Barsche (Süßwasser) ohne Buntbarsche

Küssender Gurami

Küssender Gurami (Helostoma temminckii), Zoo Basel	Küssender Gurami (Helostoma temminckii), Zoo Basel
© TJ, Zoo Basel

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Labyrinthfische (Anabantoidei)
Familie: Küssende Guramis (Helostomatidae)

D LC 650

Küssender Gurami

Helostoma temminkii • The Kissing Gourami • Le gourami embrasseur

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Küssender Gurami (Helostoma temminkii) im Zoo Halle © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Approximative Verbreitung des Küssenden Guramis (Helostoma temminkii)

 

 

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Küssender Gurami (Helostoma temminkii) im Zoo Halle © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Wegen seines Kampfverhaltens und des Labyrinths als zusätzlichem Atmungsorgan ist der Küssende Gurami von zoopädagogischem Interesse. Da aber auch andere Labyrinthfische für diesen Zweck eingesetzt werden können, ist er nicht allzu häufig in europäischen Zoos und Schauaquarien anzutreffen.

Körperbau und Körperfunktionen

Der Küssende Gurami erreicht eine Länge bis 30 cm. Es gibt zwei Farbvarianten, bei der einen ist die Grundfarbe stumpfrosa mit schwarzen Augen als einzigem Kontrast, bei der anderen, die den Normalfall bei wilden Individuen darstellt, ist sie gelblich silbern mit dunkelgrünem Rücken und bisweilen Streifen an den Flanken [2; 3].

Verbreitung

Südostasien: Ursprünglich in Süßgewässern in Südostasien. Da er aber als Speisefisch verwendet wird, wurde er auch in anderen Ländern und Kontinenten eingeführt.

Lebensraum und Lebensweise

Der Name dieser Art kommt daher, dass männliche Fische beim Kämpfen die Mäuler aufeinanderpressen. Das schwächere Tier muss schließlich weichen. Küssende Guramis sind Allesfresser, die im Aquarium beinahe allen Pflanzenarten zusetzen. Sie können mittels ihrer Kiemen feinstes Plankton filtrieren. Die sehr kleinen Eier treiben an der Wasseroberfläche, sie werden von den Guramis nicht gefressen [3; 4].

Gefährdung und Schutz

Der Küssende Gurami ist lokal und saisonal häufig im ganzen Verbreitungsgebiet und wird aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2011 nicht als gefährdet eingestuft, was im Rahmen einer zweiten Beurteilung 2019 bestätigt wurde. Überfischung und Verschmutzung führen zwar zu Bestandsrückgängen, diese sind aber für die Population noch tragbar [5].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Die Art wird zu Speisezwecken kommerziell gefischt und in Aquakultur vermehrt. Sie ist Gegenstand der Sportfischerei und befindet sich im internationalen Aquarienfischhandel [1]. Angebote in Deutschland liegen bei unter 4 bis 5 € pro Tier (Online-Inserate 2018).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 20 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich ein paar im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Mindestanforderungen: In Deutschland bezeichnet das Gutachten über die Haltung von Zierfischen den Küssenden Gurami als nur bedingt geeignet für die Haltung als Aquarienfisch und gibt gleichzeitig eine Beckenkantenlänge von 150 cm vor (= ca. 375 l). Dies wurde in die 2. Tierhaltungsverordnung Österreichs übernommen. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge (ohne Schwanzflosse) der gehaltenen Fische angeboten werden müssen.

Taxonomie und Nomenklatur

Der Küssende Gurami wurde 1829 von dem französischen Naturforscher und Direktor der Ménagerie von Paris, Georges CUVIER, unter seinem heute noch gültigen Namen beschrieben. Er bildet eine monogenerische / monospezifische Familie. Die häufig anzutreffenden Schreibweisen H. temmincki und H. temminckii sind nomenklatorisch nicht korrekt[1].

Literatur und Internetquellen

  1. FISH BASE
  2. GILBERT, J. & LEGGE, R. (1981)
  3. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  4. RIEHL, R. & BAENSCH, H.A. (1985)
  5. AHMAD, A.B. & VIDTHAYANON, C. (2020). Helostoma temminckii. The IUCN Red List of Threatened Species 2020: e.T181326A156937361. https://dx.doi.org/10.2305/IUCN.UK.2020-2.RLTS.T181326A156937361.en . Downloaded on 20 December 2020.

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Gelesen 5574 mal Letzte Änderung am Sonntag, 20 Dezember 2020 17:38
© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx