Dorsche, Meeräschen, Ährenfische, Zahnkärpflinge

Sakaramy-Hechtling

Sakaramy-Hechtling (Pachypanchax sakaramyi) im Tiergartenh Bernburg Sakaramy-Hechtling (Pachypanchax sakaramyi) im Tiergartenh Bernburg
Andreas Filz, TG Bernburg

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Zahnkärpflinge (Cyprinodontiformes)
Familie: Hechtlinge (Aplocheilidae)

D EN 650

Sakaramy-Hechtling

Pachypanchax sakaramyi • The Sakaramy River Killifish • Le nom

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Sakaramy-Hechtling (Pachypanchax sakaramyi) im Zoo Leipzig © Tino Strauss

 

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Approximative Verbreitung des Sakaramy-Hechtlings (Pachypanchax sakaramyi)

 

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Sakaramy-Hechtling (Pachypanchax sakaramyi) im Tiergarten Schönbrunn © Norbert Potensky / TG Schönbrunn

 

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Sakaramy-Hechtling (Pachypanchax sakaramyi) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Sakaramy-Hechtling (Pachypanchax sakaramyi) im Tierpark Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Sakaramy-Hechtling (Pachypanchax sakaramyi), Männchen im Zoo Leipzig © Fabian Schmidt, Zoo Basel

 

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Sakaramy-Hechtling (Pachypanchax sakaramyi), Männchen im Zoo Leipzig © Fabian Schmidt, Zoo Basel

 

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Als im Freiland stark gefährdete, in Menscheniobhut aber leicht zu züchtende Art bietet sich der Sakaramy-Hechtling für die Haltung in Madagaskar-Themenhäusern an. Er wird gesamteuropäisch relativ selten gehalten, im deutschsprachigen Raum kann er in mehreren Zoos beobachtet werden.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Sakaramy-Hechtling wird etwa 8-9 cm lang, wobei die Männchen größer sind als die Weibchen. Für im natürlichen habitat lebende Exemplare wird eine Standardlänge von 21-66 mm angegeben [1; 2; 4].

Verbreitung

Madagaskar: Im Norden der Insel in den Flüssen Sakaramy, Irodo und Antsakoabe sowie im Lac Texier [3].

Lebensraum und Lebensweise

Der Sakaramy-Hechtling lebt in klaren, von Bäumen beschatteten Fließgewässern mit einer Temperatur von 20.5-22.0°C und einem pH von 7.2-7.5 mit felsigem oder kiesigem Boden, sowie in einigen Kraterseen. Die Fische halten sich sowohl in rasch fließenden wie in ruhigen Gewässerabschnitten auf, bevorzugen aber letztere. Sie ernähren sich von an der Wasseroberfläche treibenden Insekten, kleinen Fischchen und wasserlebenden Invertebraten. Die Art ist eierlegend. Wie bei allen Vertretern der Familie sind die Eier derbschalig und vermögen im Bodengrund ausgestrockneter Gedwässer zu überdauern, sofern eine gewisse Restfeuchtigkeit vorhandne ist [1; 2, 3].

Gefährdung und Schutz

Der Sakaramy-Hechtling wurde bis 1996 als gefährdet in der Roten Liste aufgeführt. Nachdem Untersuchungen im Jahr 2001 ergeben hatten, dass die oberen Strecken des Sakaramyflusses kaum mehr Wasser führten, weil dieses von der einheimischen Bevölkerung abgeleitet wurde, wurde die Art als vom Aussterben bedroht eingestuft. Nach einer neuerlichen Beurteilung im Jahr 2016 wurde sie in die Kategorie stark gefährdet zurückgestuft, obwohl mittlerweile auch eine Gefährdung durch die eingeführten, invasiven Guppies (Poecilia reticulata) und Moskitofische (Gambusia affinis) angenommen wird [3].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art findet sich gelegentlich im Aquarienfischhandel. Angebote liegen in der Größenordnung von 10 € (Online-Inserate 2021). Der Austausch zwischen verschiedenen Haltern kann duch in feuchten Torf gepackte Eier erfolgen. Sie lässt sich gut im Gesellschaftsaquarium halten, aber besser nicht zusammen mit sehr kleinen Fischen.

Haltung

Alle heute in Aquarien lebenden Sakaramyhechtlinge stammen von 5 Paaren ab, die 1994 gesammelt wurden [5].

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in gegen 20 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa 40% im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1928 von dem Wiener Ichthyologen Maximilian HOLLY als "Panchax sakaramyi" beschrieben. Später kam er in die vom amerikanischen Ichthyologen George Sprague MYERS 1933 aufgestellte Gattung Pachypanchax [1]. 2006 erfolgte eine Neubeschreibung durch den amerikanischen Ichthyologen Paul LOISELLE [4].

Literatur und Internetquellen

  1. FISH BASE
  2. SERIOUSLY FISH
  3. SPARKS, J.S. (2016). Pachypanchax sakaramyi. The IUCN Red List of Threatened Species 2016: e.T15839A58297043. http://www.iucnredlist.org/details/15839/0. Downloaded on 02 March 2018.
  4. LOISELLE, P. V. (2006)
  5. MY FISH

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Gelesen 2147 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 07 April 2021 08:46
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx