Buntbarsche

Afrikanische Buntbarsche

Roter Buntbarsch (Hemichromis stellifer) im Zoo-Aquarium Berlin Roter Buntbarsch (Hemichromis stellifer) im Zoo-Aquarium Berlin
© Klaus Rudloff, Berlin

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Unterordnung: Lippfischartige (Labroidei)
Familie: Buntbarsche (Cichlidae)
Unterfamilie: Afrikanische Buntbarsche (Pseudocrenilabrinae)

Vorbemerkung

Afrikanische Buntbarsche von außerhalb des Malawi- und Tanganjikasees sind attraktive, zum Teil selbst stark gefährdete Fische, die gut als Botschafter für Natur- und Gewässerschutz in ihren Ursprungsgebieten eingesetzt werden können, und die als Maulbrüter auch zoopädagogisch interessant sind. In europäischen Zoos und Schauaquarien werden daher mehrere Arten gezeigt, allerdings nicht so häufig wie ihre ostafrikanischen Verwandten.

Mindestanforderungen an die Haltung (für alle Arten)

In Deutschland gibt das Gutachten für die Haltung von Zierfischen für die Gattung Hemichromis eine Beckenkantenlänge von mindestens 100 cm (= ca. 200 l), für andere westafrikanische Buntbarsche von 80 cm (= ca. 112 l) vor. Dies wurde von Österreich in die 2. Tierhaltungsverordnung übernommen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge der gehaltenen Fische (ohne Schwanz) angeboten werden müssen.

D EN 650

Rio Muni-Prachtbuntbarsch

Benitochromis riomuniensis • The Cichlid of Rio Muni • Le cichlidé de Rio Muni

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Rio Muni-Prachtbuntbarsch (Benitochromis riomuniensis) im Zoo-Aquarium Berlin © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Rio Muni-Prachtbuntbarschs (Benitochromis riomuniensis)

 

 

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Rio Muni-Prachtbuntbarsch (Benitochromis riomuniensis) im Zoo-Aquarium Berlin © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Der Rio Muni-Prachtbuntbarsch wird bis 12 cm lang. Die Rückenflosse weist 15-16 Stachel- und 9-10 Weichstrahlen auf, die Analflosse 3 Stachel- und 6-8 Weichstrahlen. Die Färbung ist gelbbraun bis rotbraun, gelegentlich mit dunkeln Längsstreifen. Brust und Bauch sind heller, Wangen, Kiemendeckel und Kehle gelblich. Die Rückenflosse der Weibchen zeigt im oberen Bereich eine glänzende gelbliche Färbung, die auch im oberen Bereich der Schwanzflosse sichtbar ist. Der Bauchbereich der Weibchen ist meist leicht rötlich. Die Körperschuppen der Männchen zeigen eine dunkele Umrahmung. Dorsal-, Caudal- und Analflosse sind getüpfelt, Die Dorsalflosse ist bis auf ein kleines glänzendes Band oder vollständig durchsichtig gelblich [1; 2].

Verbreitung

Westafrika: Südwest-Kamerun, Äquatorialguinea [1; 3].

Lebensraum und Lebensweise

Der Rio Muni-Prachtbuntbarsch lebt in kleinen und mittelgroßen Fließgewässern, vorzugsweise in ufernahen Bereichen oder Bereichen mit vielen Versteckmöglichkeiten. Er ist ein paarbildender ovophiler und larvophiler Maulbrüter, bei dem sich beide Eltern an der Brut beteiligen [2].

Gefährdung und Schutz

Bedingt durch wasserbauliche Maßnahmen und andere Risiken gilt die an nur wenigen Orten vorkommende Art aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2009 als stark gefährdet [3]

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art findet sich gelegentlich im Aquarienfischhandel. In den USA werden die Fische für etwa 30 USD / Stück angeboten (Online-Inserate 2018).

Haltung

Gegenüber artfremden Fischen ist er nur mäßig aggressiv, lässt sich also gut in Gesellschaftsaquarien ausreichender Größe halten [2].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur ganz selten in europäischen Einrichtungen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Taxonomie und Nomenklatur

Benitochromis riomuniensis, für den FishBase nebst zwei chinesischen nur den hübschen finnischen Vulgärnamen "Täpläpalettikala" bereithält, ist eine von sechs Benitochromis-Arten, die alle stark gefährdet oder gefährdet sind. Die Art wurde erst 1981 unter der Bezeichnung "Nanochromis riomuniensis" beschrieben. 2001 wurde sie im Rahmen einer Revision des Chromidotilapia batesii/finleyi-Komplexes der neu aufgestellten Gattung Benitochromis zugeteilt [1].

Literatur und Internetquellen

  1. FISH BASE
  2. MALAWI-GURU
  3. MOELANTS, T. (2010). Benitochromis riomuniensis. The IUCN Red List of Threatened Species 2010: e.T183036A8037718. . Downloaded on 21 March 2018.

D LC 650

Roter Buntbarsch

Hemichromis bimaculatus • The African Jewelfish • L'acara rouge ou cichlidé-joyau

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Roter Buntbarsch (Hemichromis bimaculatus) im Tiergarten Nürnberg © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Roten Buntbarschs (Hemichromis bimaculatus)

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Meist werden die Fische etwa 7.5 cm lang und 10 g schwer, im Extremfall bis 13.5 cm. Die Rückenflosse weist 14-15 Stachel- und 10-12 Weichstrahlen auf, die Analflosse 3 Stachel- und 8-9 Weichstrahlen. Auf dem Kiemendecke, mitten auf der Körperseite und auf der Schwanzbasis je ein mehr oder weniger deutlich ausgeprägter dunkler Fleck. Die Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen sind geringfügig [2; 4].

Verbreitung

Westafrika: Weit verbreitet. Nordafrika: Punktuelle Vorkommen. Ägypten, Algerien, Angola, Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Liberia, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria, Senegal, Sierra Leone, Togo, Tschad, Tunesien, Zentralafrikanische Republik [1].

Lebensraum und Lebensweise

Hemichromis bimaculatus kommt in Süßwasserflüssen und -wadis sowie in Brackwasserlagunen mit schlammigen oder sandigen Böden vor. Außerhalb der Paarungszeit relativ friedlich, während der Fortpflanzungsperiode paarweise revierbildend und gegen andere Cichliden sehr aggressiv . Die 200-500 Eier werden auf Steinen abgelegt, die vorher geputzt werden, dann in eine vorbereitete Grube gebracht und, ebenso wie die Jungfische, mehrmals umgebettet. Die Jungfische werden von den Eltern während etwa 2 Wochen geführt [3; 4]

Gefährdung und Schutz

Hemichromis bimaculatus ist in Westafrika weit verbreitet und daher nach einer Beurteilung aus dem Jahr 2009 als Art nicht gefährdet. In Nordafrika leiden die Bestände durch Gewässerverschmutzung und geringe Wasserführung und wurden daher als stark gefährdet eingestuft [1].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird kommerziell nicht gefischt. Sie befindet sich für aquaristische und Tierversuchszwecke gelegentlich im internationalen Tierhandel [1; 2]

Haltung

Im Aquarium sind die Paare gegen andere Fische sehr aggressiv [3; 4].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in weniger als 20 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich gegen die Hälfte im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Taxonomie und Nomenklatur

Mit "Roter Buntbarsch" werden mehrere Arten bezeichnet. Die Art Hemichromis bimaculatus wurde 1862 von dem amerikanischen Ichthyologen Theodore Nicholas GILL unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben [2].

Literatur und Internetquellen

  1. AZEROUAL, A. & LALÈYÈ, P. (2010). Hemichromis bimaculatus. The IUCN Red List of Threatened Species 2010: e.T182628A7930122. http://www.iucnredlist.org/details/182628/0. Downloaded on 18 March 2018.
  2. FISH BASE
  3. GILBERT, J. & LEGGE, R. (1981)
  4. RIEHL, R. & BAENSCH, H.A. (1985)

D NB 650

Roter Buntbarsch

Hemichromis guttatus • The Red Jewel Cichlid • L'acara rouge ou cichlidé-joyau

Roter Buntbarasch (Hemichromis guttatus) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Roter Buntbarasch (Hemichromis guttatus) © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Roten Buntbaraschs (Hemichromis guttatus)

 

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Hemichromis guttatus erreicht eine Länge bis 12 cm. Die Rückenflosse weist 13-15 Stachel- und 9-12 Weichstrahlen auf, die Analflosse 3 Stachel- und 7-9 Weichstrahlen [1].

Verbreitung

Westafrika: Küstenflüsse von Sierra Leone bis Kamerun, ausgenommen das Einzugsgebiet des Unteren Volta.

Nach FishBase (Cit. KOTTELAT et al. 2007) soll Hemichromis guttatus in einem von einer Thermalquelle gespiesenen Bach in Villach-Warmbad (Kärnten) angesiedelt worden sein. HAFNER et al. (1986) geben allerdings an, es handle sich um Hemichromis bimaculatus und H. fasciatus [1; 2].

Lebensraum und Lebensweise

Die Roten Buntbarsche sind monogam. Sie leben vorzugsweise in ruhig fließenden Flüssen mit dichter Unterwasservegetation. Sie legen ihren Laich auf Steinen, Wurzeln, Blättern und ähnlichen Strukturen ab. Die Jungen schlüpfen nach 2-3 Tagen und schwimmen nach weiteren drei Tagen frei. Sie werden bis zu einer Größe von etwa 3 cm von beiden Eltern betreut [1].

Gefährdung und Schutz

Die Art wurde im Rahmen der Roten Liste der IUCN noch nicht beurteilt.

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Hemichromis guttatus befindet sich im Aquarienfischhandel [1]. Angebote in Deutschland liegen z.B. bei 3-5 € / Stück (Online-Inserate 2018).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur sehr selten in europäischen Einrichtungen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1862 von dem aus Esslingen stammende und am British Museum of Natural History tätige Albert Karl Ludwig Gotthilf GÜNTHER unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben [1].

Literatur und Internetquellen

  1. FISH BASE
  2. HAFNER, W., HONSIG-ERLENBURG, W. & MILDNER, P. (1986)

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Gelesen 800 mal Letzte Änderung am Samstag, 18 Mai 2019 12:22
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx