Barsche (Süßwasser) ohne Buntbarsche

Schützenfische

Schützenfisch (Toxotes jaculatrix) im Zoo- Basel Schützenfisch (Toxotes jaculatrix) im Zoo- Basel
© Thomas Jermann, Zoo Basel

Überklasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Unterklasse: Neuflosser (Neopterygii)
Teilklasse: Echte Knochenfische (Teleostei)
Ordnung: Barschartige (Perciformes)
Unterordnung: Barschfische (Percoidei)
Familie: Schützenfische (Toxotidae)

Vorbemerkung

Aufgrund ihrer Jagdtechnik sind Schützenfische zoopädagogisch interessant und sind dankbare Objekte für kommentierte Fütterungen, die so auch als Botschafter für den Schutz ihres Lebensraums eingesetzt werden können. Von den 7 Arten sind daher 4 (Stand 2018) in rund 80 europäischen Zoos und Schauaquarien vertreten.

Mindestanforderungen an die Haltung (für alle Arten)

In Deutschland und Österreich gibt es keine konkreten Mindestnormen für Schützenfische. In der Schweiz gibt Anhang 2, Tabelle 8 der Tierschutzverordnung an, wie viele Liter Wasser pro cm Gesamtkörperlänge der gehaltenen Fische (ohne Schwanz) angeboten werden müssen.

D LC 650

Schützenfisch

Toxotes jaculatrix • The Banded, or Zebra, Archerfish • Le toxote

Schützenfisch (Toxotes jaculatrix) im Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Schützenfisch (Toxotes jaculatrix), Zoo Basel © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Approximative Verbreitung des Gestreiften Schützenfischs (Toxotes jaculatrix)

 

 

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Schützenfisch (Toxotes jaculatrix) im Zoo Leipzig © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Spritzender Schützenfisch (Toxotes jaculatrix). Der Fisch soll noch auf die wehnfache Körperlänge gezielt spucken können. Illustration aus EIBL-EIBESFELDT

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Körperbau und Körperfunktionen

Schützenfische werden meist 20 cm, im Extremfall bis 30 cm lang. Ihre Rückenflosse hat 4 Stachel- und 11-13 Weichstrahlen, die Afterflosse 3 Stachel und 13-17 Weichstrahlen. Die einzelnen Arten unterscheiden sich hauptsächlich durch die Anzahl der Flossenstrahlen [3; 5; 8]

Verbreitung

Südasien bis Pazifik: Von Indien ostwärts bis zu den Philippinen, Indonesien, Vanuatu, Salomonen, Neuguinea und Nordaustralien [3; 6].

Lebensraum und Lebensweise

Die tagaktiven Schützenfische leben meist in kleinen Gruppen. Sie können zielsicher nach Beute spucken, die bis anderthalb Meter auf Ästen, Blättern oder Wurzeln sitzt. Zur Erhöhung der Treffsicherheit stellt sich der Schützenfisch beinahe senkrecht unter das Ziel, so spielt die Lichtbrechung an der Wasseroberfläche keine Rolle [1; 4; 10].

Gefährdung und Schutz

Die Art ist weit verbreitet und es sind keine wesentlichen Gefahren bekannt. Sie gilt daher aufgrund einer Beurteilung aus dem Jahr 2011 als nicht gefährdet [6].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Schützenfische sind fischereilich von geringer Bedeutung. Allenfalls werden sie als Köder für den Fang anderer Fische verwendet. Sie befinden sich im internationalen Aquarienfischhandel [3; 6]. In Deutschland liegen Angebote bei 10-10 € pro Tier (Online-Inserate 2018).

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund 60 europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich etwa ein Viertel im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Die Ersteinfuhr nach Deutschland erfolgte 1899. Der Wilhelma Stuttgart gelang im Jahr 2011 die Welterstzucht in Menschenobhut [8; 9].

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1767 vom Berliner Naturforscher Peter Simon PALLAS als "Sciaena jaculatrix" beschrieben. Die Gattung Toxotes wurde 1816 von dem französischen Naturforscher und Direktor der Ménagerie von Paris, Georges CUVIER aufgestellt [3].

D DD 650

Leopard-Schützenfisch

Toxotes blythii • The Clouded Archerfish • Le toxote de Blyth

Leopard-Schützenfisch (Toxotes bylthii) im Zoo-Aquarium Berlin © Peter Dollinger, Zoo Office Bern
Leopard-Schützenfisch (Toxotes blythii) im Zoo-Aquarium Berlin © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

 

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Mutmaßliche Verbreitung des Leopard-Schützenfischs (Toxotes blythii)

 

 

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Leopard-Schützenfisch (Toxotes blythii) im Zoo-Aquarium Berlin © Klaus Rudloff, Berlin

 

 

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Leopard-Schützenfisch (Toxotes blythii) im Zoo Halle © Klaus Rudloff, Berlin

 

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Leopard-Schützenfische (Toxotes blythii) im Zoo Zürich © Peter Dollinger, Zoo Office Bern

 

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Körperbau und Körperfunktionen

Wie die meisten anderen Arten der Gattung ist der Leopard-Schützenfisch mit etwa 15 cm Länge vermutlich ausgewachsen. Er zeichnet sich durch ein sehr ungewöhnliches Zeichnungsmuster aus länglichen Flecken aus. [7].

Verbreitung

Südostasien: Myanmar, vermutlich die unteren Bereiche der Einzugsgebiete von Salween, Sittaung und AIrrawaddy und Teile der Provinz Tenasserim. Möglicherweise auch in angrenzenden Gebieten Thailands [4; 12].

Lebensraum und Lebensweise

Zwar können die Tiere nach Schützenfisch-Manier mit einem gezielten Wasserstrahl Insekten und Spinnen oberhalb der Wasseroberfläche erbeuten, sie fressen jedoch auch  Krebstiere, Insektenlarven und kleine Fische unter Wasser [7].

Gefährdung und Schutz

Über die Art ist zu wenig bekannt, um ihren Gefährdungsstatus festzulegen [12].

Der internationale Handel ist durch CITES nicht geregelt.

Bedeutung für den Menschen

Der Leopard-Schützenfisch ist fischereilich ohne Bedeutung [2]. Er war lange nur von wenigen Fotos und Zeichnungen bekannt. Erst 2011 tauchte er in den Angebotslisten südostasiatischer Fischhändler auf [11].

Haltung

Haltung in europäischen Zoos: Die Art wird in rund einem Dutzend europäischen Einrichtungen gezeigt, von denen sich über die Hälfte im deutschsprachigen Raum befinden. Für Details siehe Zootierliste.

Taxonomie und Nomenklatur

Die Art wurde 1892 von dem am British Museum tätigen belgischen Zoologen George Albert BOULENGER unter ihrem heute noch gültigen Namen beschrieben [4].

Literatur und Internetquellen

  1. EIBL-EIBESFELDT, I. (1969)
  2. FISH BASE (T. blythii)
  3. FISH BASE (T. jaculatrix)
  4. GILBERT, J. & LEGGE, R. (1981)
  5. GRZIMEK, B. (Hrsg. 1970)
  6. HOESE, D. (2012). Toxotes jaculatrix. The IUCN Red List of Threatened Species 2012: e.T196451A2458352. http://www.iucnredlist.org/details/196451/0. Downloaded on 13 March 2018.
  7. MY-FISH
  8. RIEHL, R. & BAENSCH, H.A. (1985)
  9. SCHÜRER, U. (2012)
  10. STUDER, P. (1986)
  11. TROPICAL FISH KEEPING
  12. VIDTHAYANON, C. (2012). Toxotes blythii. The IUCN Red List of Threatened Species 2012: e.T187955A1839214. http://www.iucnredlist.org/details/187955/0. Downloaded on 13 March 2018.  

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© Peter Dollinger, Zoo Office Bern hyperworx