Dorsche, Meeräschen, Ährenfische, Zahnkärpflinge

Tequilakärpfling

Tequila-Kärpfling (Zoogoneticus tequila) im Aquazoo Düsseldorf Tequila-Kärpfling (Zoogoneticus tequila) im Aquazoo Düsseldorf
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
Familie: Hochlandkärpflinge (Goodeidae)

D EN 650

Tequila-Kärpfling, Orangeband-Kärpfling

Zoogoneticus tequila • The Tequila Splitfin • Le "zoogo"

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Tequilakärpfling (Zoogoneticus tequila) im Aquarium Tropical du Palais de la Porte Dorée, Paris © Loury Cédric auf Wikimedia Commons. Veröffentlicht unter Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

 

 

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Approximative Verbreitung des Tequila-Kärpflings (Zoogoneticus tequila)

 

 

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Tequilakärpfling (Zoogoneticus tequila) im Aquarium Tropical du Palais de la Porte Dorée, Paris © Loury Cédric auf Wikimedia Commons. Veröffentlicht unter Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

 

 

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Als unmittelbar vom Aussterben bedrohte Tierart ist die nachhaltige Zucht für das Überleben des Tequilakärpflinges von größter Bedeutung. In Europa wird diese nordamerikanische Art allerdings nur in wenigen Zoos und Schauaquarien gehalten und gezüchtet.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Tequilakärpfling ist ein eher unscheinbarer, nur 3 (Männchen) bis 4 (-4.8) cm (Weibchen) langer lebendgebärender Zahnkärpfling, dessen Männchen über ein Andropodium verfügen [1; 2].

Verbreitung

Mexiko: Bundesstaat Jalisco (Zentralmexiko), im Einzugsgebiet des Río Teuchitlan [3].

Lebensraum und Lebensweise

Tequilakärpflinge leben in warmen, seichten, stillen oder langsam fließenden Gewässern in Höhenlagen von über 1000 m. Bevorzugt werden Wassertiefen von weniger als 1 m. Bei Wassertemperaturen von 26-28°C werden Männchen und Weibchen in 10 Wochen geschlechtsreif. Große Weibchen gebären bis zu 30 Junge pro Saison [1; 2; 3].

Gefährdung und Schutz

Der Tequilakärpfling galt ab 1992 als im Freiland ausgestorben, 2003 wurde aber wieder ein kleiner Bestand mit nur etwa 50 erwachsenen Tieren in einem seichten Quelltopf gefunden. Diese letzte wildlebende Population war verschiedenen Gefahren ausgesetzt, u.a. durch Besatz mit Fischen gebietsfremder Arten. Sie wurde deshalb aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2007 als vom Aussterben bedroht eingestuft und starb 2013 tatsächlich aus. 2016 wurde ein Wiederansiedlungsprogramm mit ex-situ gezüchteten Fischen begonnen. 2018 erreichte der Wildbestand 80-120 erwachsene Exemplare. 2019 wurde die Art in die Kategorie "stark gefährdet" eingestuft (Rote Liste: ENDANGERED) [3].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Zoogestütztes Artenschutzprojekt:

  • Seit 1998 unterstützt der Chester Zoo das Fish Ark Project in Zentralmexiko, in dessen Rahmen die obem erwähnte Wiederansiedlung im Río Teuchitlán im Bundesstaat Jalisco unternommen wurde. mehr ...

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in gegen 20 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Drittel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

1990 wurde die Art entdeckt und 1998 von den amerikanischen Ichthyologen Shane A. WEBB und Robert Rush MILLER als neue Art beschrieben [1; 2].

Literatur und Internetquellen

  1. FISH BASE
  2. GOODEID WORKING GROUP
  3. KOECK, M. (2019). Zoogoneticus tequila. The IUCN Red List of Threatened Species 2019: e.T169395A1276460. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2019-2.RLTS.T169395A1276460.en . Downloaded on 20 December 2020.

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Gelesen 7106 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 02 Februar 2022 17:38
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx