Karpfenfische

Perlfisch

Perlfisch (Rutilus meidingeri) im Alpenzoo Innsbruck Perlfisch (Rutilus meidingeri) im Alpenzoo Innsbruck
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Karpfenfische (Cypriniformes)
Familie: Karpfen (Cyprinidae)
Unterfamilie: Weißfische (Leuciscinae)

D EN 650

Perlfisch, Frauennerfling

Rutilus meidingeri • The European Pearlfish • Le vengeron de Meidinger

516 011 168 004 rutilus meidingeri innsbr PD4
Perlfisch (Rutilus meidingeri) im Alpenzoo Innsbruck © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

516 011 168 004 rutilus meidingeri map
Vorkommen des Perlfischs oder Frauennerflimgs (Rutilus meidingeri)

 

 

516-011-168-004 rutilus meidingeri innsb PD1
Perlfisch (Rutilus meidingeri) im Alpenzoo Innsbruck © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

516 011 168 004 rutilus meidingeri innsbr PD3
Perlfisch (Rutilus meidingeri) im Alpenzoo Innsbruck © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

516 011 168 004 rutilus meidingeri innsb PD2
Perlfisch (Rutilus meidingeri) im Alpenzoo Innsbruck © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

Weitere Bilder auf BioLib.cz

Der Perlfisch ist eine stark gefährdete Fischart mit einem limitierten Vorkommen im bayrischen / österreichischen Voralpenraum. Es wäre für Einrichtungen in diesem Gebiet lohnend, ihn zu zeigen, gegenwärtig ist das aber nur beschränkt der Fall.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Perlfisch hat einen langgestreckten, fast drehrunden Körper und ein kleines, unterständiges Maul. Er wird 40-50 cm, im Extremfall 70 cm lang und kann ein Gewicht von 5 kg erreichen. Der Name "Perlfisch" kommt daher, dass die Männchen zur Laichzeit einen starken Laichausschlag zeigen [1; 5].

Verbreitung

Fünf subalpine Seen in Bayern und Österreich: Attersee, Mondsee, Wolfgangsee, Traunsee and Chiemsee sowie deren zu- und Abflüsse. Ferner ein kleiner Bestand in der Donau bei Jochenstein (unterhalb von Passau). Vor über zwanzig Jahren im Traunsee und Chiemsee ausgestorben, weil die Flüsse, in denen die Fische zu laichen pflegten, aufgestaut wurden. Seit 1995 Wiederansiedlungsversuche im Chiemsee [4].

Lebensraum und Lebensweise

Zum Laichen ziehen die Fische in die Ein- oder Ausflüsse der Seen, wo sie Ende April und im Mai an flachen kiesigen Stellen ihre Eier ablegen. Die kleinsten laichreifen Fische sind tewa 1 kg schwer.  Die Perlfische ernähren sich von Würmern, Insektenlarven und kleinen Fischen [5; 7].

Gefährdung und Schutz

Der Perlfisch hat eine sehr kleine Verbreitung und einen abnehmenden Bestand. Zwei Subpopulationen sind bereits ausgestorben.  In einem Fall erfolgte eine Wiederansiedlung, aber diese scheint nicht nachhaltig zu sein. Die Art gilt deshalb als stark gefährdet. Auf der Roten Liste Österreichs ist sie ebenfalls als stark gefährdet, auf jener Deutschlands als vom Aussterben bedroht eingestuft. [3; 4; 8]

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt. Die Art ist in Anhang II der FFH-Richtlinie der EU aufgeführt.

Bedeutung für den Menschen

Das Fleisch des Perlfischs wird als wohlschmeckend beschrieben und die Art wird, oder wurde zumindest früher, kommerziell mit Netzen befischt. Heute sind Mond- und Attersee als Schutzgebiet ausgewiesen [1; 2; 6].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur im Alpenzoo Innsbruck gezeigt. Für Details siehe Zootierliste

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestanforderungen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der für aquaristische Zwecke gehaltenen Fische angeboten werden müssen. Für Speise- und Besatzfische gilt Anhang 2, Tabelle 7.

Taxonomie und Nomenklatur

Der von Johann Jakob HECKEL (1790-1857) im Jahr 1851 verliehene wissenschaftliche Artname "Leuciscus meidingeri" erinnert an den deutsch-österreichischen Universal-Naturkundler Karl Freiherr von MEIDINGER (1750-1820), der sich um die Klassifizierung von Lebewesen aber auch von Mineralien etc. verdient gemacht und u.a. ein Buch betitelt "Versuch einer deutschen systematischen Nomenklatur aller in der letzten Ausgabe des linneischen Natursystems befindlichen Geschlechter und Arten der Thiere, als eine Beylage zu P. L. St. Müller's deutschen Kommentar über das linneische Natursystem" verfasst hatte. Bisweilen wird der Perlfisch als Unterart von Rutilus frisii aufgefasst [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BREHM, A. E. (1882-1887)
  2. FISH BASE
  3. FREYHOF, J. & BROOKS, E. (2011)
  4. FREYHOF, J. & KOTTELAT, M. (2008). Rutilus meidingeri. The IUCN Red List of Threatened Species 2008: e.T40705A10353240. http://www.iucnredlist.org/details/40705/0. Downloaded on 14 February 2018.
  5. GEBHARDT, H. & NESS, A. (2009)
  6. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  7. SCHINDLER, O. (1959)
  8. ZULKA, K.P. & WALLNER, R.M. (2007)

Zurück zu Übersicht Fische

Weiter zu Rotauge (Rutilus rutilus)

Gelesen 642 mal Letzte Änderung am Freitag, 17 Mai 2019 08:20
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx