Kugel- und Plattfische

Perlen-Kofferfisch

Perlen-Kofferfisch (Lactophrys triqueter) im Kölner Zoo Perlen-Kofferfisch (Lactophrys triqueter) im Kölner Zoo
© Nettesheim / Kölner Zoo

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Kugelfischverwandte (Tetraodontiformes)
Familie: Kofferfische (Ostraciidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kofferfische (Ostraciinae)

D LC 650

Perlen-Kofferfisch

Lactophrys triqueter • The Smooth Trunkfish • Le coffre baguette

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Perlen-Kofferfisch (Lactophrys triqueter) im Flower Garden Banks National Marine Sanctuary, USA. Aufnahme: Frank and Joyce Burek, NOAA. Public Domain.

 

 

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Approximative Verbreitung des Perlen-Kofferfischs (Lactophrys triqueter)

 

 

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Perlen-Kofferfisch-Motiv (Lactophrys triqueter) auf 65 Cent-Briefmarke von Anguilla
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Kofferfische sind wegen ihrer Gestalt und Bewegungsweise faszinierende Tiere, die beim Publikum viel Beachtung finden. Von den 25 Kofferfischarten wird daher etwa die Hälfte in europäischen Zoos und Schauaquarien gezeigt. Der Perlen-Kofferfisch gehört dabei zu den nur selten gehaltenen Arten.

Körperbau und Körperfunktionen

Kofferfische fallen durch ihre ungewöhnliche Körperform auf, die BREHM [1] wie folgt beschreibt: "Ihr vierschrötiger, ungestalteter Leib wird anstatt der Schuppen von einem Panzer bekleidet, welcher aus regelmäßigen, meist sechseckigen Knochenfeldern besteht und nur dem Schwanze, den Flossen und den Lippen Beweglichkeit gestattet. Schwanz und Flossen stehen in Löchern, welche den Panzer durchbrechen, und erscheinen so gleichsam als eingezapfte Stücke. Kräftige Stacheln, welche zur Absonderlichkeit dieser eigenthümlichen Geschöpfe noch beitragen, finden sich bei vielen, und zwar meist paarweise geordnet. Der kleine Mund steht am Ende der Schnauze; die Kinnladen tragen zehn bis zwölf kegelförmige Zähne; die Kiemenöffnung besteht aus einer Spalte, welche von einem Hautlappen umsäumt wird; die Kiemenhaut zählt sechs Strahlen. Die Zunge ist kurz und unbeweglich, der Magen häutig und groß." Perlen-Kofferfische werden meist etwa 20 cm lang, im Extremfall 47 cm [2].

Verbreitung

Atlantik: Westatlantik von Massachusetts (USA) bis Südbrasilien, Golf von Mexiko und Karibik [2; 3].

Lebensraum und Lebensweise

Perlen-Kofferfische leben einzeln oder in kleinen Gruppen an Fels- und Korallenriffen, auch vergesellschaftet mit anderen Fischarten. Sie ernähren sich von bodenlebenden Wirbellosen, wie Mollusken, Krebstieren, Würmern, Manteltierchen und Schwämmen die sie durch Erzeugen eines Wasserstroms aus dem Maul freilegen. Bei Erregung können sie Gifte freisetzen, die andere Fische töten können [2; 3].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist weit verbreitet und wo sie vorkommt häufig. Sie wird daher aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2011 nicht als gefährdet eingestuft [3].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Perlen-Kofferfisch wird lokal als Frischfisch vermarktet und gegessen, ist aber für die gewerbliche Fischerei unbedeutend und ist auch nicht regelmäßig im Aquarienfischhandel anzutreffen [2; 3].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird nur ausnahmsweise in europäischen Einrichtungen gezeigt. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland gibt es keine konkreten Mindestnormen. Die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs fordert für Arten bis zu 40 cm Länge ein Beckenvolumen von mindestens 5'000 l, wobei die Tiere ohne weitere Artgenossen zu halten sind. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Nomenklatur des Perlen-Kofferfischs ist etwas verwirrlich. Ursprünglich wurde er 1758 von Carl von LINNÉ als Ostracion triqueter beschrieben. Die Gattung, zu der LINNÉ z.B. auch den Kuhfisch zählte, wurde später aufgesplittet [2]. Der Perlen-Kofferfisch wird heute entweder der Gattung Lactophrys zugerechnet (z.B. von IUCN und FISH BASE) oder von einzelnen Autoren als monotypische Gattung Rhinesomus betrachtet.

Literatur und Internetquellen

  1. BREHM, A. E. (1882-1887)
  2. FISH BASE
  3. LEIS, J.L. et al. (2015). Lactophrys triqueter (errata version published in 2017). The IUCN Red List of Threatened Species 2015: e.T190363A115315495. http://www.iucnredlist.org/details/190363/0. Downloaded on 10 March 2018.

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Gelesen 5316 mal Letzte Änderung am Samstag, 18 Mai 2019 10:33
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx