze kommt hier vor.

Literatur und Internetquellen

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

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Südafrikanische Oryx (Oryx gazella) im Carnarvon-Naturschutzgebiet, Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Carnarvon-Naturschutzgebiet (teilweise), Victoria West-Naturschutzgebiet. Diese beiden Reservate mit zusammen etwa 13 km² Fläche sind die einzigen Schutzgebiete auf einer Fläche, die etwa derjenigen der Schweiz entspricht. Verschiedene Großwildarten wurden (wieder-) angesiedelt: Steppen- und Hartmann-Bergzebra, Elenantilope, Südafrikanische Oryx, Weißschwanzgnu, Blessbock, Kuhantilope und Springbock.

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Namakaroo-Grasland-Übergangszone

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Falsche Karoo im Rolfontein-Naturschutzgebiet, Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Das Rotgras (Themeda triandra) auf der Roojplat im Bergzebra-Nationalpark ist Nahrungsgrundlage für viele Huftiere © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Bergzebra-Nationalpark vom Camp aus. Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Steinböckchen (Raphicerus campestris) im Gariep-Naturschutzgebiet. Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Bergriedbock (Redunca fulvorufula) im Gariep-Naturschutzgebiet. Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Spießböcke (Oryx gazella) im Rolfontein-Naturschutzgebiet. Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

In nord-südlicher Richtung verläuft eine Übergangszone zwischen Karoo und Grasland, die als "Eastern Mixed Karoo" oder "False Upper Karoo" bezeichnet wird. Der Jahresniederschlag beträgt hier 300-500 mm. Niederschläge können rund ums Jahr erwartet werden, hauptsächlich aber im Sommer, d.h. von Oktober bis März. Es gibt Hagelgewitter und in höheren Lagen fällt häufig Schnee. Die Temperaturen schwanken z.B. im Bergzebra-Nationalpark zwischen -10°C und 42°C und auch die relative Luftfeuchtigkeit variiert hier von 25-85% sehr stark.

Vegetation und Charakterpflanzen

Die Zusammensetzung der vielfältigen Flora hängt u.a. vom Weidedruck ab. Sie umfasst Zwergsträucher wie Karoobüsche (Pentzia incana, P. globosa), Bitterkaroo (Chrysocoma tenuifolia), Kapok- (Eriocephalus ericoides) und Karreebüsche (Rhus spp.), Krautpflanzen, wie Karoo-Veilchen (Aptosimum depressum), Karoo-Aster (Filicia muricata), Ringelblumen (Dimorphotheca zeyheri), Hibiscus oder Gazanien (Gazania krebsiana), Sukkulenten, wie Ruschia depressa, Zwiebelgewächse, wie die Wilde Iris (Moraea polystachia), Gräser, wie Aristida spp., Cynodon incempletus, Eragrostis spp., Themeda triandra und in Flussbetten Bäume, wie Acacia karroo.

Tierwelt

Der gegenüber den westlicher gelegenen Teilen der Karoo höhere Grasanteil bildet eine Lebensgrundlage für Tierarten, die eigentlich für  Trockensavannen und Grasländer typisch sind, wie z.B. Steppenzebra, Südafrikanische Oryx, WeißschwanzgnuLeierantilope, Kuhantilope, Blessbock und Bergriedbock. In manchen Reservaten wurden auch Breitmaulnashörer und Kaffernbüffel angesiedelt. Daneben finden auch überwiegend laubäsende Arten ein Auskommen, so Spitzmaulnashorn, Elenantilope, Großer Kudu, Klippspringer, Springbock, Steinböckchen und Grauducker.

Auf einer Fläche von 12'000 km² haben sich die Farmen zum Platberg Karoo Conservancy zusammengeschlossen, das an die Naturschutzgebiete Rolfontein und Doornkloof anschließt und unter der Nummer ZA028 als ornithologisch bedeutendes Gebiet gilt. Zu den wichtigen, hier vorkommenden, größeren Arten zählen Rötelfalke (Falco naumanni), Sekretär, Paradieskranich (200-400 Brutpaare), Koritrappe, Blautrappe (Eupodotis caerulescens), Namatrappe (Eupodotis vigorsii) und Weißflügeltrappe (Afrotis afraoides).

Die eindrücklichste Wirbellosen-Art der Region ist der bis zu 4 m lange und 2 cm dicke Riesenregenwurm Microchaetus, der nur nach andauernden Regenfällen an der Erdoberfläche auftaucht.

Literatur und Internetquellen

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Bergzebra-Nationalpark, Ost-Kap

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Bergzebra (Equus zebra zebra) im Bergzebra-Nationalpark. Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Bergzebrastute (Equus zebra zebra) mit Fohlen im Bergzebra-Nationalpark. Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Elenantilopen (Taurotragus oryx) im Bergzebra-Nationalpark. Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Karoo-Gürtelschweif (Cordylus (Karusasaurus) polyzonus) im Bergzebra-Nationalpark. Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Bergkohlbäume (Cussonia paniculata) im Bergzebra-Nationalpark. Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Bestehend seit 1937.
Fläche: 284 km² in drei nicht-zusammenhängenden Teilgebieten.
Höhe: 998 - 2'138 m.ü.M., der höchste Gipfel ist der Blinkberg.
Jahresniederschlag: ca. 400 mm, davon fallen 70% in den Sommermonaten.
Temperaturen: Im Sommer (Dezember-Februar) mittlere Höchsttemperaturen 23.1–28.4ºC, Tiefstwerte 5.6-13.6ºC. Im Winter mittleres Maximum 6.2–22.7ºC, mittleres Minimum 0 bis -7.8ºC.
Vegetation: 53% Namakaroo-Grasland-Übergangszone, 37% Obere Karoo, 10% Dickicht.

Zur Rettung des Kap-Bergzebras kaufte die Republik Südafrika die 1'712 ha-Farm "Babylons Toren" bei Cradock und richtete dort 1937 den Bergzebra-Nationalpark ein. Damals befanden sich 5.1 Bergzebras auf dem Gelände. 1946 waren noch 2.0 übrig, die für Museumszwecke abgeschossen wurden. 1950 wurden aus der benachbarten Farm "Waterfal" 5.6 Zebras in den Park getrieben, die sich bis 1964 auf 25 vermehrten. Im selben Jahr wurde der Park durch Zukauf von fünf Nachbarfarmen auf 6'536 ha vergrößert. Auf einer dieser Farmen befanden sich, ausgehend von einer Ursprungspopulation von sieben, 30 Zebras, und von da an ging es mit den Bestand aufwärts.

1978 wurde ein Bestand von 200 Tieren erreicht, womit die Kapazitätsgrenze erreicht war. 1979 wurden 23 Zebras in den Karoo-Nationalpark umgesiedelt. Weitere Umsiedlungen folgten, und vor einigen Jahren wurde der Bergzebra-Nationalpark auf 28'000 ha vergrößert, womit hier Lebensraum für 600 Zebras geschaffen wurde. Bei einem jährlichen Wachstum von gegen 10 % dürfte der Gesamtbestand heute über 2'500 Individuen betragen.

1997 wurden Kaffernbüffel angesiedelt, 1998 Steppenzebras, die 2014 wieder entfernt wurden, weil es zu Bastardierungen mit Bergzebras gekommen war, 2002 Spitzmaulnashörner, um diese Zeit auch Kapgiraffen, was sich offenbar aber nicht bewährt hat, und Südafrikanische Oryx 2004. Nachdem der Park raubtiersicher eingezäunt worden war, folgten 2007 Geparde, 2008 Braune Hyänen und 2013 Löwen. Ein Nachteil dieser Erweiterungen des Artenspektrums ist, dass man als Besucher nicht mehr frei im Park wandern kann, sondern sich im Auto oder in geführten Gruppen bewegen muss. 2010 waren auch Rotschnabel-Madenhacker freigesetzt worden. Insgesamt wurden im Park 275 Vogelarten nachgewiesen.

Literatur und Internetquellen

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Doornkloof- und Rolfontein-Naturschutzgebiete

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Landschaft im Doornkloof-Naturschutzgebiet © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Doornkloof-Naturschutzgebiet mit Vanderkloof-Dam. Nordkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF 07 03 05 10 doornkloof upper karoo landscape
Landschaft im Doornkloof-Naturschutzgebiet © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

SAF 07 03 05 10 rolfontein upper karoo elen
Elenantilope (Taurotragus oryx) im Rolfontein-Naturschutzgebiet © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Breitmaulnashörner (Ceratotherium s. simum) im Rolfontein-Naturschutzgebiet © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

Rolfontein seit 1968 im Besitz von Cape Conservation, als Schutzgebiet proklamiert 1994.
Doornkloof seit 1980 im Besitz von Cape Conservation, als Schutzgebiet proklamiert 1981.
Fläche: Rolfontein ursprünglich 62, heute 80 km², Doornkloof ursprünglich 94, heute 120 km².
Höhe: ab ca. 1165 m, höchste Punkte Rolfontein 1'437, Doornkloof 1'523 m. ü. M..
Jahresniederschlag (Orania): 164 Millimeter, hauptsächlich Dezember-Februar.
Höchste mittlere Monatstemperatur (Orania): 30°C Im Dezember-Januar, tiefste 15°C im Juni-Juli.

Als in den 1970er-Jahren der Vaal oberhalb von Petrusville aufgestaut wurde, übernahm die damalige Kap-Provinz Gelände von teilweise überschwemmten Farmen. Das Land wurde während einiger Jahre brach liegen gelassen und danach eingezäunt, mit verschiedenen Wildarten bestückt und als Naturschutzgebiete betrieben.

Vegetation: Die Ebenen sind mit Gras oder lockerem Busch, die Hügel mit dichterem Buschwerk und die Täler mit dichtem Wald bedeckt. In Rolfontein wurden 13 verschiedene Pflanzengesellschaften identifiziert.

Tierwelt: Bereits von Anfang an vorhanden waren u.a. folgende Säugetierarten: Grüne Meerkatze, Bärenpavian (Papio ursinus), Löffelhund, Erdwolf und weitere Kleinraubtiere, vermutlich Leopard, ferner Westliche Klippen-Elefantenspitzmaus (Elephantulus rupestris) Erdferkel, Großer Kudu, Kronenducker, Bergriedbock (vor allem in Doornkloof), Steinböckchen und Weißschwanz-Stachelschwein. Eine Untersuchung von Graseulen-Gewöllen (Tyto capensis) erbrachte für Doornkloof den Nachweis von 3 Spitzmaus-, 2 Fledermaus- und 16 Kleinnager-Arten. Angesiedelt wurden Braune Hyäne, Breitmaulnashorn, Steppenzebra, Warzenschwein, Giraffe, Kaffernbüffel, Elenantilope, Spießbock, Südafrikanische Kuhantilope, Weißschwanzgnu, Blessbock und Klippspringer.

In den beiden Reservaten wurden über 170 Vogelarten nachgewiesen. Rolfontein ist Teil des ornithologisch bedeutenden Gebiets IBA ZA028.

Literatur und Internetquellen

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Weitere Schutzgebiete
(Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)

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Landschaft im Oviston-Naturschutzgebiet mit mit Bodenerosion,.Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Nord-Kap: Carnarvon-Naturschutzgebiet (teilweise)

Ost-Kap: Oviston-Naturschutzgebiet, Tsolwana-Naturschutzgebiet, Asanta Sana Privates Wildschutzgebiet, Samara Privates Wildschutzgebiet

(Oranje-)Freistaat: Gariep-Naturschutzgebiet, Mynhardt-Wildreservat, Soetdoring-Naturschutzgebiet, 

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Große Karoo

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Landschaft im Karoo-Nationalpark. Westkap, südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Landschaft im Karoo-Nationalpark. Westkap, südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Landschaft im Karoo-Nationalpark. Westkap, südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Angoraziegen (Capra aegagrus f. hircus) in der Großen Karoo, Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Kapokbusch (Eriocephalus ericoides) im Karoo-Nationalpark. Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

Die Große Karoo (Great Nama Karoo) liegt auf einer Höhe von 500-1100 m in einem relativ flachen Becken zwischen dem Abfall des zentralen Plateaus im Norden und den Randgebirgen der Kapregion im Süden (Groot Swartberg). Diese Gebirge fangen den Regen ab, sodass der Jahresniederschlag bei nur 150-250 mm liegt. Die monatlichen Temperaturmaxima betragen in der Ebene im Mittel 19-33°C, die Minima 3-17°C, Nachtfröste kommen vor, im Sommer kann das Thermometer auf >40°C steigen. Die Böden sind meist flachgründig mit vielen Steinen, basierend auf Schiefer- und Sandstein.

Charakterpflanzen

In den Ebenen Zwergsträucher wie Karoobusch (Pentzia incana) oder Gelber Granatapfel (Rhigozum obovatum), spärlich Bäume, wie Euclea undulata und Kunibusch (Rhus undulata), nach Regen Gräser, z.B. Aristida diffusa, Stipagrostis uniplumis. An den Hängen und auf den Plateaus variiert die Vegetation je nach Boden und Exposition. Nebst Gelbem Granatapfel kommt die Karoo-Kreuzbeere (Grewia robusta) häufig vor, die gerne von den Schliefern beweidet wird. Die höheren Regionen werden vom "Mountain Wire Grass" (Merxmuellera disticha) dominiert.

Tierwelt

In den Nuweveldbergen, welche die Große Karoo nach Norden begrenzen, brüten etwa 20 Paare Kaffernadler (Aquila verreauxii), deren Nester etwa 4 km von einander entfernt sind. Diese hohe Dichte ist darum möglich, weil an den Berghängen eine Population von etwa 28'000 Klippschliefern lebt. Ein Adlerpaar schlägt im Mittel 159 Schliefer pro Jahr, einzelne Paare bis zu 300. Dabei handelt es sich hauptsächlich um einjährige Männchen, die in diesem Alter von den älteren Männchen aus der Gruppe vertrieben werden.

Eine Besonderheit der Großen Karoo ist das Vorkommen von fünf Landschildkrötenarten: Pantherschildkröte, Schnabelbrustschildkröte (Chersina angulata), Boulengers Flachschildkröte (Homopus boulengeri) Sporn-Flachschildkröte (Homopus femoralis) und Zeltschildkröte (Psammobates tentorius).

Literatur und Internetquellen

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Karoo-Nationalpark, West-Kap

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Karoo-Trappe (Eupodotis vigorsii) m Karoo-Nationalpark. Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Springböcke (Antidorcas marsupialis) im Karoo-Nationalpark. Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Klippspringer (Oreotragus oreotragus) im Karoo-Nationalpark. Westkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Bestehend seit 1979.
Fläche: Ursprünglich 72 km², bis 2017 auf 905 km² vergrößert.
Höhe: 805 - 1'728 m.ü.M.
Jahresniederschlag: 225 mm, im Winter Schneefälle möglich.
Temperaturen: Monatsmittel max 24.2°C (Januar), min. 4.7°C Juli), Jahresmittel 12.7°C, Extremwerte über 40 °C und deutlich unter Null.

Im Park wurden Braune Hyäne, Löwe, SpitzmaulnashornKap-Bergzebra und Buschmannhase (Bunolagus monticularis) wiederangesiedelt, und er beteiligte sich am Programm zur Rückzüchtung des Quaggas auf Grundlage des Steppenzebras. Die Steppenzebras wurden jedoch 2015 entfernt, nachdem es im Bergzebrapark zu Bastardierungen mit dem Bergzebra gekommen war.

Im Karoo-Nationalpark (IBA ZA081) wurden rund 260 Vogelarten nachgewiesen, wovon etwa die Hälfte dort brütet. In einer bereits etwas älteren Untersuchung wurden 67 Arten Reptilien und Amphibien festgestellt. Viele dieser Arten nutzen das feuchte Grasland am Rand der Nuweveldberge und die Sandböden der alten Flussläufe.

Literatur und Internetquellen

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Untere Namakaroo

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Der Spandau Kop im Camdeboo-Nationalpark. Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Das Valley of Desolation im Camdeboo-Nationalpark. Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Zwergsträucher und Sukkulenten im Camdeboo-Nationalpark. Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Aberdeen-Naturschutzgebiet, Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Karoo-Trappe (Eupodotis vigorsii) im Karoo-Nationalpark. WEstkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Allgemeines

Die "Central Lower Nama Karoo" schließt östlich an die Große Karoo an, liegt also ebenfalls in dem Becken zwischen dem zentralen Plateau im Norden und den Randgebirgen der Kapregion im Süden. Die Geologie ist jener der Großen Karoo vergleichbar, wobei die Böden etwas tiefgründiger sind. Auch die klimatischen Bedingungen sind ähnlich wie in der Großen Karoo, allerdings ist die Menge der Niederschäge (Camdeboo-NP: 336 mm) und ihre Häufigkeit im Winter etwas höher und es kommt im Sommer öfter zu Gewittern. Die Sommertemperaturen können 43°C übersteigen, im Winter kommt es oft zu Frösten bis -3°C.

Vegetation und Charakterpflanzen

Dank den etwas höheren Niederschlägen ist die Pflanzendecke etwas dichter als in der Großen Karoo - bzw. wäre es, wenn sie nicht überweidet würde, was leider häufig der Fall ist. Die Zwergstrauch-Vegetation entspricht im Wesentlichen jener der Großen Karoo, es hat jedoch deutlich mehr Sukkulenten, wie Mittagsblumen der Gattungen Delosperma, Eberlanzia und Ruschia, Euphorbien (Euphorbia ferox) oder Fetthennen (Crassula spp.). Die Sommerregen fördern das Wachstum von Gräsern wie Aristida, Eragrostis lehmanniana und Digitaria spp.. In trockenen Flussbetten ist der Süßdorn (Acacia karroo) häufig.

Tierwelt

In den Ebenen wird Schaf- und Straußenzucht betrieben. Größere Wildtiere sind dementsprechend rar, von bewirtschafteten Antilopen auf manchen Farmen abgesehen. In den Ausläufern der Sneeuberge sind Klippschliefer und und Klippspringer die augenfälligsten Säugetiere. Typische Vögel sind Ludwigs-Trappe (Neotis ludwigii), Karootrappe (Eupodotis vigorsii), Paradieskranich, Fahlflügelstar (Onychognathus nabouroup), Veldschmätzer (Cercomela sinuata) und Bleichschmätzer (Cercomela schlegelii). Der Karroo-Zeltkäfer (Phiala patagiata), die Braune Wanderheuschrecke (Locustana pardalina) und Erntetermiten (Hodotermitidae) können erhebliche Schäden an den Karoobüschen verursachen.

Literatur und Internetquellen

MUCINA, L. et al. (16 weitere Autoren) (2009)

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Nationalparks und andere Schutzgebiete

Camdeboo-Nationalpark, Ost-Kap

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Großer Kudubock (Tragelaphus strepsiceros) im Camdeboo-Nationalpark. Ostkap, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Weißschwanzgnus in der Vanrhynsdorp Pass Dam Section des Camdeboo-Nationalparks © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Vegetation mit Bergkohlbaum (Cussonia paniculata) gegen Valley of Desolation im Camdeboo-Nationalpark © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Bestehend seit 1976 als Karoo Nature Reserve, Nationalpark seit 2005.
Fläche: 175 km².
Höhe: 805 - 1'565 m.ü.M.
Jahresniederschlag: 336 mm, 71 Regentage pro Jahr.
Temperaturen: max 25°C (Januar - März), min. 9°C (Juni - Juli).

Der Camdeboo-Nationalpark besteht aus zwei Teilen: einem gebirgigen Teil um das Valley of Desolation mit Spandaukop (1'316 m) und Drie Koppe (1'565 m) und dem in der Camdeboo-Ebene gelegenen ehemaligen Golfplatz mit dem bis 10 km² großen Van Rhyneveld’s Pass Dam. Im Park leben, von Mikrosäugern abgesehen, 43 Säugetierarten, einschließlich wiederangesiedelte Kap-Bergzebras, Weißschwanzgnus und Kaffernbüffel. Sehr häufig sind Großer Kudu, und Klippspringer. Der Park ist ein bedeutendes Vogelschutzgebiet (ZA069), in dem 225 Arten nachgewiesen wurden. Zur Herpetofauna zählen 5 Frosch-, 5 Schildkröten-, 19 Echsen- und 10 Schlangenarten.

Literatur und Internetquellen

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Weitere Schutzgebiete
(Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)

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Südafrikanische Strauße (Struthio camelus australis) im Aberdeen-Naturschutzgebiet"

Ostkap: Fonteinbos-Naturschutzgebiet bei Aberdeen (15 km²), Bergzebra-Nationalpark und andere unter Namakaroo-Grasland-Übergangszone aufgeführte Reservate jeweils zum Teil.

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Gelesen 2216 mal Letzte Änderung am Montag, 25 Januar 2021 16:56
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx