Knochenzüngler, Aale und Heringe

Arapaima

Arapaima (Arapaima gigas) im Kölner Zoo Arapaima (Arapaima gigas) im Kölner Zoo
Thomas Ziegler, Kölner Zoo

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Knochenzünglerartige (Osteoglossiformes)  
Familie: Knochenzüngler (Osteoglossidae)

D DD 650

Arapaima

Arapaima gigas • The Arapaima • L'arapaïma

Arapaima (Arapaima gigas) im Kölner Zoo © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Arapaima (Arapaima gigas) im Kölner Zoo © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximatives autochthones Vorkommen des ASrapaimas (Arapaima gigas) nach MIRANDA-CHUMACERO (2012)

 

 

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Arapaima (Arapaima gigas) im Tiergarten Schönbrunn © Daniel Zupanc, TG Schönbrunn

 

 

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Arapaima (Arapaima gigas). Bild aus aus Brehms Thierleben (1882-1887)

 

 

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Arapaimas, die größte Fische des Amazonasbeckens, sind eindrucksvolle Gestalten die sich hervorragend als Botschafter für den Schutz der südamerikanischen Flüsse und Regenwälder eignen. Sie werden daher trotz ihrer hohen Raumansprüchen relativ oft in europäischen Zoos und Schauaquarien gehalten.

Körperbau und Körperfunktionen

Arapaimas sind die größten Fische des des Amazonasbeckens. Sie können eine Länge von über 2.3 m und ein Gewicht von über 130 kg erreichen. Es wurde auch schon über eine Länge von 4.5 m und ein Gewicht 186 kg berichtet. Sie sind Luftatmer, was ihnen erlaubt, auch sauerstoffarme Gewässer zu besiedeln. Charakteristisch sind die großen, graugrünen, golden schimmernden Schuppen, die den ganzen Körper mit Ausnahme des Kopfes bedecken. Die Brustflossen sind klein und nahe am Kopf gelegen, Rücken- und Analflosse weit hinten, nahe an der intensiv rot gefärbten, abgerundeten Schwanzflosse [4; 6].

Verbreitung

Amazonasbecken: Brasilien, Guyana, Peru. Angesiedelt in Bolivien, China, Kuba, Mexiko, Süd-Peru (Einzugsgebiet des Madre de Dios), den Philippinen, Singapur und Thailand [3; 6].

Lebensraum und Lebensweise

Der Arapaima ist kein Maulbrüter. Die Eier werden in kreisförmige Nestgruben von 50 cm Durchmesser und 15 cm Tiefe abgelegt. Ein 80 kg schweres Weibchen produziert etwa 10’000 – 20’000 Eier mit einem Durchmesser von. 2.5-3 mm [6]. Der Arapaima-Vater bewacht den Schwarm seiner Jungen, die sich über seinem flachen Kopf tummeln. Dazu sondert er ein Sekret ab, das eine grosse Anziehungskraft auf die Jungen hat und diese an der gewünschten Stelle hält [7]. Das Weibchen hält sich in einigem Abstand auf und hat vermutlich die Aufgabe potenzielle Räuber fern zu halten [1].

Gefährdung und Schutz

Bis 1988 wurde die Art als gefährdet eingestuft. Seitdem wird die Datenlage als für eine Einstufung unzureichend beurteilt [8]. Währenddem die Arapaima-Bestände in ihrem natürlichen Areal abnehmen, ist bei standortfremden eingeführten Populationen in Bolivien ein Bestandswachstum zu verzeichnen, das auf Kosten der heimischen Fischfauna geht [5].

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Im Ursprungsgebiet werden Arapaimas traditionell mit der Angel oder mit Pfeil und Bogen erlegt [2]. In jüngerer Zeit werden sie in tropischen Ländern als Speisefische gezüchtet, was wegen ihrer sehr raschen Gewichtszunahme von 10-15 kg pro Jahr, ihres grätenfreien Fleischs und ihrer geringen Ansprüche an die Wasserqualität besonders interessant ist [6]. Bei uns sind Arapaimas wegen ihrer Größe nur für die Haltung in sehr großen Aquarien oder in Teichen innerhalb von Tropenhallen geeignet.

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 35 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Fünftel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste. Der europäische Erstimport erfolgte 1937 durch den Tierpark München-Hellabrunn.

Mindestanforderungen: In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen. In der Schweiz ist das Halten der Art durch Privatpersonen bewilligungspflichtig. Anhang 2, Tabelle 8 der Schweizerischen Tierschutzverordnung gibt an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1822 vom Schweizer Zoologen Heinrich Rudolf SCHINZ als "Sudis gigas" beschrieben. Die Gattung Arapaima wurde 1843 von dem aus Koblenz (DE) stammenden Naturwissenschaftler Johannes Peter MÜLLER aufgestellt. Sie galt lange als monotypisch, heute werden 4 Arten anerkannt [3].

Literatur und Internetquellen

  1. BAENSCH, H. A. & RIEHL, R. (1985)
  2. BREHM, A. E. (1882-1887)
  3. FISH BASE
  4. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  5. MIRANDA-CHUMACERO, G., WALLACE, R., CALDERÓN, H., CALDERÓN, G., WILLINK, P., GUERRERO, M., SILES, T. M., , LARAS, K. & CHUQUI, D. (2012)
  6. NUÑEZ, J. In: Cultured Aquatic Species Information Programme. Arapaima gigas. FAO Fisheries and Aquaculture Department [online]. Rome. Updated 2 August 2012. [Cited 22 February 2016].
  7. STUDER, P. (1986)
  8. WORLD CONSERVATION MONITORING CENTRE (1996). Arapaima gigas. The IUCN Red List of Threatened Species 1996: e.T1991A9110195. http://www.iucnredlist.org/details/1991/0. Downloaded on 04 February 2018.

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx