Buntbarsche

Zwergbuntbarsche und Erdfresser

Getüpfelter Erdfresser (Satanoperca leucosticta) im Tierpark Hellabrunn Getüpfelter Erdfresser (Satanoperca leucosticta) im Tierpark Hellabrunn
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Lippfischartige (Labroidei)
Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
Unterfamilie: Zwergbuntbarsche und Erdfresser (Geophaginae)

Vorbemerkung

Die bisweilen auch als Tribus der Cichlinae behandelte Unterfamilie der Zwergbuntbarsche und Erdfresser besteht aus 16 Gattungen mit gegen 200 Arten, die hinsichtlich Verhalten, Nahrung und Fortpflanzungsstrategie sehr unterschiedlich sind. In europäischen Zoos und Schauaquarien sind etwa zwei Dutzend Arten vertreten, aber vielfach nur in wenigen Institutionen.

D NB 650

Heckels Buntbarsch

Acarichthys heckelii • The Threadfin Acara • Le cichlidé de Heckel

Heckels Buntbarsch (Acarichthys heckelii), Tierpark Hellabrunn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Heckels Buntbarsch (Acarichthys heckelii), Tierpark Hellabrunn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung von Heckels Buntbarsch (Acarichthys heckelii)

 

 

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Heckels Buntbarsch (Acarichthys heckelii), Tierpark Hellabrunn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Der Heckels Buntbarsch wird bis 20 cm lang. Männchen und Weibchen sehen gleich aus, abgesehen davon, dass die Weibchen vor dem ablaichen etwas fülliger wirken [1].

Verbreitung

Tropisches Südamerika: Einzugsgebiet des Amazonas und des Río Essequibo in Guyana [1; 2].

Lebensraum und Lebensweise

Der Heckels Buntbarsch ist ein paarweise lebender, revierbildender Höhlenbrüter. Nach bisweilen heftiger Balz wird in der Höhle abgelaicht, wobei die mehrere Hundert weißen Eier in Gruppen von 5-6, gerne an der Höhlendecke, abgesetzt werden. Zwischen den einzelnen Eigruppen werden Zwischenräum freigelassen. Die Jungfische schlüpfen nach drei Tagen, nach weiteren drei Tagen schwimmen sie frei. Die Mutter bleibt in der Höhle, das Männchen bewacht und verteidigt den Höhleneingang und das Revier [1].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde im Rahmen der Roten Liste der IUCN noch nicht beurteilt.

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Heckels Buntbarsch ist fischereilich von untergeordneter Bedeutung, befindet sich aber im internationalen Aquarienfischhandel [2]. Angebote liegen in Deutschland je nach Zuchtform zwischen 10 und 60 € (Online-Inserate 2018).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in nur ganz wenigen europäischen Einrichtungen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1849 von den deutschen Zoologen Johannes Peter MÜLLER und Franz Hermann TROSCHEL beschrieben und zu Ehren von Johann Jakob HECKEL, dem Ichthyologen des Wiener Museums der Naturgeschichte, "Acara heckelii". 1912 wurde sie von dem deutschstämmigen, in den USA tätigen Zoologen Carl Henry EIGENMANN in die monotypische Gattung Acarichthys gestellt [2].

Literatur und Internetquellen

  1. BAENSCH, H. A. & RIEHL, R. (1985)
  2. FISH BASE

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Schmetterlingsbuntbarsch

Mikrogeophagus ramirezi • The Ramirez's dwarf cichlid • Le cichlidé nain de Ramirez

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Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus ramirezi)© Sven Kullander. Veröffentlicht unter Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

 

 

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Approximative Verbreitung des Schmetterlingsbuntbarschs (Mikrogeophagus ramirezi)

 

 

Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus ramirezi), Zoo Basel © Thomas Jermann, Zoo Basel
Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus ramirezi), Zoo Basel © Thomas Jermann, Zoo Basel

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Der Schmetterlingsbuntbarsch ist ein 3.4 cm kleiner Fisch. Männchen werden etwas größer, haben längere Flossen und sind bunter als Weibchen [1; 2; 3 ].

Verbreitung

Tropisches Südamerika: Im Orinoko und dessen Zuflüssen sowie den Llanos Venezuelas und Kolumbiens [1; 2].

Lebensraum und Lebensweise

Der Schmetterlingsbuntbarsch ist ein paarweise lebender, territorialer Fisch, der langsam fließende Bäche mit starker Vegetation und schlammigem Boden sowie die Uferbereiche trüber Tieflandseen besiedelt. Er ist ein Offenbrüter. Vor dem Laichen bildet das Weibchen eine kurze Legeröhre aus. Die ca. 150-200 Eier werden am Boden auf einem von den Eltern zuvor gereinigten flachen Stein abgelegt oder einer sonstigen glatten Oberfläche abgelegt. Danach werden die Eier vom Männchen befruchtet. Der Schlupf der Fischlarven erfolgt nach ca. 2 Tagen. Diese werden dann von den Elterntieren im Maul zu bereits vorbereiteten Gruben gebracht, die eine Tiefe von bis zu 3 cm und einen Durchmesser von ca. 10 cm haben können. Die Jungfische schwimmen nach ca. 1 Woche frei [1; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde im Rahmen der Roten Liste der IUCN noch nicht beurteilt.

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Fischereilich ist die Art irrelevant. Sie befindet sich für aquaristische und Forschungszwecke im internationalen Fischhandel [2]. In Deutschland bewegen sich die Preise zwischen 3 € für wildfarbene Jungtiere bis etwa 15 € für Zuchtformen (Online-Inserate 2018).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund zwei Dutzend europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland gibt das Gutachten über die Haltung von Zierfischen für ein Paar der als "Papiliochromis ramirezi" bezeichneten Fische eine Beckenkantenlänge von 60 cm (= ca. 54 l) vor. Dieser Wert wurde in die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs übernommen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde erst 1948 von den amerikanischen Ichthyologen George Sprague MYERS und Robert Rees HARRY-ROFEN als "Apistogramma ramirezi" beschrieben. 1968 stellte sie der dänische Arzt und Hobbyaquarianer Jens MEULENGRACHT-MADSEN in die neue Gattung Mikrogeophagus [2].

Literatur und Internetquellen

  1. FISCH-LEXIKON
  2. FISH BASE
  3. SERIOUSLY FISH

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Getüpfelter Erdfresser

Satanoperca leucosticta • The Spotted Earth-eater • La perche diable pointillé

Getüpfelter Erdfresser (Satanoperca leucosticta), Tierpark Hellabrunn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Getüpfelter Erdfresser (Satanoperca leucosticta), Tierpark Hellabrunn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Getüpfelten Erdfressers (Satanoperca leucosticta)

 

 

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Getüpfelte Erdfresser (Satanoperca leucosticta), Tierpark Hellabrunn © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Der Getüpfelte Erdfresser wird etwa 15 cm lang. Sein Körper ist hoch und seitlich abgeflacht. Männchen und Weibchen sehen sich sehr ähnlich [2; 3]

Verbreitung

Tropisches Südamerika: Einzugsgebiet des Rio Essequibo in Guyana und anderer Flüsse in Surinam, Brasilien und Kolumbien [2].

Lebensraum und Lebensweise

Außerhalb der Paarungszeit lebt der Getüpfelte Erdfresser in losen Gruppen und ist gegenüber anderen Fischen friedlich. Seine Nahrung findet er hauptsächlich am Boden, daher der Name Erdfresser. Sie besteht aus kleinen Wirbellosen, Fischlarven, Pflanzenmaterial (z.B. Samen) und Detritus. Zur Fortpflanzung bilden sich territoriale Paare. Die Eier werden in kleinen Portionen am Boden abgelegt und vom Weibchen bewacht, währenddem das Männchen die Umgebung verteidigt. Die Larven schlüpfen nach 36-48 Stunden und werden dann vom Weibchen eingesammelt und während etwa einer Woche in der Maulhöhle aufbewahrt [3].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde im Rahmen der Roten Liste der IUCN noch nicht beurteilt.

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der wissenschaftliche Name bedeutet "Teufelsbarsch" Er beruht auf einer indianischen Legende, wonach die Tochter der obersten Gottheit eine verbotene Frucht gegessen hatte und davon schwanger wurde. Der aus dieser Schwangerschaft entstandene Sohn wurde Jurupari genannt, was in etwa „mit dem Mund empfangen“ bedeutet. Im Verständnis der Indios war Jurupari ein Sohn der Sonne, der weit in Brasilien verehrt wurde. Die christlichen Missionare setzten diesen heidnischen Gott mit dem Teufel gleich und heutzutage gilt Jurupari ganz allgemein in Brasilien als Synonym zum Teufel [1].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in nur ganz wenigen europäischen Einrichtungen gezeigt, darunter welchen im deutschsprachigen Raum. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1849 von den deutschen Zoologen Johannes Peter MÜLLER und Franz Hermann TROSCHEL als "Geophagus leucostictus" beschrieben. Albert Karl Ludwig Gotthilf GÜNTHER stellte sie 1862 in die neue Gattung Satanoperca [2].

Literatur und Internetquellen

  1. AQUALOG
  2. FISH BASE
  3. SERIOUSLY FISH

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Gelesen 577 mal Letzte Änderung am Samstag, 18 Mai 2019 12:52
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx