Pinguine

Brillenpinguin

Brillenpinguin (Spheniscus demersus) im Zoo Basel Brillenpinguin (Spheniscus demersus) im Zoo Basel
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern

Ordnung: Pinguine (Sphenisciformes)
Familie: Pinguine (Spheniscidae)

D EN 650

Brillenpinguin

Spheniscus demersus • The African, or Black-footed, Penguin • Le manchot du Cap

 

 

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Brillenpinguin (Spheniscus demersus) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Brutgebiete des Brillenpinguins (violett)

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Junger Brillenpinguin (Spheniscus demersus) im Zoo Basel © Zoo Basel

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Brillenpinguine (Spheniscus demersus), überwiegend Jungvögel, im Zoo Mageburg. Pressefoto Zoo Magdeburg

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Brillenpinguine (Spheniscus demersus) sind beliebte Patentiere - nicht nur für schwarz-weiß gekleidete Brillenträgerinnen © ErlebnisZoo Hannover (Pressefoto)

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Brillenpinguine (Spheniscus demersus) im Opel-Zoo Kronberg © Archiv Opel-Zoo

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Schwimmende Brillenpinguine (Spheniscus demersus) im Opel-Zoo Kronberg © Archiv Opel-Zoo

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Fütterung der Brillenpinguine (Spheniscus demersus) im Opel-Zoo Kronberg © Archiv Opel-Zoo

Gefährdung und Schutz: Die Bestände nehmen rasch ab und die Art gilt deshalb seit 2012 als stark gefährdet (Rote Liste: ENDANGERED).

Der internationale Handel ist nach CITES Anhang II geregelt.

Die Art fällt unter Anhang 2 des African-European Waterbird Agreements (AEWA).

Verbreitung: Südliches Afrika : Küste Namibias, West- und Südküste Südafrikas, gelegentlich bis Angola bzw. Mosambik und Irrgäste auch weiter nördlich.

Lebenraum und Lebensweise: Bei Pinguinen in freier Wildbahn wurde bisher keine soziale Dominanz beobachtet. In einer Untersuchung im Zoo Hannover wurde bestätigt, dass dies bei gehaltenen pinguinen nicht anders ist [OPITZ].

Bedeutung für den Menschen: Früher wurden in großem Stil Brillenpinguin-Eier, gesammelt, um die Wende von 19. zum 20. Jahrhundert allein auf Dassen Island jährlich etwa 300'000 Stück, was die Kolonie aber offenbar ohne größeren Schaden überlebte (SIMPSON, 1976). Ursächlich für den Bestandsrückgang in neuerer Zeit dürfte Folgendes sein: Hauptbeute des Brillenpinguins sind in Schulen schwimmende, meist 5-12 cm lange Fische wie z.B. Sardinen (Sardinops ocellata) und Sardellen (Engraulis capensis) die er bis in eine Tiefe von 130 m verfolgen kann (DEL HOYO et al., 1992). Die Spezialisierung auf diese Fischarten wurde der Art zum Verhängnis, denn auf diese Fische haben es auch die im Benguelastrom tätigen kommerziellen Fischereiflotten und die zunehmenden Bestände der Kapseebären abgesehen. Dadurch werden die Fischbestände  namentlich in Küstennähe immer knapper, was ein Problem für die Nahrungsversorgung der noch nicht flüggen Jungvögel darstellt.

Haltung: Pinguine sind sehr empfänglich für Vogelmalaria, Die in Freianlagen gehaltenen Brillenpinguinbe sind besonder gefährdet. In den Zoos von Basel und Wuppertal wurden dazu Forschungsarbeiten durchgeführt [CEREGHETTI, HELLER]

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in über 70 Zoos gehalten, von denen sich etwa ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste. Die meisten Zoos beteiligen sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP, seit 1994).

Anlagen: 2005 schenkte der Zoo-Verein Wuppertal dem Zoo eine neue Anlage für Brillenpinguine im Wert von 825.000 EURO. Diese ist einem Strandabschnitt der südafrikanischen Kaphalbinsel, dem natürlichen Lebensraum der Brillenpinguine, nachempfunden. Zoobesucher können die Brillenpinguine über und unter Wasser beobachten. Drei große Unterwasser-Beobachtungsscheiben erlauben den Blick in den Lebensraum Meer, in dem die Pinguine den größten Teil ihres Lebens verbringen. Auch der Bereich der Bruthöhlen ist gut einsehbar. Eine Zuchtgruppe von etwa 20 Paaren kann hier gepflegt werden. (PM Zoo Wuppertal)

 

 Literatur:

  1. CEREGHETTI, N. (2012)
  2. DEL HOYO, J., ELLIOTT, A.. & SARGATAL, J. (eds., 1992)
  3. GINN, P.J., McILLERON, W.G. & MILSTEIN, P. le S. (1999)
  4. HELLER, S. (2011)  
  5. OPITZ, K.S. (2014)

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Brillenpinguine (Spheniscus demersus) am Strand von Boulders, Südafrika © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

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Gelesen 337 mal Letzte Änderung am Sonntag, 09 September 2018 07:28
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx